DOPE STARS INC.: Gigahearts

"Gigahearts" zielt immer noch zu sehr auf niedliche weibliche HIM-Fans ab, dabei dürften diese inzwischen doch schon längst ihr Faible als jugendliche Schwärmerei abgetan haben.

Angetreten waren DOPE STARS INC. mit dem Ziel, dem Rock im Genrebegriff Gothic Rock zu mehr Gewicht zu verhelfen. Aufwändige optische Ausgestaltungen des Cyber-Images hielten sie damals nicht von der Hauptsache ab: dem Schreiben verdammt dreckiger, heftiger Hymnen, die bewiesen, dass man auch als bleicher Goth Spaß haben darf – und wie! Doch dann kam der Plattenvertrag und mit ihm die Zähmung durch etliche etablierte Produzenten. Neuromance stellte dementsprechend eine Enttäuschung dar für all jene, die die unbändige, dekadente Lebensfreude zwischen den wummernden Bässen und den düsteren Synthies auf 10.000 Watts Of Artificial Pleasures so geliebt hatten, und hatte lediglich eine weitere glattpolierte Electroband mit Kitschfaktor zu bieten. Gigahearts nun zeigt die Band als Rekonvaleszenten. Metallische Gitarrenriffs kommen bei Rumplern wie Play´n´Kill endlich wieder zur Geltung, und auch die Coolness aus Demotagen lugt gelegentlich wieder um die Ecke. Die Melodieführung von Sänger Victor Love klingt jedoch leider immer noch so klebrig wie sein Pseudonym. Wer das ignorieren kann, findet auf dem Album enorm eingängigen Gothic Rock, bei dem dem Pop-Virus einige Industrial- und Metal-Antikörper das Leben schwermachen, ohne ihn jedoch so ganz zurückdrängen zu können. Wo ist der Schmutz, wo ist dieses unvergleichliche Sci-Fi-Comic-Feeling, wo ist der Cyberpunk geblieben? Man darf jedenfalls trotz der leichten Genesungsanzeichen kaum erwarten, dass sich die Band mit diesem Stil neue, treue Freunde machen kann, denn Alben wie Gigahearts zielen immer noch zu sehr auf niedliche weibliche HIM-Fans ab, dabei dürften diese inzwischen doch schon längst ihr Faible als jugendliche Schwärmerei abgetan haben. Jungs, gebt einfach wieder Gas und lasst die Sau raus!

Veröffentlichungstermin: 01.12.2006

Spielzeit: 43:20 Min.

Line-Up:
Victor Love – Gesang, Gitarre, Synthies, Programming
Alex Vega – Gitarre
Grace Khold – Synthies
Darin Yevonde – Bass

Produziert von Victor Love
Label: Trisol/Soulfood

Homepage: http://www.dopestarsinc.com

Email: info@dopestarsinc.com

Tracklist:
Multiplatform Paradise
Beatcrusher
Braindamage
Lost
Can You Imagine
Play´n´Kill
Bang Your Head
Just The Same For You
Technologic Age
Citizen XT 99
Critical World