SCHOOL OF ROCK [Filmkritik]

SCHOOL OF ROCK [Filmkritik]

Vergessen wir Geschichte und Botschaft des Films – die ausgelutschte Nummer über Unkonventionalität, Mannschaftsgeist, die Überwindung eigener Schwächen und die entkrampfende Wirkung der Beatmusik wurde wirklich schon oft genug erzählt. Was als Sportfilm (bevorzugt als Portrait einer hoffnungslosen Baseballmannschaft, die am Ende den Pokal holt) klappt, funktioniert auch als Rock’n’Roll-Variante des „Clubs der toten Dichter“.

Dewey Finn, arbeitsloser Vollblut-Rockmusiker in Zahlungsschwierigkeiten, erschwindelt sich einen Job als Aushilfslehrer an einer Elite-Grundschule, um vor der versammelten Klasse entsetzt feststellen zu müssen, dass keiner der Dreikäsehochs jemals von Led Zeppelin, AC/DC oder Motörhead gehört hat. Das muss sich ändern: Statt Algebra und Grammatik stehen künftig Rocktheorie und Rockverständnis auf dem Stundenplan, als Hausaufgabe gibt´s Alben von Rush, Yes und Pink Floyd zum Analysieren mit, und den Nachmittag über wird das Erlernte dann handfest und praxisnah in die Tat umgesetzt. Mit der Schülerband will Finn am „Battle Of The Bands“-Wettbewerb teilnehmen, wo dem Sieger 20.000 Dollar winken…

„School Of Rock“ (Regie: Richard Linklater) lebt ganz klar von Hauptdarsteller Jack Black („High Fidelity“). Der singt im wirklichen Leben bei der anarchistischen Comedyrocktruppe Tenacious D. und kennt sich aus im Genre, entsprechend treffend sitzen Wortwitz und Situationskomik. „Ich diene der Gesellschaft an vorderster Front, indem ich die Menschen mit meiner Musik befreie“, erklärt der schwergewichtige Mit-Dreißiger und ermahnt den Streber am Klassenkeyboard: „Hey Lawrence, hör’ auf zu lesen – jetzt wird gerockt!“

Flach, völlig überraschungsfrei und mit der ein- oder anderen Länge, ist „School Of Rock“ für Rockfans dennoch ein liebevoller, respektloser und recht unterhaltsamer Schmarrn geworden.

gnadiator
Stef (aka “gnadiator”) steuert seit 2002 immer wieder Konzertberichte, Interviews, Reviews oder Filmkritiken bei.