RAM/PORTRAIT: Under Command

RAM/PORTRAIT: Under Command
Schwedischer Edelstahl im Doppelpack – RAM und PORTRAIT hauen zusammen eine Split-EP raus. Auf Under Command gibt es von beiden Bands jeweils einen neuen Song, ein Cover der jeweils anderen Band sowie eine weitere Fremd-Komposition. Macht zusammen sechs Songs. 
Die erste Hälfte von Under Command, quasi die A-Seite gehört RAM. Die hauen zum Start direkt einen richtigen Kracher raus. Savage Machine klingt nach ganz viel JUDAS PRIEST, abgeschmeckt mit einem Schuss MERCYFUL FATE. Oscar Carlquist packt hammermäßige Screams aus, die ROB HALFORD stolz machen würden. Dazu sägen die Gitarren und hämmert das Schlagzeug, als hätten wir hier eine verlorene Painkiller-B-Seite gefunden. Dazu noch ein Bomben-Gitarrensolo – was will man mehr? Ernsthaft! Wenn RAM als nächstes ein ganzes Album mit Songs dieser Qualität raus hauen, dann Mahlzeit! Auch PORTRAIT liefern erstklassig ab. Martial Lead hat erwartungsgemäß noch mehr MERCYFUL FATE-Einfluss zu bieten. Da kann die Band alleine aufgrund des theatralischen, hohen Gesangs von Per Lengstedt gar nicht anders. Davon abgesehen ist Martial Lead eine treibende, relativ straighte Nummer in bester Tradition von Stücken wie Beast Of Fire. Ebenfalls sehr gut, im Vergleich zu Savage Machine aber nur zweiter Sieger. 
Bei den Covern der jeweils anderen Band greifen beide zu Frühwerken ihrer Gegenüber. RAM nehmen sich mit Welcome To My Funeral den Titelsong des 2006er Demos von PORTRAIT vor, während diesee sich Blessed To Be Cursed von der RAM Debüt-EP Sudden Impact vorgenommen haben. Beide geben den Songs ein Stück weit ihre eigene Note mit, man hört jedoch auch im Vergleich zu den eigenen Songs klar, dass es sich um Kompositionen der jeweils anderen Band handelt. Weiter geht es mit den Cover-Songs anderer Bands. RAM haben sich gedacht, nicht kleckern sondern klotzen und geben breitbeinig Creatures Of The Night von KISS zum besten. Gute und passende Wahl. Auch PORTRAIT haben eine vortreffliche, wenn auch völlig andere Wahl getroffen und rumpeln sich durch Aggressor der kanadische Speed Metal-Legende EXCITER. Das ballert so richtig asozial, kurzes Intro und dann geht es los. Vollgas, polternde Drums und das typische, schrammelige EXCITER-Riffing. Geiles Ding!
Am Ende geht der Pokal für den besten neuen Song an RAM. Bei den gegenseitigen Covern gibt es ein sauberes Unentschieden auf hohem Niveau, und bei den weiteren Coversongs gewinnen PORTRAIT knapp aufgrund des Kult-Faktors. Das macht für mich unterm Strich einen knappen Sieg für RAM und eine klare Kaufempfehlung für alle Anhänger des schwedischen Old School Metals. 

Veröffentlichungstermin: 06.12.2014

Spielzeit: 27:41 Min.

Line-Up:

RAM:
Oscar Carlquist – vocals
Harry Granroth – guitar
Martin Jonsson – guitars
Tobias Petterson – bass
Morgan Pettersson – drums
PORTRAIT:
Per Lengstedt – vocals
Christian Lindell – guitars
David Olofsson – guitars
Mikael Castervall – bass
Anders Persson – drums

Label: Metalblade Records

Homepage: http://www.ram-metal.com

http://www.portraitmetal.com

Mehr im Netz: https://www.facebook.com/RAMheavymetal

https://www.facebook.com/portraitsweden

Tracklist:

RAM:
01. Savage Machine
02. Welcome To My Funeral (PORTRAIT-Cover)
03. Creatures Of The Night (KISS-Cover)
 
PORTRAIT
04. Martial Lead 
05. Blessed To Be Cursed (RAM-Cover)
06. Aggressor (EXCITER-Cover)
agony&ecstasy
Seit 2005 bei vampster und hauptsächlich für CD Reviews zuständig. Genres: Power, Speed und Thrash Metal, Epic Metal, Death Metal, Heavy Rock, Doom Metal, Black Metal.