KEEP IT TRUE 8: Der Festivalbericht

KEEP IT TRUE 8: Der Festivalbericht


Cauldron | Bullet | Twisted Tower Dire | Defender | Piledriver | Destructor | Lethal | Sabbat | Diamond Head | Lääz Rockit

(Halb-)Jahr für (Halb-)Jahr fällt es schwerer, sich noch ein paar einleitende Worte zum KEEP IT TRUE-Festival aus den Fingern zu saugen. Vielleicht sollte man darin auch gar nicht zu viele Mühe vergeuden und die Music das talken doen lassen – um es mal in Klaus Meine-Deutsch zu sagen. Denn schließlich hat sich das Publikum inzwischen derart eingependelt, dass man niemandem, der sich für das Festival interessiert, noch erzählen muss, was einen erwartet. Die Veranstalter halten auch bewusst an ihrem Erfolgsrezept fest und erweisen sich genauso Verschlechterungen gegenüber resistent, wie auch Verbesserungen. Letzteres ist natürlich äußerst schade, denn der Hauptkritipunkt beim KIT bleibt nach wie vor bestehen: der beschissene Sound. Hatte man kurzfristig die Hoffnung, dass das KEEP IT TRUE-Team irgendwann das Maximum aus der Halle herausgekitzelt und einen nicht perfekten, aber akzeptablen Klang zu Wege gebracht hat, sah man sich im April 2007 zum Großteil einer Katastrophe konfrontiert. Das war zwar der grundsätzlichen Stimmung nicht ernsthaft abträglich, denn Spaß hatte man einmal mehr zu Hauf auf diesem Festival, aber es litten doch einige Auftritte darunter. Zudem muss man sagen, dass das Billing nicht zu sehr mit großen Highlights bestückt war – die LETHAL-Götterdämmerung mal vollkommen ausgeklammert – und so alles irgendwie wie das große Durchatmen vor der Zehn-Jahre-KIT-Jubiläumsveranstaltung wirkte. Und das verspricht wirklich jetzt schon, ein ganz großes Highlight zu werden und so verblassen die Erinnerungen an diesen achten Event durch die Vorfreude auf das nächstjährige Festival! Dann aber um der Götter Willen bitte bitte bitte mit einem gescheiten Sound!!!!

Nichtsdestotrotz bleibt das Gesamtfazit für das achte Festival positiv: Einmal mehr gab es ein Rundumsorglospaket für traditionelle Metaller: Metalbörse, die einem magnetisch das Geld aus der Tasche zog, strahlendes Wetter für Dutzende Minigrillparties auf dem Parkplatz, vor der Halle ein Verkehrsübungsplatz als Formel 1-Ersatz, direkter Kontakt mit vielen Musikern, Wiedersehen mit Kumpels und Gleichgesinnten, zahlreiche verrückte Fans aus ganz Europa, dazu quasi eine Gratismodenschau in Sachen Kult-T-Shirts und ein reibungslos durchgezogenes Musikprogramm auf der Bühne.

Cauldron

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Cauldron
Ein großartiger Auftakt für die Zeitreise in die 80er – CAULDRON

Die Kanadier CAULDRON waren mal wieder ein perfekter Einstieg für diese eintägige Zeitreise. Das Trio zeigte sich in bester 80er-Metal-Tradition und schaffte es mit seinem Heavy bis Thrash-Metal der dreckigen Sorte schon zu früher Stunde, ordentlich Leute vor die Bühne zu ziehen und diese zu lautstarkem Applaus zu bewegen. Eine Band, die derart authentisch und ehrlich rüber kommt, hat auf einem Festival wie dem KEEP IT TRUE aber auch leichtes Spiel.
Die GOAT HORN-Nachfolgeband gab ihrer kleinen, aber bereits jetzt schon fanatischen Fanschar genau das Futter, nach dem es lechzte. CAULDRON fühlten sich auf der Bühne sichtlich wohl und agierten sowohl selbstsicher, als auch als echte Metal-Fans, die entgegen allen Trends eben diese Fans geblieben sind, die sie schon früher waren. Das Trio brachte Bewegung auf die Bühne, spielte hittige 80er-Metal-Songs mit dem richtigen Gespür für diese Art von Musik und wurde seiner Anheizer-Rolle absolut gerecht. CAULDRON sind nicht die neue Metal-Offenbarung, aber auf jeden Fall ein echter, hochkarätiger Underground-Act – somit stimmte sowohl die Auswahl der Band für dieses Festival, als auch die Position auf dem Billing. (Fierce)

Bullet

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Bullet
Wenn eine Band derart authentisch den Achtzigern enstprungen zu sein scheint, dann kann sie nur aus Schweden stammen – BULLET

Wenn eine Band derart authentisch den Achtzigern entsprungen zu sein scheint, dann kann die heutzutage ja eigentlich nur aus Schweden kommen. BULLET sollte man dabei gar nicht zu schnell in die AC/DC-Cover-Schublade stecken, denn spätestens wenn man die Truppe mal live gesehen hat, erkennt man schnell, dass der Unterhaltungsfaktor dieser Truppe weit darüber hinaus geht, um nur in irgendwelchen Festzelten punkten zu können. Klar: Die Musik von BULLET ist zu sehr an die frühen Tage der australischen Hard Rock-Megaseller angelehnt, als dass man den Vergleich meiden könnte. Auf der Bühne hat das Ganze aber mehr etwas von thrashigem 80er-Kult, der mit einer riesigen Portion Spaß und Verrücktheit performt wird. Im Mittelpunkt Sänger Hell Hofer, der wie eine Mischung aus Bon Scott (nur stimmlich!!!), Udo Dirkschneider und Messiah Marcolin (nur optisch!!!) rüberkommt, daneben zwei blonde schwedische Sunnyboys mit nacktem Oberkörper, inklusive offener Lederjacke und hochgekrämpelten Ärmeln. Dann noch Halbglatze Lenny Blade in der Frontreihe dazu und schwups hat man eine Konstellation auf den Brettern, die eine gehörige Portion Rock´n´Roll und puren Metal-Fun verspricht. Über die Songs braucht man dabei nicht zu viel sagen – die sind bewusst einfach gehalten und umso erstaunlicher ist es, mit welcher Leichtigkeit BULLET echte Hits an den Start bringen, ohne dabei einfach nur die alten AC/DC– oder die rockigen ACCEPT-Hits zu kopieren. Hier zeigen die Schweden ein richtig gutes Gespür für Songwriting, was dann auch verantwortlich dafür ist, dass sich die gute Laune über einen kompletten Gig hinweg hält, nachdem das erste Aha-Erlebnis schon lange abgeflacht ist. BULLET schlugen sich verdammt gut und heizten die Stimmung im Publikum mächtig an – kein Wunder dass dieses dann am Ende des Auftritts auch sofort mit Zugabe-Rufen dabei war. Definitiv Daumen hoch also, für diesen Haufen Verrückter – eine Tour gemeinsam mit WOLF wäre vermutlich das ultimative Schweden-80er-Metal-Paket. (Fierce)

Twisted Tower Dire

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Twisted
Neuzugang Aune mühte sich – aber der Sound gab TWISTED TOWER DIRE den Todesstoß.

TWISTED TOWER DIRE hätte ich vor dem KEEP IT TRUE bescheinigt, dass sie an diesem Tag als die absoluten Gewinner heimgehen werden. Überraschung: Sie gehörten leider leider zu den Verlierern des Festivals und das lag nur zu Teilen an der Band selbst. Schon vom ersten Ton an verhunzte der Sound den Auftritt dermaßen, dass es bisweilen zur echten Qual wurde, sich die Show anzusehen. Dabei ging die Ami-Truppe wie gewohnt mit viel Energie und Spielfreude auf die Bühne, wobei alle Aufmerksamkeit natürlich von Anfang an auf Neuzugang Johnny Aune am Mikro konzentriert war. Überraschend wenige Leute hatten sich vor der Bühne eingefunden und im Verlauf des Gigs sollten es auch immer weniger werden. Dabei war Aune von Anfang an bemüht, die Lücke, die sein Vorgänger Tony Taylor hinterließ, so gut es ging auszufüllen. Aber das zurückgelassene Paar Schuhe war zu groß, als dass Johnny hineinpassen wollte. Schon von der Ausstrahlung her passt er nicht so gut zum Sound von TWISTED TOWER DIRE und trotz einer guten gesanglichen Leistung reichte es weder vom Ausdruck, noch in Sachen Eigenständigkeit aus. Man hat fast schon ein bisschen Mitleid, denn der Mann meint es offensichtlich ehrlich und steckt alle Energie in seinen Auftritt. Doch wie bereits zuvor erwähnt, nahm in erster Linie der grottenschlechte Sound jegliche Kraft aus der Musik und selbst bei markanten Nummern wie Axes & Honor fiel es schwer, den Song aus dem Soundbrei herauszuhören. Also ließ auch ich mich zum scheinbaren KIT-No Go *rumschwuchtel* verleiten – zumindest wenn ich mir die Reaktionen auf Agonys&Ecstasys letztjährigen Bericht zum PARADOX-Auftritt so betrachte – und verfolgte den Rest des Gigs von der Essens-Warteschlange aus, von wo man eben hervorragend auf die Bühne blicken kann und man soundmäßig keinerlei Einschränkung erfährt. Doch auch das machte die Sache nicht erträglicher und nach zirka drei viertel des Gigs verließ ich angenervt, mit einem Schnitzelwecken ersatzbefriedigt die Halle. Sowas haben TWISTED TOWER DIRE echt nicht verdient. (Fierce)

Defender

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Defender
Sänger Simon Menting sammelte massenhaft Sympathiepunkte durch sein ungezwungenes Auftreten und seine gute Gesangsleistung – DEFENDER

Obwohl DEFENDER zu den Opfern des Soundbreis und des sonnigen Wetters gehörten, schlugen sich die Holländer wacker. Besonders Sänger Simon Menting hatte sichtlich Spaß auf der Bühne. Wenn er nicht gerade leidenschaftlich sang, war er ständig in Bewegung, schnitt Grimassen und kletterte zuletzt noch auf einen der Boxentürme. Da konnten seine Kollegen nicht ganz mithalten, zumal sie spieltechnisch mehr in die Musik eingebunden waren. Der Auftritt von DEFENDER spiegelte entsprechend die herrschende Stimmung perfekt wider: Einerseits donnerte traditioneller Metal mit Melodie und Geschwindigkeit durch die Luft, andererseits wirkte die Band unverkrampft und feierte mit den anwesenden Fans eine Party. Wie angekündigt gab es zwischendurch Auswechslungen einzelner (Ex-)Mitglieder, was den Fluss des Auftritts jedoch nicht beeinträchtigte. Da war es schon auffälliger, dass neben älteren (The Redeemer, City Ad Mortis) und neueren Stücken (Labour Liberates) gleich zwei Coverversionen auf der Setlist standen: Metal Church (METAL CHURCH) und Alison Hell (ANNIHILATOR). Damit konnte die Band bei den meisten Leuten in der Halle punkten. Die Langzeitfans hätten sicherlich lieber zwei weitere Eigenkompositionen gehört. Aber sie feierten, bangten und applaudierten natürlich trotzdem. Zum Schluss standen alle sieben Musiker gleichzeitig auf der Bühne und zockten eine bärenstarke Version von Defender, bei der man noch einmal prima mitsingen konnte. Schön. (Jutze)

Piledriver

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Piledriver
Ein Kapitel mehr im langen KIT gräbt Scheintote aus-Buch – PILEDRIVER

Warum Herr Kirchin seinem Pseudonym PILEDRIVER den Zusatz The Exalted vorangestellt hat, wurde unmittelbar ersichtlich, wenn man einen Blick auf das Bühnenoutfit des gewichtigen Sängers geworfen hatte.
Lederriemen, Maske und Spike-bewährte Lederkappe kennt man sonst nur aus dubiosen Nicholas Cage-Filmen. Aber so wollen wir Frontmann Gord Kirchin nebst Anhang sehen, der mit extrem billigen Pseudonymen und ebensolchen Outfits auf der Bühne aufschlug. Die Halle war dann auch gut gefüllt, um Pile Driver und The Fire God abzufeiern. Danach präsentierte man mit Blood Bath den ersten neuen Track vom (angeblich irgendwann
erscheinenden) neuen Studioalbum Metal Manifesto. Witch Hunt brachte dann die Stimmung wieder auf einen Höhepunkt und auch das folgende Metal Manifesto konnte durch seinen einfachen Aufbau direkt mitgegröhlt werden. Sex With Satan, Executioner und das vielfach verlangte Metal Inquisition bildeten den Abschluss einer Performance, die vom Publikum lauthals gefeiert wurde. Ein Kapitel mehr im langen KEEP IT TRUE gräbt Scheintote aus-Buch. If you´re not a metalhead, you might as well be dead! (Wings)

Destructor

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Alle, die man nach der Performance DESTRUCTORs am Abend der Warm-up Show fragte, bekamen sofort glänzende Augen. Dementsprechend hoch waren die Erwartungen an die Amis, die für ARTILLERY am Samstag einsprangen. Die US-Power-Thrasher mühten sich mit einer aggressiven Bühnenshow und ebenso klischeebeladenen wie heftigen Titeln wie Blackest Night, Storm Of Steel, World Of War, Iron Curtain, Overdose oder Maximum Destruction dann auch redlich, allein der Funke wollte nicht so recht überspringen. Lag es am matten Sound, an den übersteigerten Erwartungen oder war der letzte Schwung nach dem umjubelten Gig vom Vortag ein wenig raus? Jedenfalls leerte sich die Halle zusehend. Nicht mal Top-Level-Kracher wie Sonic Bullet konnten die Metalheads von den Verkaufsständen oder dem sonnigen Parkplatz wieder zurück vor die Bühne locken. Schade, machten die Jungs aus dem Auburn Records-Stall doch durchaus einen motivierten und spielfreudigen Eindruck. (Wings)

Lethal

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Lethal
Der Auftritt von LETHAL war göttlich! Tom Mallicoats Gesang war einfach nur grandios. Und sein Hut – nun ja… unmodisch?!

Mit Spannung erwartet, übertrafen LETHAL sämtliche Erwartungen. Schon beim Opener Fire In Your Skin fiel es schwer, den eigenen Augen und Ohren zu trauen. War dieser Mensch mit den Sporthosen und dem Hut wirklich einer der besten Metal-Sänger aller Zeiten? Direkt im Anschluss räumte der Titeltrack des Debüts Programmed die letzten Zweifel aus. Dort stand tatsächlich Tom Mallicoat auf der Bühne und sang wie ein junger Gott! Trotz der suboptimalen Klangbedingungen traf er jeden Ton mit erschreckender Präzision und ansteckender Leidenschaft. Seine Bandkollegen machten unterdessen mächtig Dampf. Dass Gitarrist Eric Cook aufgrund einer Handverletzung lediglich zweimal mit der Band geprobt hatte, merkte man zu keinem Zeitpunkt. Mit traumwandlerischer Sicherheit spielten er und David McElfresh die Riffs und Soli, wobei selbst die progressiveren Stellen heavy und mitreißend klangen. Ich weiß nicht, wer mehr erstaunt war: die Fans über die geniale Darbietung oder die Band über die euphorische Publikumsreaktion. Jedenfalls überschlug sich der Jubel und angespornt davon verwandelten LETHAL Swim Or Drown in ein atemberaubendes Stück Metal, das mir Freudentränen in die Augen trieb. Spätestens nach diesem Song stand der vordere Teil der Halle Kopf und Tom Mallicoat hatte große Mühe zu Wort zu kommen. Die Akustik verschluckte schließlich seine Ansage, was nicht weiter störte. Denn man konnte auch so sehen, dass die Band sichtlich gerührt war. Im Mittelpunkt des knapp einstündigen Auftritts stand ganz klar das Programmed-Material. Aber auch der Ausflug zum Poison Seed-Album in Form von Down wurde vom Publikum wohlwollend aufgenommen. Weitere Begeisterungsstürme lösten schließlich Songs wie Immune, What They´ve Done und das abschließende Killing Machine aus. Und immer wieder zwickte ich mich ungläubig, weil Tom Mallicoat absolut beängstigend genial sang. Zwischen den Stücken gab es immer wieder LETHAL-Sprechchöre und sowohl vor, als auch auf der Bühne erblickte man ausnahmslos glückliche Gesichter. Es ist sehr lange her (und kam nur selten vor), dass mich eine Metal-Band live derartig mitgerissen hat. Es lag Magie in der Luft und nicht wenige liefen nach dem Auftritt stundenlang mit leuchtenden Augen durch die Gegend, unfähig etwas anderes zu sagen als: Das war einfach nur göttlich! bzw. Warum nur dieser Hut?

Sabbat

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Sabbat
Supertight und mit einem der lustigsten und sympathischsten Frontmänner ausgestattet – SABBAT

Als erste Band nach meinen persönlichen Göttern LETHAL zu spielen, konnte eigentlich nur tödlich sein. Die für einige Gigs reformierten Briten-Thrasher SABBAT haben die Aufgabe mit Bravour gelöst, außerdem ist ex-SKYCLADler Martin Walkyier eben nach wie vor einer der lustigsten und sympathischsten Frontmänner der Szene, die deutschen Ansagen taten ein Übriges, um das Publikum umgehend auf seine Seite zu ziehen. Trotz des vor allem im Klampfenbereich etwas undifferenzierten Sounds überzeugten SABBAT auf ganzer Linie, verzichteten logischerweise auf Songs des dritten Albums und hauten dem gierigen Publikum verkannte Klassiker wie Behind The Crooked Cross, The Clerical Conspiracy, I For An Eye oder Do Dark Horses Dream Of Nightmares um die Ohren. Einmal mehr fiel mir auf, wie eigenständig die Mannen aus Nottingham eigentlich waren/sind und ich persönlich würde es tatsächlich begrüßen, sollten sie sich vielleicht doch noch zu einem neuen Album aufraffen. Der Gig machte jedenfalls jede Menge Spaß, die Instrumentalfraktion war supertight und man hörte nach dem Gig ausschließlich positive bis begeisterte Kommentare. (Ulle)

Diamond Head

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Ich bin sicherlich nicht der größte Experte was DIAMOND HEAD angeht, insofern bitte ich darum, mir kleine Fehler zu verzeihen. Was mich zunächst überraschte war das unglaublich junge Line-Up. Da aber von der Original-Besetzung so gut wie nichts mehr übrig ist, dürfte auch das nicht verwundern. So begeistern wie die beiden vorherigen Bands konnten mich die NWoBHM-Flagschiffe nicht. Ich fand den Auftritt aber auch trotzdem mehr als nur solide. Etwas mehr Bewegungsfreude wäre eventuell angebracht gewesen, musikalisch war aber alles über jeden Zweifel erhaben und ich bin mir sicher, dass die meisten Fans auf ihre Kosten kamen. Zwischenzeitlich schien etwas die Luft auszugehen, bzw. schien es mir auch so, dass doch nicht so viele Fans mit dem Komplettkatalog vertraut waren, aber spätestens, als The Prince eingeläutet wurde, gingen die Hände in die Höhe und alles war wieder im Lot. Als Abschluss gab es, was vorauszusehen war, Am I Evil? zu hören, und da wippte nun wirklich fast jeder Anwesende mit. Kein Klassikergig, aber eine reife Leistung! (Ulle)

Lääz Rockit

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Auf CD waren LÄÄZ ROCKIT für mich immer nur B-Liga. Ich besitze alle Alben, lege diese auch immer wieder gerne auf, aber zu den ganz großen Meisterwerken haben diese für mich eigentlich nie gezählt. Umso überraschter war ich, als die taufrisch wirkenden Bay Area-Metaller mit einer unglaublichen Power die Bühne enterten und alles in Schutt und Asche legten! Ich bin mir zu 100% sicher, dass viele der anwesenden Nicht-Fans plötzlich zu Die Hard-Supportern mutierten, so fesselnd und mit Spielfreude vollgepackt war der Auftritt! Der Sound war zwar teilweise total übersteuert und viel zu laut, vielleicht kam mir das auf Grund meines mittlerweile erheblichen Alkoholpegels und mehr als zehn Stunden Dauerbeschallung auch nur so vor. Zwar fand ich die Songauswahl nicht ganz so optimal, aber immerhin haben sie einen meiner persönlichen Faves (den ich natürlich zunächst nicht einmal erkannte) Euroshima gezockt. An Dreams Die Hard kann ich mich leider nicht erinnern. Entweder haben LÄÄZ ROCKIT vergessen, dass ich den hören wollte, oder aber es gab kurzzeitige Aussetzer meinerseits, man möge mir verzeihen. Ich kann mir absolut nicht vorstellen, dass irgendjemand von diesem Auftritt enttäuscht war, denn wie ich schon während dem Gig die ganze Zeit gesagt habe: Gelernt ist halt einfach gelernt! Dass sich die Halle gegen Ende etwas leerte hat wirklich nichts mit der Leistung der Band zu tun, sondern war ein Tribut an mehr als 12 Stunden Party pur, selbst die Hartgesottensten sind nämlich irgendwann mal am Ende! Insgesamt waren LÄÄZ ROCKIT ein mehr als würdiger Abschluss eines wie immer gelungenen Festivals. Man sieht sich im November in alter Frische! (Ulle)

Fierce
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