HEAVY WATER: Red Brick City

Im Hause BYFORD weiss man sich zu wehren gegen den Lockdown-Blues. Hausherr BIFF BYFORD setzt da auf Musik und hat zuletzt mit SAXON das nette Coveralbum “Inspirations” eingerockt. Nachdem er mit seinem Soloalbum “School Of Hard Knocks” bereits ein eigenes musikalisches Statement gesetzt hatte, hat er sich nun unter dem Banner HEAVY WATER mit seinem Sohn Sebastian und dessen NAKED SIX-Kumpels in den Muckeraum verzogen. Der kommt aus der Grunge-Ecke, Papa aus dem frühen Rock und Heavy Metal, und irgendwo in der Mitte fügt sich alles zusammen auf “Red Brick City”.

Die BYFORD-Familienband HEAVY WATER setzt auf einen Mix aus Grunge, Classic Rock und Blues

So groovt der Opener “Solution” gleich knackig nach vorn, BLACK SABBATH trifft LED ZEPPELIN trifft SOUNDGARDEN. Sehr schnell fällt auf, wie cool die Stimmen der Byfords zusammenpassen. Die junge, oft kratzige Stimme und die gereiften, oft bluesigen Vocals vom Papa ergänzen sich perfekt. Dass der Song gar nicht so viel mit sich bringt überdeckt der Gesang sehr charmant. Staubig zieht “Turn To Black” an einem vorbei, bricht immer wieder in einem lauten doomigen Part aus, um dann grungig rumzuzicken. Der kraftvolle Titelsong packt noch mehr Doom in ein bluesiges Grundgerüst, um sich dann lautstark aufzubauen, sehr cool. Plüschalarm, “Tree In The Wind” ist eine klassische Rockballade mit reichlich spät-70er Flair. Wie es sie tausendfach gibt. Und trotzdem sitzt man mit einer fetten Gänsehaut da. Vor allem hier kommt die spürbare Chemie zwischen den beiden Männer ganz groß. Man spürt das Father & Son-Ding, wie nahe sie sich sind bei ihrem Projekt. Ganz groß auch hier das Zusammenspiel der Stimmen, vor allem Seb trumpft hier auf. Laut hören!

Die spürbare Chemie zwischen den beiden Byford-Männer kommt ganz groß

Es wird mal kraftvoller gerockt wie bei “Revolution”, nicht nur hier drückt sich der harte Grunge nach vorn, gepaart mit reichlich 70er Rock. Gibt sich Seb kratzig-zickig, dann denkt man auch mal an NIRVANA. Mal ein wenig Alternative-Rock, bei “Medicine Man” trifft Hair- auf Southern Rock, welcher beim beswingten “Follow This Moment” im 70ties-Gewand mit überraschendem Saxophon-Parts ebenso durchschimmert wie auch im bluesigen “Now I’m Home”. Macht Lust, mal wieder TYKETTO oder TESLA zu hören. Beim abschließenden “Faith” bringen die Vocals von Seb einen Hauch frühe THIN LIZZY mit rein.

Als Gesamtwerk sehr cool, macht Spaß, den auch hörbar die Herren Byford hatten

Die Mischung auf “Red Brick City” aus gut 40 Jahren Rockmusik ist sehr cool. Wenn immer mal der Grunge zickig durchdrückt im Mix aus 70er und 80er Rock, Blues und Southern-Flair, das hat was sehr eigenes. Es ist schon erkennbar, dass HEAVY WATER eher die Baustelle ist von Seb Byford mit liebevoller und erfahrener Unterstützung von Old Dog Biff. Der fügt sich ein, holt sich seine eigenen Momente, zusammen sind sie stark. Ob man sich an den zahlreichen Pandemie-Projekten vorbeidrücken kann und ob mehr wird aus HEAVY WATER als familiäre Beschäftigungstherapie, das wird sich zeigen. Als Gesamtwerk sehr cool, macht Spaß, den auch hörbar die Herren Byford hatten. Davon kann man sich auch im Making Of-Video überzeugen.

HOLY WATER: Making Of-Video bei Youtube

Veröffentlicht am 23.07.2021

Spielzeit: 34:10 Min.

Lineup:
Seb Byford – Gitarre, Gesang
Biff Byford – Bass, Gesang
Tom Witts – Drums
Dave Kemp – Keyboards, Saxophon

Label: Silver Lining

Mehr im Web: https://www.facebook.com/heavywatermusicofficial

Die Tracklist von “Red Brick City”:

1. Solution
2. Turn To Black
3. Red Brick City (Video bei YouTube)
4. Tree In The Wind
5. Revolution (Video bei YouTube)
6. Personal Issue No. 1
7. Medicine Man
8. Follow This Moment
9. Now I’m Home
10. Faith