EIDOLON: Seven Spirits

EIDOLON: Seven Spirits

Der Eigenproduktions-Markt bringt in letzter Zeit immer häufiger echte Juwelen zum Vorschein und es ist manchmal schon unglaublich, daß die Musikindustrie es tatsächlich schafft, an diesem Markt vorbeizuleben.

Ganz besonders stechen hier die Bands aus dem Power-/Progressive-Lager hervor und zu diesen zählt auch EIDOLON aus Kanada.

EIDOLON liefern auf ihrem Zweitwerk Power-Metal ab, wie ich ihn liebe und können mich voll und ganz überzeugen. Na gut, daß die Band was drauf hat, hat sie auch schon auf ihrem Debut ‚Zero Hour‘ gezeigt, aber ‚Seven Spirits‘ stellt doch noch einen ganzen Schritt nach vorne dar.

Ein wunderschönes Cover ziert ‚Seven Spirits‘, das einen Turm und 7 dunkle Drachenvögel zeigt, auf denen 7 dunkle Gestalten reiten und sofort mußte ich an Tolkien denken, jedoch hat dieser mit der Konzeptstory von ‚Seven Spirits‘ gänzlich wenig zu tun.

‚Seven Spirits‘ erzählt die Geschichte eines Mannes namens Dorian, dessen Leben bisher vom Glauben an Gott bestimmt war, doch immer wieder in Zweifel geriet und die vielen Fragen, die immer unbeantwortet blieben, endlich beantwortet haben möchte. Dies verspricht ihm Sarah, die ihm in einer dieser Momente kniend vor dem Kreuz begegnet und ihm die Augen öffnen will. Dorian läßt sich von Sarah verführen und wird so zum Mordwerkzeug der ‚Seven Spirits‘. Soviel mal grob zum Konzept, das hervorragende umgesetzt und in der Kürze der Zeit interessant gestaltet wurde.

Aber was hauptsächlich interessiert ist natürlich die Musik und die ist wie bereits erwähnt vom allerfeinsten. Eigentlich ist es ja ungewöhnlich, daß der Schlagzeuger einer Band hauptsächlich für die Musik und Texte verantwortlich ist, aber vielleicht rührt daher ja die Power von ‚Seven Spirits‘.

So dröhnen von Anfang an megafette Riffs durch die Boxen, die einen einfach wegblasen, unterlegt vom präzisen und wuchtigen Drumsound Shawn Drover´s. Mit Brian Soulard hat die Band dann noch einen hervorragenden Sänger in den Reihen, der sowohl bei den hohen Tönen, wie auch beim gefühlvollen Gesang nie versagt.

Die Songs sind interessant gestaltet und halten sich eigentlich nie an das übliche Strophe-Refrain-Strophe-Schema, sondern variieren immer wieder auf unkonventionelle Weise.

Die klasse Riffs werden nie bis zum Erbrechen ausgereizt und werden immer genau zum richtigen Zeitpunkt von etwas neuem abgelöst. Die Akkustik-Parts fügen sich problemlos in die Songs ein und sorgen zusätzlich für Abwechslung, so daß von Langeweile wirklich zu keinem Zeitpunkt die Rede sein kann.

Abgeschlossen wird das ganze dann noch durch eine Coverversion von einem der besten Ozzy Osbourne Songs ‚Diary of a Madman‘, der aber halt leider mal wieder viel zu nahe am Original gehalten ist und auch beim phänomenalen Schlußteil durch den Keyboardeinsatz etwas enttäuscht. Doch schon allein die Auswahl dieses Songs ist ein absoluter Bonuspunkt und der Song macht trotzdem Spaß.

EIDOLON haben meiner Meinung nach die Beachtung eines größeren Publikums absolut verdient und in meinem CD-Regal gehört ‚Seven Spirits‘ auf jeden Fall schon zu den Alltime-Faves.

Erhätlich ist ‚Seven Spirits‘ bei den bekannten Underground-Mailorders.

Fierce

Kontakt: Eidolon / 6433 #38 Charing Drive / Mississauga / Ontario / Canada L5N 1L6

Spielzeit:
59.23 min.

Brian Soulard
Lead Vocals

Shawn Drover
Drums

Glen Drover
Guitars, Backing Vocals, Keyboards

Criss Bailey
Bass

Produziert von
Glen Drover

E-Mail:
gdrover@netcom.ca

Tracklist:

1.
Cofession

2.
In Visions Past

3.
Shattered Image

I.
The Silent Denial

II.
Soul Trap (inst.)

III.
Illusion

4.
The Path

5.
No Escape

6.
Priest

7.
Inner Demons

8.
Set me Free

9.
The Seven Spirits

10.
Diary of a Madman

Fierce
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