PSYCHOTIC WALTZ: Dark Millenium

PSYCHOTIC WALTZ: Dark Millenium

Reichlich verwirrt war ich, als ich im Verkaufsregal meines CD-Händlers ein neues Album von PSYCHOTIC WALTZ entdeckte. Eigentlich rechnete ich doch mit der Veröffentlichung eines neuen DARKSTAR-Albums und dachte, mit der Veröffentlichung von ‘Live & Archives’ wäre das Thema PSYCHOTIC WALTZ endgültig abgehandelt. Noch verwirrender war das Lesen des Booklets und die Klänge, die auf der CD zu hören waren, da sich diese doch enorm nach DARKSTAR anhörten.

‘From the Ashes of Cult Prog Metal Band PSYCHOTIC WALTZ, comes their first Solo CD’ ist der erste Kommentar von Dan Rock im Booklet. Bilder von Mike Clift sind in Massen enthalten, genauso wie von Jymn Woodward, Mike Clift und ein DARKSTAR 2 Cover von H.R. Giger.

Songs von Dan Rock, von Brian McAlpine sind genauso vertreten wie Live- und Studio-Material von PSYCHOTIC WALTZ.

Was soll also das ganze?

Ich weiß es immer noch nicht, aber egal, denn aus der Verwirrung heraus entstand letztendlich Begeisterung für dieses vielleicht letzte Album unter dem Banner PSYCHOTIC WALTZ.

So kann man das Album in 6 Teile unterteilen:

Im ersten Teil werden Songs aus der Feder von Brian McAlpine geboten, die zum größten Teil von Bildern von Mike Clift inspiriert wurden. Und genauso düster wie diese Gemälde ist auch die Musik. Die Songs bestehen lediglich aus Computerklängen, die McAlpine mit seinem Macintosh und der Cubase-Software erstellt hat, untermalt mit dessen einfühlsamen Gitarrenspiel. So hat man das Gefühl, man hätte es eher mit einem Soundtrack für einen düsteren Science-Fiction-Streifen zu tun. Wer meint, dies kann ja nur eine langweilige Sache werden, irrt sich. Denn genau dort, wo die Synthie-Klänge zu langweilen beginnen, setzt McAlpine mit seiner Gitarre ein und schafft es sogar, Erinnerungen an seelige Psychotic Waltz – Zeiten zu wecken.

Der zweite Teil des Albums besteht aus Dan Rock – Kompositionen, die vor allem durch das Gitarrenspiel und die sphärischen Synthieklänge den Namen DARKSTAR auf die Bühne rufen. Und diese stehen dem ersten Album DARKSTAR’s in keinster Weise nach sondern ergänzen es und wecken Lust auf ein weiteres Solo-Werk des Ausnahmegitarristen, der einen mit seinem Gitarrenspiel in andere Sphären entführt.

Der dritte Teil ist eine PSYCHOTIC WALTZ Studioversion von BLACK SABBATH’s ‘Distubring the Priest’.

Daß der Song genauso gut aus der Feder PW’s selbst stammen könnte, wird beim Hören des Covers wohl keiner bezweifeln und so unterstreicht der Song die Genialität dieser Band.

Teil vier besteht aus Live-Mitschnitten des legendären Dynamo-Auftritts 1991 in Eindhoven, und genauso wie Teil fünf, ein Live-Mitschnitt aus Las Vegas vom Sommer 1990, bietet die Band soundtechnisch mal wieder mit das schlechteste, was offiziell je von einer Band veröffentlicht wurde. Naja, beim Hören der technischen Probleme, kann jedenfalls niemand behaupten, die Band hätte Overdubs benutzt J

Zur Vervollständigung der Sammlung dienen die Mitschnitte jedoch allemal.

Bleibt also noch Teil 6, der nur ein kurzes Interview mit Mike Clift darstellt und somit hoffentlich das Erbe PSYCHOTIC WALTZ’s abrundet.

Eine außergewöhnliche Veröffentlichung also, eine der außergewöhnlichsten Metal-Bands, die man jedoch jedem Fan empfehlen kann, aber auch allen, die beim Lesen dieser Rezi neugierig geworden sind.

Fierce

Spielzeit: 78.36 min.

Erschienen bei Institute of Art Records

Tracklist:
1. Trust
2. Planets
3. Erotic Nightmares
4. Anguish
5. Sadness
6. Save my Baby
7. Pleasures of the Flesh

8. Flight to Nowhere
9. The Dream

10. Disturbing the Priest

11. Nothing
12. And the Devil Cried
13. In this Place

14. In the Flesh
15. Disturbing the Priest
16. Diary of a Madman

17. Interview with Mike Clift

Fierce
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