BLACKMORE´S NIGHT: Nature’s Light

Äh nein, ein Review zum neuen Album “Nature’s Light” von BLACKMORE´S NIGHT zu beginnen mit der Story von Gitarrenlegende Ritchie Blackmore und DEEP PURPLE und RAINBOW und so macht wenig Sinn. Upps… doch passiert, irgendwie unvermeidbar. Aber nach 23 Jahren und zehn Alben steht BLACKMORE’S NIGHT für sich, als das Renaissance/Folk Rock-Duo aus eben Herrn Blackmore und seiner Frau Candice Night. Da ist die Zeit BLACKMOREs als Gitarrenheld der frühen Hard Rock-Zeit genauso weit weg wie gefühlt der letzte Besuch eines Mittelaltermarktes mit seinem fantasievoll gewandeten Volk, den betörenden Düften und Trunken. Ok ok, so bin ich nun schon das zweite Jahr König zu Hoya, man opfert ja nicht umsonst Gemahlin und Pferd für diesen Titel. Aber natürlich macht das Flair dieser Märkte auch die passende Musik aus. Zumindest hier trösten uns Candice und Ritchie und helfen uns durch diese seltsame Zeit. Wo uns das Duo mit der EP “Here We Come A-Caroling” bereits mit besinnlichen Klängen auf die Weihnachtszeit einstimmte, ist es nun an “Nature’s Light”, uns schöne Musik für den hoffentlich bald kommenden Frühling zu schenken.

BLACKMORE’S NIGHT schenken uns auf “Nature’s Light” schöne Musik für den hoffentlich bald kommenden Frühling

So mag der Opener “Once Upon December” uns erst nochmal zurück in den Winter schicken. Ein schöner Einstieg zum Mitschunkeln, wenn nebenher das Kaminfeuer knistert denkt man sofort wieder entrückt an Lagerleben bei Fackelschein, Met, Honigbier und gesellige Freunde. Das greift auch “Four Winds” auf, das mit Getröte und guter Laune zum Tanze lädt. “Feather In the Wind”, das beswingte “The Twisted Oak” und der mit erhabenen Fanfaren daher kommende Titeltrack führen einen erfolgreich in andere Zeiten und wer mag Fantasiewelten. Eigentlich genau das, was man von BLACKMORE’S NIGHT erwartet. Man ist entzückt, vor allem wieder von Candice’ Stimme, und freut sich tatsächlich direkt auf das baldige Erwachen von Mutter Natur, die ersten Blümchen drücken sich im Garten ja schon raus. Und die ersten Mücken tanzen romantisch im Sonnenlicht, wie hübsch.

Gewohnte Klänge vom Renaissance/Folk-Duo BLACKMORE’S NIGHT und ein wenig mehr

So schön diese Songs auch sind, ein bischen mehr hat sich das Duo schon einfallen lassen. Das Instrumental “Darker Shade of Black” zeigt sich als Fantasy-Fassung von PROCOL HARUMS “A Whiter Shade Of Pale” als Soundtrack der Mittelalterversion von “Spiel mir das Lied vom Tod”. Der sphärische Singsang klingt arg aus dem Computer gezogen und aufgesetzt. Dafür dürfen wir aber endlich mal die Stratocaster hören, Herr Blackmore liefert ein schönes Solo. Eine fette Orgel macht sich breit, aber nein, DEEP PURPLE sind weit weg. Es wird gebluesrockt, Herr Blackmore widmet das Instrumental “Der Letzte Musketier” seinen beiden verstorbenen Kollegen von DIE DREI MUSKETIERE. Seiner Band zu Millitärzeiten hier in Deutschland, bevor es zurück in der Heimat mit DEEP PURPLE Richtung Rockgeschichte ging. Nett anzuhören, die Gitarrenlegende an der E-Gitarre geht immer.

Bekannte Coversongs und familiäre Stimmen auf “Nature’s Light”

Warum man nochmals “Wish You Were Here” aufgenommen hat, das bereits auf dem 97er “Shadow Of The Moon”-Album zu finden war, nun ja. Aber gern, im Original von den Schweden REDNEX mag ich die piepsige Stimme von Annika Ljungberg nicht wirklich. Die geschmeidige Stimme von Candice Night hingegen verleiht dem schönen Song Tiefe und lädt zum sentimentalen Träumen ein. Beim tänzelnden “Going To The Faire” zieht es uns nochmal in die Renaissance. Zu hören gibt es hier Backings von der zwölfjährigen Tochter Autumn und dem zehnjährigen Sohn Rory, schöne Idee. Beim abschließenden ruhigen “Second Element” schickt man einen Gruß an Celtic-Diva SARAH BRIGHTMAN. Ein schöner Song, ein tolles Gitarrensolo, das so aber auch von DAVID GILMOUR hätte kommen können.

Wer die Klänge von BLACKMORE’S NIGHT mag, der erfreut sich an den neuen Songs

Was bietet uns denn nun “Nature’s Light”? Wer die Klänge von BLACKMORE’S NIGHT mag, der erfreut sich an den Songs, die absolut Spaß machen und tatsächlich die Freude auf den Frühling heben. Zwei bis drei Songs als Highlights für Live-Auftritte finden sich auch. Der Mix aus Klängen der Renaissance, Mittelalter-Flair und Singer-Songwriter stimmt auch auf dem neuen Album. Gut, dass man auch mal von den selbst gesetzten Klischees wegrückt und die Stratocaster mal lautstark singen darf. Mir macht das Album Spaß, das auch mit schöner Aufmachung daher kommt. Abgesehen vielleicht vom seltsamen “Darker Shade Of Black”, das der schwarzen Skiptaste ihre Berechtigung sichert. Davon abgesehen verbreitet “Nature’s Light” gute Laune und lädt zum Träumen ein von Mittelaltermärkten, Fantasiewelten oder einfach vom anstehenden Frühling. Da kann man nun schonmal vorfeiern, auch weil BLACKMORE’S NIGHT “Nature’s Light” bereits zum Reinhören bereitgestellt haben.

BLACKMORE´S NIGHT: “Nature´s Light”-Prelistening bei youtube

Ebenso gibt es ein interessantes Interview zum neuen Album:
BLACKMORE´S NIGHT: Interview zum “Nature´s Light”-Album bei youtube

Veröffentlicht am 12.03.2021

Spielzeit: 41:25 Min.

Lineup:
Candice Night – Vocals, Woodwinds, Tambourines
Ritchie Blackmore – Guitar, Hurdy-Gurdy, Nickelharpe, Mandola

Gäste:
Bard David of Larchmont – Keyboards, Backing Vocals
Earl Grey of Chimay – Bass, Rhythm Guitar
Troubadour of Aberdeen – Percussion
Scarlet Fiddler – Violin
Lady Lynn – Backing Vocals

Label: earMUSIC

Homepage: https://www.blackmoresnight.com

Mehr im Web: https://www.facebook.com/blackmoresnightofficial

Die Tracklist von “Nature’s Light”:

1. Once Upon December(Video bei youtube)
2. Four Winds (Video bei youtube)
3. Feather In the Wind
4. Darker Shade Of Black (Instrumental)
5. The Twisted Oak
6. Nature’s Light (Video bei youtube)
7. Der Letzte Musketier (Instrumental)
8. Wish You Were Here
9. Going To The Faire
10. Second Element