SAUROS: Offense

Es wird alles kein gutes Ende nehmen. Die Nürnberger Sludge Doom Metal-Band SAUROS hat den Soundtrack dazu geschrieben.

Fällt ein Ring in den Sand, ist es ziemlich wahrscheinlich, dass er spurlos darin versinkt – für euch mit dem Ehering auf einem Beachvolleyballfeld getestet. Ganz anders ist das mit SAUROS: Die Nürnberger Band schlägt jetzt mit ihrem zweiten Album „Offence“ auf und hinterlässt mit ihrer Mischung aus Sludge und rohem Doom Metal einen gewaltigen, unübersehbaren Krater. Und als ob das nicht schon zerstörerisch genug wäre, heißt es im Song „At The End“: „In The End You’re All Alone, In The End Is No One Is Near“. Diese Zeilen brennt Sänger Doc wie mit einer Lötlampe ins Bewusstsein. Da hilft auch der Nachsatz „And You’ll Free From Pain And Fear“ nicht mehr viel weiter, zumal der Song mit den Alarmsignalen einer Intensivstation und dem Dauerton der Flatline endet. Es wird alles kein gutes Ende nehmen und SAUROS haben mit „Offense“ den Soundtrack dazu geschrieben. CELTIC FROST und CROWBAR nennen SAUROS selbst als Einfluss, man könnte noch TYPE O NEGATIVE in ihrer wütenden Anfangs- und depressiven Endphase ergänzen, ein paar klassische BLACK SABBATH-Riffs gibt’s auch zu hören.

„Offense“ passt gut in diese Zeit

Wo eine schlechte Nachricht auf die nächste folgt, reihen SAUROS ein brachiales Riff an das andere. Ein vermeintlich simples Konzept, das aber in seiner Konsequenz umso wirkungsvoller ist. Sänger Doc knurrt gegen die massiven Riffwände und wütet gegen Klimawandel, Spaltung, Ungerechtigkeit, den Verlust von Empathie und Ethik. Such dir einfach deine persönliche Lieblingskatastrophe aus, fündig wirst du garantiert. Der Opener „C2O“ erlaubt nach zwei Dritteln kurzes Durchschnaufen, drückt dann im Verlauf aber wieder umso heftiger aufs Gemüt. „The Doomsayers Are Right“ schleppt sich über fast sieben Minuten durch eine stabgraue Welt, langweilt aber zu keiner Minute, dafür stecken zu viele Details wie gesprochene Passagen, überraschende Gitarrenparts, Tempowechsel (selbstverständlich aber nur ganz weit unten auf der Skala) in dem Song. Mission erfüllt, hier sind Text und Musik eine Einheit: Der Song ist in seiner Eindringlichkeit und dem anklagenden Gesang schwer zu ertragen. Das wird der Klimawandel auch sein. Weghören hilft nicht. Doomseelige Selbstvergessenheit sucht man bei SAUROS ebenso vergeblich wie liebliche Melodien. „Unnatural Selection In The Age Of Crisis“, heimlicher Hit der Platte, ist um ein einprägsames Leadriff clever aufgebaut und bietet das Maximum an Variation, die das Genre erlaubt – und das sind dann doch erstaunlich viele.

DIY aus Überzeugung: SAUROS lassen sich nicht reinreden und machen alles selbst

Für den kompromisslosen Sound von „Offence“ ist wie beim Debüt „Retreat“ (2022 erschienen) wieder Gitarrist Nobbe verantwortlich, Co-Producer war Ron Rauscher. Die beiden haben  genau den richtigen Ton für SAUROS gefunden: rau und ungeschliffen wie ein Monolith in der inzwischen oft viel zu eintönigen, zu Tode kultivierten Landschaft der aktuellen Metal-Veröffentlichungen.

Wir sollten es so machen wie SAUROS: Hinschauen, den Finger in die Wunden legen, bisschen Salz reinreiben, dahin zielen, wo‘s wehtut, beharrlich bleiben, Ärger, Wut und Frust kanalisieren. Vielleicht ist doch nicht alles verloren, auch wenn „Offence“ mit Warnsirenen und einer Explosion endet. Es ist nur ein unbedeutendes Detail, aber der Ring ist beim nächsten Training entgegen jeder Wahrscheinlichkeit wieder aufgetaucht.

„Offense“ bekommt man via Bandcamp als Download, CD oder LP. Nicht verpassen sollte man SAUROS bei einem dieser Konzerte: 

  • 28.11.2027 Nürnberg Mono-Ton Records 
  • 30.01.2027 Essen, Don’t Panic
  • 13.02.2027 Nürnberg, Kunstverein

 

Label: Einproduktion

VÖ: 4. September 2026

SAUROS „Offense“ Tracklist & Cover

C2O (Stream bei Bandcamp)
Offense
The Doomsayers Are Right (Stream bei Bandcamp)
In The End
Grey Ignorance
A New Ego In Nihilism
Misanthropic Freedom
Unnatural Selection In The Age Of Crisis (Stream bei Bandcamp)
Nostalgic Anxiety

 

SAUROS Line-up:

  • Doc (Vocals)
  • Nobbe (Guitar, Backing-Vocals)
  • Seb (Bass)
  • Frank (Drums)

Mehr im Netz: 

sauros.bandcamp.com/

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