MIDNIGHT: Rebirth By Blasphemy

MIDNIGHT servieren erneut ihre asoziale Interpretation von Speed Metal und Rock´n´Roll. Es ist wie immer eine Freude!

In siebzehn Jahren Bandbestehen haben MIDNIGHT eine ganze Menge an Splits, EPs und ähnlichem veröffentlicht. Allerdings ist “Rebirth By Blasphemy” erst das vierte full length-Album der “Band”. Nach drei Alben für Hells Headbangers ist Athenar mit seinem verranzten Baby nun also bei Metal Blade untergekommen. Man darf gespannt sein, ob die Band dadurch ihren Status nennenswert ausbauen kann. Gönnen würde ich es Athenar ja, denn der Ranz’n’Roll-Sound von MIDNIGHT, der eben so klingt, als würden MOTÖRHEAD, VENOM und HELLHAMMER auf einem Parkplatz mit billigem Fusel ne Party feiern und danach alle im Kreis reihern, berührt einfach mein schwarzes Herz.

Weniger HELLHAMMER, mehr MOTÖRHEAD – MIDNIGHT lassen es auf “Rebirth By Blasphemy” etwas rockiger krachen

Egal ob live oder auf Platte, MIDNIGHT machen immer Spaß, machen immer Lust auf urmenschlisches Verhalten, über das man am nächsten Tag lieber nichts in der Zeitung lesen will. Man möchte den Kollegen und Freunden ja noch unter die Augen treten. Nun ja… Auf “Rebirth By Blasphemy” schlägt das Pendel deutlich mehr in Richtung MOTÖRHEAD aus, sprich, deutlich mehr Rock’n’Roll als Proto-Black Metal. Mehr VENOM und MOTÖRHEAD, weniger HELLHAMMER. Mit “Fucking Speed And Darkness” setzt es zum Einstieg eine rumpelige, asoziale Speed Metal-Keule mitten ins Gesicht. Seinen Bruder im Geiste finden wir ein paar Songs weiter mit dem wunderbar stumpfen, zweiminütigen Vorschlaghammer “Devil’s Excrement”.

Ob asozial schnell oder verranzt langsam – MIDNIGHT können einfach alles!

Aber MIDNIGHT können auch anders. “Rising Scum” überrascht mit langsam stampfendem Tempo. Laut Athenar “wie PRIEST 1979”. Joa, nur halt in asozial verranzt. Ach “Warning From The Reaper” hat zwischendurch was von Rock-Hymne bevor ein punkiger Ausbruch das Ganze wieder hinwegspült. “The Sounds Of Hell” wiederum hat was von den RAMONES und ist für MIDNIGHT-Verhältnisse schon erschreckend melodisch. Da will man fast schon entspannt mit dem Fuß wippen. Während man Satan huldigt natürlich. Manchmal kann Musik so einfach sein.

Die Produktion von “Rebirth By Blasphemy” ist so ziemlich perfekt für die Mucke von MIDNIGHT. Der Sound klingt roh, kantig, aber nicht nach amateurhaftem Geschepper. Somit ist MIDNIGHTs vierter Streich erneut Fest für jeden, der seinen Metal roh, ungeschminkt und mit einer ordentlichen Portion Rock’n’Roll mag – und das sollte doch jeder Mensch mit einem Mindestmaß an Selbstachtung und Sinn für Schönheit. “Rebirth By Blasphemy” ist genau die richtige Platte, um auf einer Party die Spreu vom Weizen zu trennen. Wer hier nicht mitfeiert, der ist für den Rock’n’Roll verloren.

Veröffentlichungsdatum: 24.01.2020

Spielzeit: 33:48

Line Up:
Athenar – alles

Produziert von: Athenar & Noah Buchanan @ Mercenary Studios, Cleveland

Label: Metal Blade Records

Facebook: https://www.facebook.com/midnightviolators/
Bandcamp: https://midnight-ohio.bandcamp.com/

MIDNIGHT „Blasphemy“ Tracklist

1. Fucking Speed and Darkness (Audio bei YouTube)
2. Rebirth by Blasphemy (Audio bei metalbalde.com)
3. Escape the Grave
4. Devil’s Excrement
5. Rising Scum (Audio bei YouTube)
6. Warning from the Reaper
7. Cursed Possessions
8. Raw Attack
9. The Sounds of Hell
10. You Can Drag Me Through Fire