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SCORPION MILK: Flesh Masks For Skulls [EP]

Mat McNerney schmiedet das Eisen, solange es heiß ist. SCORPION MILK schieben ein Jahr nach ihrem Debütalbum die EP „Flesh Masks For Skulls“ nach.

Nein, Mat McNerney muss sich mittlerweile nicht mehr darum sorgen, dass man ihn vergessen könnte. Und doch, SCORPION MILK, seine neue Post Punk-Band, steht noch im Schatten von GRAVE PLEASURES, von denen auch wirklich mal wieder was Neues kommen dürfte. Also frischen wir die Erinnerung kurz auf: Verglichen mit GRAVE PLEASURES ist SCORPION MILKs Debütalbum „Slime Of The Times“ etwas weniger zugänglich und hat neben dem Post Punk auch etwas Anarcho-Punk und Industrial in der DNA. Bei „Flesh Masks for Skulls“ kommt das allerdings nicht so sehr durch, die drei neuen Songs sind schon eher klassische Post Punk-Kost. Ein paar Überraschungen gibt es dennoch.

Obwohl „Flesh Masks For Skulls“ nur eine EP ist, haben SCORPION MILK den einen oder anderen Hit darauf stehen.

Die drei neuen Songs der ersten EP-Hälfte haben alle eine jeweils etwas andere Ausrichtung: „Dreaming Skulls“ ist der schmissige Uptempo-Hit, „Crushed Under The Weight“ ist langsam und heavy mit sehr noisiger Schlagseite und insgesamt recht brutal und düster. „Guilty By Default“ als Hit der EP erinnert sehr an die großen BEASTMILK-Zeiten, mit einem treibenden Groove und sehr eingängigen Melodien, inklusive großartigem Chorus. Eine fantastische Nummer! Die zweite Hälfte der EP beginnt mit dem ULVER-Remix von „All Snakes No Ladders“, der fast besser klingt als das Original. Das Drumming wird nicht durch stumpfe Beats ersetzt, stattdessen wird der Song mit Synthesizern in eine Synthwave-Richtung getragen, was der Komposition und der Power der Musik extrem gut steht. Kurz: ein sehr gelungener Remix.

Abgerundet wird „Flesh Masks For Skulls“ von zwei Coverversionen, wobei gerade „What We All Want“ der GANG OF FOUR von SCORPION MILK in einen ganz neuen Kontext gebracht wird. Der Song klingt deutlich düsterer als das funkige Original und dadurch auch heavier und aggressiver, aber es macht deutlich, wie sehr diese Band McNerney inspiriert hat. Weniger gelungen ist der DEVO-Song „Gut Feeling“. Während im Original das knapp zweiminütige Intro durch allerhand Spielereien kurzweilig klingt, zieht sich SCORPION MILKs Version etwas. Auch Mat McNerneys hysterischer Gesang klingt in dieser Version wie ein Fremdkörper, während das Original dadurch eher schrullig wirkt.

Bei den Coverversionen treffen SCORPION MILK nicht immer ins Schwarze: „Flesh Mask For Skulls“ endet etwas unbefriedigend.

Zwar knallen nicht alle sechs neuen Tracks von SCORPION MILK gleichermaßen, aber mit „Guilty By Default“ und dem exzellenten „All Snakes, No Ladders“-Remix trifft McNerney voll ins Schwarze. Wer schon das Debütalbum von SCORPION MILK mochte, kann auch bei „Flesh Masks For Skulls“ bedenkenlos zugreifen, allerdings war „Slime Of The Times“ naturgemäß die rundere Sache. Als Add-on geht diese EP aber mehr als in Ordnung, auch wenn nicht jeder Song darauf ein Knaller ist, siehe „Gut Feeling“. Es bleibt aber zu hoffen, dass SCORPION MILK am Ball bleiben und eine höhere Regelmäßigkeit an den Tag legen als GRAVE PLEASURES.

VÖ: 25. September 2026

Spielzeit: 25:40

Line-Up:
Mat McNerney

Gastmusiker:
Tor Sjöden – Drums
Nate Newton – Bass

Label: Peaceville Records

SCORPION MILK „Flesh Masks For Skulls“ Tracklist:

1. Dreaming Skulls
2. Crushed Under The Weight
3. Guilty By Default
4. All Snakes No Ladders (ULVER Remix) (Video bei YouTube) 
5. What We All Want (GANG OF FOUR Cover)
6. Gut Feeling (DEVO Cover)

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