DOPE STARS INC.: 10.000 Watts of Artificial Pleasures

Die DOPE STARS liefern den perfekten Soundtrack für den Auftakt einer zu durchzechenden Großstadtnacht!

Mangelndes Selbstbewusstsein kann man den DOPE STARS garantiert nicht vorwerfen. Frech wie Oskar kommen sie gleich beim Opener und Titeltrack mit extrem coolem, herrlich dreckigem Elektrometal gruftigen Zuschnitts um die Ecke gebogen. Was für ein Hit! Unwiderstehliche Synthiewälle, deren Melodie sich den Umweg über die Windungen des Gehörgangs spart und sich gleich direkt in die Hirnrinde fräst. Verzerrter Aggrogesang, dessen Rhythmik auch MARILYN MANSON nicht besser hinbekommen hätte. Tiefe, rotzige Gitarrenakkorde, die zusammen mit dem simplen, zum Tanzen zwingenden Beat für die nötige Energie sorgen. Grandios! Und auch die weiteren Songs dieses Juwels überzeugen vollkommen, was nicht zuletzt daran liegt, dass die DOPE STARS sich musikalisch wie äußerlich nicht als verschrobene, sensible Technikpfriemler präsentieren, sondern ein enormes Maß an Aggressivität und Atmosphäre in die ansonsten einfach gestrickten Songs einbringen und immer die Kurve zu einem megaeingängigen Refrain kriegen. Zum einen sorgt das für die bei Elektrometal seltene Vorstellung, die Mucke könnte beispielsweise auch in einem verrauchten, versifften Club voller Punks funktionieren, zum anderen erreichen sie so ein äußerst eigenständiges Profil, was ansonsten höchstens GOTHMINISTER und THE SCARR gelingt…nur dass die DOPE STARS INC. weitaus unterhaltsamer sind und noch klarer einem roten Faden in all ihren Songs folgen. Weiterer Pluspunkt: die Produktion. Aus der Not, sich keine Hochglanzproduktion leisten zu können, machen die vier eine Tugend, indem sie ihrem Klanggewand einiges an zusätzlichem Dreck und Räudigkeit verleihen, alles in ein rohes, aber stimmiges Gesamtbild bringen und so noch mehr Energie aus ihrem eh schon kraftstrotzenden Repertoire herausholen. Schade nur, dass dieses auf „10.000 Watts of Artificial Pleasures” nur sechs Songs umfasst, komplettiert wird die CD von zwei Remixen des Titeltracks, wobei XP8 den Song in ein heftiges EBM-Gewitter verwandelt, NIGHTSHELL hingegen an der Aufgabe scheitert, eine eigene Version mit ähnlicher Unwiderstehlichkeit wie das Ausgangsmaterial hervorzubringen. Trotzdem gilt: Die DOPE STARS liefern den perfekten Soundtrack für den Auftakt einer zu durchzechenden Großstadtnacht!

Spielzeit: 35:46 Min.

Line-Up:
Victor Love – Gitarre, Gesang, Programming

Grace Khold – Synthies, Samples, Programming

Darin Yevonde – Bass

Brian Wolfram – Gitarre

Produziert von DOPE STARS INC.
Label: Eigenproduktion

Homepage: http://www.dopestarsinc.com

Tracklist:
10.000 Watts of Artificial Pleasures

Plug´n´Die

Infection 13

Self Destructive Corp.

Shock to the System

Generation Plastic

10.000 Watts of Artificial Pleasures (XP8-Remix)

10.000 Watts of Artificial Pleasures (Nightshell-Remix)