OLD RUINS: Mount Arreat

Drei Jahre nach “Always Heading East” nehmen uns OLD RUINS erneut mit auf eine Reise in die Welt der Diablo-Spielreihe. Und der Mix aus epischem Heavy Metal und melodischem Black Metal funktioniert auch auf dem zweiten Album hervorragend.

OLD RUINS nehmen uns erneut mit nach Sankturio, der Welt, in der die Diablo-Reihe spielt. Diesmal geht es also zum Berg Arreat, von dem ich euch jetzt gerne was erzählen würde, aber nicht kann, da ich aber immer noch keinen einzigen Diablo Teil gespielt habe. Aber man kann die Musik von OLD RUINS ja auch gut finden, ohne knietief in der Diablo-Lore zu stecken, hat zumindest bei mir bisher ja auch gut funktioniert – siehe meine Rezensionen zur selbstbetitelten EP und dem Debütalbum „Always Heading East„. Wer die Band noch nicht kennt, dem sei gesagt, dass OLD RUINS stilistisch irgendwo zwischen klassischem Heavy Metal und melodischem Black Metal unterwegs sind. Dabei klingen sie aber eher wie eine Heavy Metal-Band, die auch Black Metal-Elemente nutzt und nicht wie eine Black Metal-Truppe, die jetzt Heavy Metal macht, wenn ihr versteht, was ich meine.

OLD RUINS kombinieren epischen Heavy Metal und Black Metal auf “Mount Arreat” in Perfektion

Was die Black Metal-Elemente angeht, so würde ich diese zum einen in der melodischen Schweden-Schule als auch bei IMMORTAL zu “Sons Of Northern Darkness” oder auch “At The Heart Of Winter”-Zeiten verorten. An letztere erinnert mich zum Beispiel das Hauptriff von “Call To Arms”. Aber fangen wir vorne an, denn da steht mit “Once There Was Light” gleich ein Highlight. Los geht es mit Tremolo-Riffing und beinahe schon entspannten Drumming, bevor die Double Bass gezündet wird. Der heisere Gesang von Christian Krajewski wird im Mittelteil, passend zu den ruhigen, unverzerrten Gitarren, kurz durch melodischen Klargesang ersetzt, dann wird der Song episch und die letzten zwei Minuten gibt es ein starkes Gitarrensolo. Großes Kino Jungs!

Am besten gefallen mir OLD RUINS, wenn sie die großen, epischen Hymnen auspacken

Mit “Gates Of Harrogath” gibt’s danach erstmal mit dem groben Knüppel. Solides Geballer, vergleichsweise simpel gestrickt, allerdings ebenfalls mit einem schönen Solo im Mittelteil garniert. Ich muss allerdings sagen, dass die Songs, in denen OLD RUINS gröber zu Werke gehen, mir deutlich weniger geben als die epischen Hymnen, zu denen diese Band im Stande ist. Das tun sie auf “Mount Arreat” erfreulicherweise aber auch nicht zu oft. “Uileloscadh Mor” (GESUNDHEIT!) ist mit siebeneinhalb Minuten das längste Stück auf “Mount Arreat” und entwickelt sich langsam, vom schleppenden, trostlosen Beginn zu einer massiven Walze. Zwischendurch gibt es auch mal etwas Melo Black Metal-Raserei und episch stampfende Passagen, alles wunderbar ineinander fließend. Das Spiel mit den Tempowechseln haben OLD RUINS schon drauf.

Mit “Mount Arreat” werden OLD RUINS ihre Fans glücklich machen und hoffentlich viele neue dazu gewinnen

Das nächste große Highlight kommt mit dem Titelsong, der mit unverzerrten Gitarren, Flöte (?) und einem Adlerschrei beginnt und sich dann zu einem Up Tempo-Banger entwickelt, der auch mit Klargesang funktionieren und als astreine Epic Metal-Nummer durchgehen würde, auch wenn es einen kurzen Black Metal-Part gibt. Epischer Headbanger-Shit, Leute! Der “Lord Of Destruction” schleicht sich erstmal langsam heran, um dann nach zwei Minuten erst trashig und dann nochmal kurz schwarzmetallisch drauf zu hauen, bevor es mal wieder Zeit für Leadgitarren-Action wird, inklusive zweistimmigen Solo zum Ende. Mit “Tyraels Despair” gibt es dann den großen, epischen Abschluss, wieder mit starker Gitarrenarbeit, verzweifeltem Klargesang zum Schluss und musikalisch noch mal einem Ritt von epischem Heavy Metal bis zu ebensolchem Black Metal.

Mit “Mount Arreat” stellen OLD RUINS ihrem starken Debüt “Always Heading East” einen mindestens gleichwertigen Nachfolger zur Seite. Fans der Band können also blind zugreifen und jeder, der mit dem hier beschriebenen Stilmix etwas anfangen kann, sollte die Gelsenkirchener ebenfalls in sein schwarzes Herz schließen.

Veröffentlichungsdatum: 18.09.2026

Spielzeit: 46:40

Line-Up:
Christian Krajewski – lead guitar , Vocals
Ersin Kara- guitar
Oliver Krajewski- bass
Mike Gelnar – drums

Label: Sick Taste Records

Bandcamp: https://oldruins.bandcamp.com
Instagram: https://www.instagram.com/oldruins.official
Facebook: https://www.facebook.com/OldRuinsGE

OLD RUINS „Mount Arreat“ Tracklist

01. Once There Was Light 5:48 (Video bei YouTube)
02. Gates Of Harrogath 4:52
03. Call To Arms 5:02
04. Uileloscadh Mor 7:27
05. Nihlathak 5:15
06. Mount Arreat 6:25
07. Lord Of Destruction 5:37
08. Tyrael’s Despair 6:16 (Video bei YouTube)