METALIAN: Vortex

METALIAN: Vortex

Sechzehn Jahre haben METALIAN als Band schon auf dem Buckel. Auch aufgrund vieler Line Up-Änderungen war man allerdings nicht furchtbar produktiv, so dass mit “Vortex” jetzt gerade mal das dritte Album erscheint. Auch was Promotion angeht war man bisher wohl eher mäßig motiviert, denn bis auf einen Beitrag auf “Metal Massacre 14” und kürzlich auf dem kultigen “Trapped Under Ice”-Sampler hab ich von der Band nichts gehört. Vielleicht liegt es aber auch an meiner aktuellen Begeisterung für kanadische Acts, dass METALIAN es endlich auf mein Radar geschafft haben. Ja genau, schon wieder eine Band aus Kanada die traditionellen Metal spielt. Wird einfach nicht langweilig. Gerade mal eine halbe Stunde lang ist “Vortex”. Das ist für ein vollwertiges Album schon ziemlich kurz, ich muss allerdings sagen, dass es mich kein bisschen stört, denn sobald die Scheibe durch ist, drücke ich eh im Normalfall direkt wieder auf Play.

METALIAN liefern auf “Vortex” acht Ohrwürmer mit starkem Gesang und herausragender Gitarrenarbeit!

Acht grandiose Ohrwürmer, größtenteils zwischen dreieinhalb und vier Minuten lang, haben METALIAN auf ihr drittes Album gepackt. Das geht schon mit “Prologue” los, einem Instrumentalstück, welches viel mehr ist, als der Titel vielleicht vermuten lässt. Das ist kein bloßes Intro sondern ein vollwertiger Song, bei dem man zu keiner Sekunde den Gesang vermisst. Dafür besorgen es dir die beiden Gitarristen einfach viel zu gut. Und das zieht sich durch das komplette Album durch. Die Gitarrenarbeit ist einfach nur der Wahnsinn. In jedem Song gibt es rasante Soli en masse zu hören. Stilistisch würde ich das ganze mit JUDAS PRIEST auf Speed Metal beschreiben. Gerade die Speed Metal-Stücke erinnern mich, auch aufgrund des Gesangs an die brillanten und leider aufgelösten SPEEDTRAP. Daneben kann Frontmann Ian aber auch sehr überzeugend einen auf HALFORD machen, wie er nicht nur mit den hohen screams in “The Sirens Wail” unter Beweis stellt.

“Vortex” ist ein weiteres Stück erstklassiger canadian steel!

Auch zu den Landsleuten von TRAVELER, die im Februar erst ihr selbstbetiteltes Debüt veröffentlichten besteht eine gewisse Ähnlichkeit. Und auch wenn ich “Traveler” bereits saustark fand muss ich sagen, dass “Vortex mich noch mal ein Stück mehr aus den Latschen haut. Ob rasante Speed Metal-Abfahrten wie der Titelsong oder “Liquid Fire”, welches allerdings einen epischen Mittelteil, der nach 80er Jahre Stadion-Metal klingt hat, oder rockigere Stücke wie “Full Throttle” oder die Fistraiser-Hymne “Broke Down” – auf “Vortex” ist jeder Song ein Treffer. Lediglich das Cover sieht mir ein Stück zu sehr nach Schäbi-Metal aus und steht eigentlich in keinem Verhältnis zum erstklassigen musikalischen Inhalt – purer kanadischer Stahl! Und so muss ich auch hier für alle Fans klassischen Metals eine klare Kaufempfehlung aussprechen. METALIAN versprühen Spielfreude, Leidenschaft und echte Liebe zum Heavy Metal.

Veröffentlichungsdatum: 12.07.2019

Spielzeit: 30:41

Line Up:
Ian – vocals, guitar
Simon – guitar
Andres – bass
Tony – drums

Label: High Roller Records

Facebook: https://www.facebook.com/metalianz
Bandcamp: https://metalian1.bandcamp.com/

METALIAN: „Vortex“ Tracklist

01. Prologue
02. The Sirens Wail
03. Full Throttle
04. Vortex
05. Land of the Brave
06. Liquid Fire
07. Broke Down
08. No Home

agony&ecstasy
Seit 2005 bei vampster und hauptsächlich für CD Reviews zuständig. Genres: Power, Speed und Thrash Metal, Epic Metal, Death Metal, Heavy Rock, Doom Metal, Black Metal.