JASON ALDEAN: 9

JASON ALDEAN: 9

Schon wieder Country bei vampster? Aber ja, wenn es so cool rockt! Seit gut 15 Jahren aktiv zählt JASON ALDEAN zuhause in den USA zu den ganz Großen der modernen Country-Szene und füllt die größten Stadien. Dafür stehen 23 Nummer Eins-Hits, der mit vielen Preisen und Titeln dekorierte Musiker ist der einzige Country-Act, der viermal hintereinander auf Platz 1 der All Genre Billboard 200 stand und nebenbei über 14,4 Milliarden Streams und mehr als 18 Millionen verkaufte Alben zu bestaunen hat. Klar, hier bei uns ist dieser Sound halt nicht Massenkompatibel und so ist der Mann aus Georgia hier bei weitem noch nicht so bekannt. Großer Fehler, denn statt vor Kitsch triefendem Sound für als Cowboy/Girl gekleidete, auf Straßenfesten Linedance tanzende Countryfreaks gibt es von JASON ALDEAN eine fette Portion Rock mit reichlich Southern- und eben Country-Vibes, die durchweg Spaß macht. Natürlich werden auch hier die nötigen Klischees bedient, aber statt gelangweilt mit dem Kopf zu schütteln wackelt hier im Groove der Kopf mit, zucken die Beine, so mancher Song auf seinem wenig überraschenden neunten Album tritt gar ordentlich Popo!

JASON ALDEAN zeigt auf „9“, dass Country richtig rocken kann

„Tattoos And Tequila“ ist gleich mal ein lauter, hart rockender Opener. Ein Drive, bei dem der Lautstärkeregler sofort hoch geht, eine Melodie, die man sofort mitsingt. Alle Vorurteile, die beim Gedanken an Country (Rock) hochkommen, werden spätestens beim feurigen Gitarrensolo weggefegt. Auch „Blame It On You“ liefert diesen Gute Laune-Drive, man swingt sofort mit, der Tag kann nur gut werden! Die Refrains fräsen sich in den Kopf wie bei „Some Things You Don´t Forget“. Die Songs sind klar und simpel gestrickt, ausgefeiltes Songwriting und überraschende Momente gibt es nicht. Dass die Songs so gut reingehen liegt natürlich auch an den Kollegen, die ALDEAN die Songs auf dem Leib schreiben. Szenegrößen wie u.a. Jaron Boyer, Neil Thrasher und die Warren-Brüder wissen halt, wie man griffige Songs schreibt. JASON ALDEAN singt über die Sorgen, Probleme und Hoffnungen, die man so sicher nicht nur in den Südstaaten kennt. Seine Stimme geht gut rein, hat etwas entspanntes, wenn es mal ruhiger wird.

Von rockig bis melancholisch, Aldean hat alles dabei – außer Country-Kitsch

Wird es ruhiger, dann macht sich gern mal eine Spur Melancholie breit, „Got What I Got“ oder „Don´t Drink Anymore“ lassen einen verträumt zurück. Ha, „I don´t drink anymore, but I don´t drink any less“, ja ja… Ein guter Bourbon bleibt ein guter Bourbon, das lässt Jason mehrfach durchklingen. Darauf einen Eagle Rare! Das Thema Frauen ist natürlich auch präsent, geliebte, gefallene, missverstandene, selbst verlassen werden und das Leben on the Road und sonstwo wird besungen. Und immer wieder ordentlich gerockt, hier und da werden Erinnerungen an 80er Stadion-Rock wach. Fast schon krachig als knackiger Southern Rocker „Talk About Georgia“, „We Back“ verbreitet Live-Feeling. Der ein oder andere Song dürfte auch Leuten reinlaufen, die gern zu den NICKELBACK-Hits tanzen. Aber auch wer alt genug ist, sich zu erinnern, dass BRYAN ADAMS mal richtig gerockt hat, der findet hier seine Momente.

Southern- oder 80er Rocker und natürlich Country-Fans sollten sich mit „9“ wohlfühlen

JASON ALDEAN schafft es, 80er Rock und eine gute Portion Southern Rock so ins Country-Bild einzuweben, dass man sowohl als Rockfan als auch als Country-Freak Spaß hat an der Scheibe. Die ist mit 16 Songs ordentlich gefüllt, und deutlich zieht sich ein ähnliches Strickmuster durch diese Songs. Da etwas auszusieben, hätte das Album sicher griffiger gemacht, aber Jason hat da seine eigene Einstellung seinen Fans gegenüber: „People buy albums with eight songs for 10 bucks now, but with „9“ it´s like you´re getting two whole albums at once. I want fans to feel like they´re getting more than they bargained for and I want it to be something they listen to from top to bottom, and never hit skip … or thumbs down or whatever!“ Und letztendlich mag mein keinen Song wegschieben, das Album funktioniert als Ganzes und macht durchgehend Spaß – wenn man denn keine Angst hat zuzugeben, dass man ein „Country“-Album mag! Die moderne Country-Szene hat so einige Leute nachgerüstet, die den alten Saloonstaub aus diesem Klischee verseuchten Genre rausgefegt haben oder wie ALDEAN einfach wegrocken, ohne die tragenden Vibes dieses Sounds zu zerstören. Wer sich aus der harten Ecke auch gern mal den Southern/Blues- oder 80er Rock gibt, der sollte sich auch mit JASON ALDEAN´s „9“ sehr wohlfühlen.

Veröffentlicht am 22.11.2019

Spielzeit: 52:20 Min.

Lineup:
Jason Aldean – Vocals
Rich Redmond – Drums, Percussion
Kurt Allison – Electric Guitar
Adam Shoenfeld – Electric Guitar
Danny Rader – Acoustic Guitar, High String, 12-String
Mike Johnson – Steel, Lap Steel
Russ Pahl – Steel
Tony Harrel – B3, Synthesizer, Keyboards

Produziert von Michael Knox

Label: BMG

Homepage: http://www.jasonaldean.com

Mehr im Web: https://www.facebook.com/jasonaldean

Die Tracklist von „9“:

1. Tattoos And Tequila
2. Blame It On You
3. Champagne Town
4. Some Things You Don´t Forget
5. Got What I Got
6. Keeping It Small Town
7. Camouflage Hat
8. Came Here To Drink
9. We Back (Video bei youtube)
10. Dirt We Were Raised On
11. I Don´t Drink Anymore (Lyrics-Video bei youtube)
12. Cowboy Killer
13. One For The Road
14. Talk About Georgia
15. The Same Way
16. She Likes It

Frank Hellweg
Frank (“WOSFrank”) ist seit 2002 bei vampster und alt genug, um all die spannenden Bands live gesehen zu haben, als die selber noch jung und wild waren! Er kümmert sich um Reviews, News und andere Artikel sowie um interne Hintergrundarbeit. Lieblingsbands: TROUBLE, CANDLEMASS, BLACK SABBATH, SWALLOW THE SUN. Genres: Doom, Stoner, Classic/Retro/Hard Rock, US/Power Metal, Southern/Blues Rock, Psychedelic/Progressive Rock, Singer/Songwriter.