MEMORY GARDEN: Carnage Carnival

MEMORY GARDEN: Carnage Carnival

Was lange währt, wird endlich gut. Ob dies Motto von MEMORY GARDEN ist oder nicht vielmehr diverse Schwierigkeiten die Veröffentlichung dieses Albums immer wieder verzögert haben, sei einmal dahin gestellt. Vier Jahre nach dem letzten Lebenszeichen in Form der Marion-7-Inch und ganze achte Jahre nach dem letzten Album melden sich die Schweden jedenfalls mit einem verdammt starken Album zurückt, das die lange Wartezeit definitiv wert war.

Nach dem etwas zu kopflastigen und progressiven Verdict Of Posterity und dem eingängigeren, aber etwas die Doom-Elemente vernachlässigenden Mirage knüpfen MEMORY GARDEN mit Carnage Carnival wieder an die musikalische Ausrichtung ihres Debüts und Referenzwerks Tides an. In einer Anzeige vor etlichen Jahren wurde der Sound mal als CANDLEMASS meets MORGANA LEFAY beschrieben, und für Carnage Carnival ist dieser Vergleich gar nicht mal so schlecht: MEMORY GARDEN pendeln geschickt zwischen etwas düsterem Power Metal, wie er auch gerne in Bollnäs produziert wird und schleppenden, teilweise leicht orientalisch angehauchten Doom-Passagen, die zumindest leicht an CANDLEMASS erinnern. Während die doomige Ausrichtung auf Beggars Anthem und Nameless (bereits bekannt von der Marion-7-Inch) zur Geltung kommt, erinnert besonders das mal treibende, mal stampfende A Dark Embrace mit seinem vertrackten Mittelteil an die bereits erwähnten Bollnäs-Barden, genauer gesagt an Source Of Pain.

Trotz solcher Vergleiche mangelt es dem Album jedoch ganz und gar nicht an Eigenständigkeit. Dafür sorgen nicht nur einige neoklassisch anmutenden, virtuosen Gitarrensoli von Simon Johansson, sondern auch die für MEMORY GARDEN typischen, äußerst melancholischen Gitarrenleads und Gesangsmelodien. Carnivage Carnival hat so einige Momente, die einem in ihrer majestätischen, und gleichzeitig tieftraurigen Schönheit eine ordentliche Gänsehaut bescheren.

Seinen Anteil daran hat natürlich auch Frontmann Stefan Berglund. Mag der Gute live auch etwas zu schüchtern agieren, so gibt es an seinen Qualitäten als Sänger dennoch keinerlei Zweifel. Berglunds kräftiges und eigenständiges Organ transportiert jede Menge Emotionen und wertet ein schon instrumental beeindruckendes Werk nochmals auf.

Carnage Carnival steckt voller großartiger Melodien, Emotionen und Power und macht Tides damit den Platz um das beste MEMORY GARDEN-Album streitig. Nicht nur für Doom-Fans zu empfehlen, sondern für alle Fans eigenständigen, düsteren Power Metals.

Veröffentlichungstermin: 26.09.2008

Spielzeit: 51:30 Min.

Line-Up:
Stefan Berglund – Vocals
Simon Johansson – Lead, rhythm and acoustic guitars
Anders Looström – Rhythm guitars
Ken Johansson – Bass guitar
Tom Björn – Drums

Produziert von Mike Wead und Simon Johansson
Label: Vic Records

Homepage: http://www.memorygarden.net

MySpace-Seite: http://www.myspace.com/memorygardenofficial

Tracklist:
1. Carnage Carnival    
2. The Bitter End    
3. Nameless    
4. The Beast Within
5. Beggars Anthem
6. A Dark Embrace
7. Dominion
8. Endless Fear
9. Another Night
10. The Downfall