OZZY OSBOURNE mit Chris Ayres: Last Rites

Wenn man Last Rites in die Hand nimmt, spürt man sofort: Das ist kein gewöhnliches Buch. Es ist das Goodbye eines Mannes, der das Rock-Genre über Jahrzehnte geprägt hat – und der genau weiß, dass dies sein Abschied ist. Ozzy blickt zurück auf ein Leben, das so unwahrscheinlich war wie kaum ein zweites.

Wenn man Last Rites in die Hand nimmt, spürt man sofort: Das ist kein gewöhnliches Buch. Es ist das Goodbye eines Mannes, der das Rock-Genre über Jahrzehnte geprägt hat – und der genau weiß, dass dies sein Abschied ist. Last Rites ist Ozzy Osbournes zweite und finale Autobiografie, geschrieben zusammen mit Chris Ayres, der ihm bereits bei „I Am Ozzy“ 2009 zur Seite stand. Doch während das erste Buch eine Rückschau auf ein Leben voller Exzesse war, ist Last Rites etwas anderes: ein bitter-süßer, manchmal erschütternder Bericht über die letzten sieben Jahre eines Mannes, der langsam, aber unweigerlich den Kampf gegen seinen eigenen Körper verliert.

Das Buch spannt den Bogen von der No More Tours II-Tour bis hin zum legendären Back to the Beginning-Konzert – Ozzys letzte Bühnenshow, die er nur 17 Tage vor seinem Tod absolvierte. Dazwischen liegt eine Odyssee durch Krankenhausflure, Operationssäle, Schmerz und Depression.

Schreibstil: Authentisch, roh, Ozzy

Doch Last Rites ist nicht nur ein Krankenbericht. Ozzy blickt zurück auf ein Leben, das so unwahrscheinlich war wie kaum ein zweites. Er erinnert sich an verstorbene Freunde wie John Bonham und Lemmy Kilmister, reflektiert über seine Karriere mit Black Sabbath und als Solokünstler, und erzählt, wie das Album „Ordinary Man“ (2020) unter dem Einfluss seiner Tochter Kelly entstand – ein Projekt, das ihm in einer dunklen Phase nach der Wirbelsäulen-OP wieder Lebensmut gab. Die Zusammenarbeit mit Post Malone, Slash, Duff McKagan und sogar Elton John zeigt einen Sänger, der trotz allem nie den Glauben an die heilende Kraft der Musik verlor.

Wer Ozzys erste Autobiografie gelesen hat, weiß, was ihn erwartet: Ein Schreibstil, der so klingt, als würde der Prince of Darkness persönlich auf der Couch neben einem sitzen und Geschichten erzählen. Der Ton ist direkt, manchmal grob und oft urkomisch. Ozzy spricht den Leser direkt an, ohne Filter, ohne Anstandsdame.

Allerdings gibt es auch Kritikpunkte: Für langjährige Fans wiederholt sich einiges. Die Fledermaus, die Tauben, der Mordversuch an Sharon – Geschichten, die jeder Ozzy-Fan schon hundertmal gehört hat, tauchen erneut auf. Das kann an manchen Stellen etwas ermüdend wirken, wenn man auf neue Enthüllungen hofft.

Fazit: Ein würdiger Abschied

Last Rites endet mit einem Satz, der alles zusammenfasst, was Ozzy Osbourne ausmacht: Er verbrachte sein Leben damit, Drogen zu nehmen, um ein besonderes Gefühl zu jagen – doch das glücklichste Gefühl hatte er immer dann, wenn er auf der Bühne stand und seine Fans jedes Wort seiner Songs mitsangen.

Ein Dokument eines Lebens, das so unglaublich war, dass es sich kaum erfinden ließe.

 

Hardcover: 352 Seiten

Verlag: Heyne Hardcore Verlag, 3. Auflage (2025)

ISBN: 978-3-453-21918-2

Größe: 13,5 x 21,5 cm

24,00 Euro