HAMMERFALL: Ich esse alles.

HAMMERFALL: Ich esse alles.

Mit Chapter V: Unbent, Unbowed, Unbroken haben HAMMERFALL einmal mehr ein kompromissloses Heavy Metal-Album abgeliefert. Bereits Ende Januar begab ich mich deshalb zwecks Interview nach Donzdorf und unterhielt mich mit Sänger Joacim Cans nicht nur über das neue Album, sondern auch über das Musikgeschäft, das Leben vor, auf und nach einer Tour sowie über Essgewohnheiten und – natürlich – Hammer.

Das neue Album überrascht durch die Abwesenheit von Speed Metal-Songs wie The Dragon Lies Bleeding oder Keep The Flame Burning. Seid ihr die schnellen Songs überdrüssig?

Ich persönlich habe die schnellen Power Metal-Songs einfach satt, bei denen die Doublebass von der ersten bis zur letzten Sekunde durchgehen. Es gibt zu viele Bands, deren Sound und Stil einzig aus solchen Songs besteht. Der Opener ist für meinen Geschmack schnell genug. Es ist ein schneller Song, aber ich finde wir machen es etwas anders als früher und anders als es heutzutage viele Bands machen.

Ich darf die alle besprechen.

Dann weißt du ja, was ich meine. Es gibt zu viele derartige Bands. Ich spiele besonders gerne live. Manchmal spielen die es so schnell, dass man überhaupt nicht mehr hört, was eigentlich passiert. Es gibt da eine Band, DRAGON…, auf Noise Records,…

Es gibt viele… DRAGONFORCE, DRAGONLORD

DRAGONFORCE? Aus England? Ich weiß nicht mehr, welche es waren. Es ist jedenfalls so schnell! Aber sie gefallen mir gut. Ich sehe sie gerne live. Es ist jedoch so schnell, dass es keinen Raum mehr für den Groove gibt. Alles muss genau auf den Punkt kommen.

Du hast den Opener, Secrets, erwähnt. Gab es beim Schreiben und Aufnehmen irgendwelche Unterschiede im Vergleich zu den anderen Songs?

Eigentlich nicht. Wir sind bei dem Album genauso vorgegangen wie in der Vergangenheit. Die Art, wie wir unsere Stücke schreiben, ist die selbe. Wir waren diesmal noch besser vorbereitet, hatten Vorproduktionen von jedem Lied. Als wir ins Studio gingen, hatte ich mehr oder weniger alle Chor- und Zweitstimmen arrangiert. Als wir die Backing Vocals aufnahmen, konnten wir einfach die Vorproduktion anhören, feststellen, was die ursprüngliche Idee war, und dann schauen, ob wir noch etwas ändern müssen. Insgesamt gab es weder beim Schreiben noch beim Aufnehmen große Unterschiede. Ich habe im Studio sehr viel Druck gemacht. Gewöhnlich mache ich einen Song am Tag und dann einen Tag Pause. Das macht also drei, vier Lieder pro Woche, so dass es entsprechend lang dauert. Bei meinem Solo-Album habe ich vier Lieder an vier Tagen eingesungen und nach einem Tag Pause so weiter gemacht. Bei diesem Album lief es genauso. Wir haben sogar in fünf Tagen fünf Stücke gemacht. Es war wirklich gut für meine Stimme. Ich konnte mich selbst anspornen und merkte zudem, dass es meiner Stimme nicht schadet. Das merkt man dem Album vielleicht an. Der Gesang ist solider und kräftiger.

Ist es noch eine Herausforderung, ein Album zu schreiben und aufzunehmen, oder ist es Arbeit oder Spaß?

Es ist eine Herausforderung, es macht viel Spaß und natürlich bereitet es auch Arbeit. Wir müssen es tun, denn wir leben davon. Dass ich meinen Traum und mein Hobby ausleben kann, würde ich aber nicht unbedingt als Arbeit bezeichnen. Es ist eben mein Job. Im Studio ist es manchmal ziemlich langweilig. Man sitzt rum und wartet.

Gilt das nur für dich als Sänger, der darauf wartet, bis die Basisspuren aufgenommen wurden?

Nein, wir gehen so vor: Das Schlagzeug und der Bass werden als erstes aufgenommen. Danach sind die beiden aus dem Studio raus. Gitarre und Gesang wechseln sich ab da ab. Sobald sie die Rhythmusgitarren für ein Stück eingespielt haben, kann ich mit dem Gesang anfangen. Am Ende machen sie die Solos und ich die Begleitstimmen. Irgendjemand arbeitet immer. Das ist eine gute Sache. Aber nach ein paar Wochen wird es sehr langweilig. Man hat nichts zu tun und schläft morgens zu lang. Man bleibt abends lange auf. Es ist wichtig, dass man dann etwas anderes macht. Deshalb nehmen wir jedes Wochenende frei, einfach um die Batterien aufzuladen und um mit einem frischen Kopf weiterzumachen.

Ihr habt erneut im Ausland aufgenommen. Was stimmt denn mit Schweden nicht?

Es ist zu nah an unserer Heimat! Das heißt, würden wir in der Nähe von Göteborg aufnehmen, könnten wir jeden Abend nach Hause gehen. Entweder hat man eine Familie, oder auch wenn nicht, hat man die Post und die Rechnungen, das Telefon klingelt, muss Wäsche waschen, Geschirr spülen, einkaufen gehen. Man hat zu viele Pflichten zu erledigen. Deshalb waren wir in Dänemark. Ich will in einem Studio sein, das nah genug ist, um jedes zweite Wochenende nach Hause zu fahren. Es waren zweieinhalb Stunden mit dem Auto bis zur Fähre, dann drei Stunden auf der Fähre und ich war zu Hause. Da war perfekt. Es war ein sehr nettes Studio. Wirklich ein sehr nettes Studio!

HAMMERFALL
HAMMERFALL 2005: Anders Johansson (Schlagzeug), Oscar Dronjak (Gitarre), Stefan Elmgren (Gitarre), Joacim Cans (Gesang), Magnus Rosén (Bass) – alle fünf sind Nichtraucher!

Welche Stücke habt ihr als erste für das neue Album geschrieben?

Das allererste war wohl Born To Rule und dann vermutlich Take The Black.

Take The Black gehört neben der Ballade Never. Ever zu meinen Lieblingssongs auf dem neuen Album! Besteht die Möglichkeit, dass einer der beiden vielleicht die nächste Single wird?

Nun, Take The Black gehört nicht zu meiner Single-Auswahl. Bei der Ballade kann man nie wissen. Wir haben uns bislang noch keine Gedanken über eine zweite Single gemacht. Es ist auch immer eine schwierige Entscheidung, ob man eine Balladen-Single rausbringt oder etwas Flotteres. Die Ballade ist also ein Vielleicht, Take The Black ist ein Nein.

Wenn ich auf Crimson Thunder zurückschaue, wirkt es auf mich wie ein Übergangsalbum. Ihr hattet erstmals weniger Uptempo-Songs und Twin-Lead-Gitarren, mehr Riffs. Empfindest du das auch so?

Es war auch das erste Album, das Oscar und ich alleine geschrieben haben. Davor war Jesper noch beteiligt, der eher schnelleres Material geschrieben hat. Crimson Thunder war ein Statement, wohin wir uns entwickeln würden; dass wir nicht genauso weitermachen würden wie auf Glory To The Brave, Legacy Of Kings und Renegade. Crimson Thunder und Chapter V sind Statements, was HAMMERFALL gegenwärtig ist. Wir haben unseren Platz gefunden.

HAMMERFALL:
Das Cover der aktuellen HAMMERFALL-Single Blood Bound

Wessen Idee war das Artwork, insbesondere das der Single? Ich persönlich bevorzuge das Single-Cover. Auf dem Album…

…ist der Krieger, das einzige was wir variieren können, ist die Umgebung! Die Single ist der Anfang. Auf dem Album ist der Endzustand zu sehen, nachdem er aus dem Eis ausgebrochen ist. Die ursprünglichen Ideen stammen wie immer von Oscar und mir. Wir versuchen sie dann dem Künstler zu vermitteln. Er muss dann versuchen, das zu erschaffen, was wir uns vorstellen. Er war in Schlachten, er war vor der brennenden Burg, er war überall. Was auch geschah, er steht immer noch aufrecht da. Er ist immer noch unbent, unbowed, unbroken! Er wird sich niemandem beugen. Das ist auch ein Statement der Band. Egal, was die Leute sagen oder tun, wir werden weitermachen.

HAMMERFALL:
Das neue HAMMERFALL-Album Chapter V: Unbent, Unbowed, Unbroken

Im letzten Lied, Knights Of The 21st Century, singst du die Zeile The journey has just begun. Habt ihr etwas schon Pläne für die nächsten fünf Alben?

Nein, wir machen ein Album nach dem anderen. Ich habe allerdings noch große Pläne für dieses Lied! Es erzählt eine Fantasy-Geschichte. Es ist das einzige Fantasy-Lied auf dem ganzen Album. Wenn man die ganze Geschichte betrachtet, stellt es den Mittelteil dar. Ich kann sie in Zukunft also entweder anfangen lassen oder fortsetzen. Ob das auf dem nächsten Album oder in zehn Jahren sein wird, lässt sich allerdings nicht sagen. Das hängt davon ab, was für ein Stück es dazu geben wird.

Wenn du mit Oscar die Lieder schreibst, gibt es da eine strikte Trennung, dass er die Gitarren komponiert und du dir Gesangslinien ausdenkst?

Ja, sehr strikt! Wenn ich Demos von ihm bekomme, hat er alles gemacht, Schlagzeug und Bass programmiert. Manchmal hat er schon Gesangsideen für die Refrains, manchmal muss ich einige Zeilen hinzufügen. In erster Linie mache ich also die Gesangslinien und Oscar die Gitarrenriffs. Ich denke, das ist seine Stärke, während ich mich für meinen Teil bemühe, Melodien und ordentliche Texte zu schreiben.

Was macht eigentlich der Rest der Band, während ihr beide hier auf Promo-Tour seid?

Ääh, ich habe keine Ahnung!

Redet ihr nicht miteinander?

Schon, aber ich bin mir nicht sicher, was sie gerade machen, um ehrlich zu sein. Anders arbeitet. Er hat eine Plattenfirma. Da hat er viel zu tun. Stefan lernt um seinen nächsten Schein zu bekommen, Pilotenschein. Magnus gibt viele Bass-Konzerte rund um den Globus. Alle sind irgendwie beschäftigt.

Gibt es in der Band Konflikte zwischen Rauchern und Nichtrauchern?

Es gibt keine Raucher in der Band. Gut, nicht!?

Ja, das habe ich nicht gewusst.

Der HAMMERFALL-Tourbus ist auch immer ein Nichtraucherbus.

Das dürfte im Heavy Metal-Bereich eine Ausnahme darstellen. Aber es ist sicher gut für deine Stimme.

Auf jeden Fall. Ich glaube, viele schwedische Bands sind Nichtraucher. Es sind wohl eher die deutschen und die südeuropäischen Bands, die rauchen.

Mehr als die Hälfte der Vampster-Redaktion führt HAMMERFALL in ihrer persönlichen Hitliste als überbewertetste Band. Ich stimme dem nicht zu! Euer erstes Album war zwar ein großer, unerwarteter Durchbruch, aber ihr wart nie eine Band, die nur einen Hit oder ein starkes Album hatte. Es ist sicher eine prekäre Frage, aber hältst du HAMMERFALL für überbewertet?

Es wäre dumm, ja zu antworten. Wir schreiben Musik, die wir lieben. Und es gibt offensichtlich viele Leute, die die Musik schätzen, die wir machen. Ob wir überbewertet sind oder nicht, kann ich nicht beurteilen. Natürlich mögen es manche Leute nicht. Nun, hört es euch einfach nicht an! Es gibt aber auch eine ganze Menge Leute, die es wirklich mögen, und denen die Musik sehr viel bedeutet. Die, die es nicht mögen, sollten dann aber zumindest die respektieren, denen es gefällt.

Denkst du, dass es euch geholfen hat und eine eurer Stärken ist, dass ihr nie große Experimente gemacht habt, keine Orchester-Alben, keine Touren im Schatten von übermächtigen Bands wie meinetwegen JUDAS PRIEST, wo die Leute dann nur den Headliner sehen wollen?

Solche Probleme hatten wir nie. Wir waren 1998 mit DEEP PURPLE auf Tour in Schweden und Dänemark, dann die DIO-Tour in den Vereinigten Staaten. Wir haben so etwas nie erlebt. Es ist außerdem wichtig, dass man sich nach der Veröffentlichung der ersten Alben als Band treu bleibt, dass nicht zu viel herumexperimentiert. Nicht, dass man anfängt zu überlegen, welche Elemente noch rein müssen, damit man mehr Alben verkauft. So denken wir nicht.

Ist es nicht das Problem von vielen anderen Bands, dass sie genau das machen?

Das ist ein großes Problem im Metal-Bereich. Viele Bands wollen aber auch einfach Metal spielen und damit hat es sich. Sie sind realistisch. Wir haben großes Glück, dass wir von der Musik leben können. Wir sind nicht reich, nicht mal ansatzweise. Aber es reicht zum Leben. Das genügt mir.

HAMMERFALL
Joacim Cans (oben Mitte) mag gerne Pizza, hat bereits einige Hammer signiert, weiß allerdings nicht so genau, was Anders, Magnus und Stefan machen, während er und Oscar Interviews geben.

Wann hast du das letzte Mal einen Hammer in der Hand gehabt?

Vor ein paar Tagen!? Ich reparierte etwas an meinem Haus.

Hast du schon mal einen Hammer signiert?

Oja! Für das erste Album haben sie kleine Hammer gemacht, echte Hammer mit HAMMERFALL-Logo drauf. Davon habe ich einige unterschrieben.

Bekommst du viel Fanpost?

Nicht mehr, da ich keine öffentliche Email-Adresse mehr habe. Ich konnte nicht mehr alles beantworten. Da überlegte ich mir, dass wenn ich nicht alles beantworten kann, ich meine Adresse ändere. Ich war ein, zwei Wochen unterwegs und hatte 250 Mails, als ich nach Hause kam; unmöglich, das alles zu beantworten! Denn man beantwortet die Frage und bekommt daraufhin zehn neue Fragen von derselben Person. Das klappte nicht so richtig, leider. Aber jetzt haben wir ein gutes Forum im Internet, wo die Leute ihre Gefühle ausdrücken und Fragen stellen können.

Und du schaust bisweilen rein?

Ja, ich bemühe mich.

Was ist dein Lieblingsfastfood?

Pizza.

Isst du das dann ständig auf Tour?

Nein, auf Tour ist es eher McDonalds in Sachen Fastfood. Pizza braucht eine Weile, bei McDonalds geht man einfach hin, nimmt eine Tüte und kehrt zum Bus zurück.

Ihr habt also keine Vegetarier in der Band?

Naja, Halbvegetarier. Manche Leute essen kein dunkles Fleisch. Ich bin allerdings ein Fleischliebhaber, ich esse alles.

Was machst du als Erstes, wenn du von einer Tour heimkommst?

(überlegt) Ich sehe die Post durch. Das ist gewöhnlich ein großer Stapel. Ich will nur kurz schauen, ob etwas Wichtiges dabei ist, um das ich mich umgehend kümmern muss. Natürlich sage ich zuallererst meiner Familie hallo! Dann öffne ich meinen Koffer, kümmere mich um die Post und dann bringe ich meine ganzen Klamotten runter zur Waschmaschine.

Ist es nach der Rückkehr schon vorgekommen, dass am nächsten Tag euer Manager anrief mit neuen Tourplänen und du nur gedacht hast: Oh nein, jetzt bloß keine Tour mehr!

Nachdem die letzte Tour vorbei war, dachte ich mir: Oh wie schön, dass es endlich vorbei ist! Jetzt ist es wieder Zeit, mit dem Schreiben anzufangen, wieder ins Studio, wieder auf Tour gehen. Will ich das wirklich!? Aber: Wenn man einige Wochen oder Monate zu Hause war, beginnt man wieder, sich nach dem Tourleben zu sehnen. Und jetzt freue ich mich darauf, wieder auf Tour zu gehen! Wenn man natürlich eine ganze Weile von zu Hause weg war, spielt einem der eigene Kopf Streiche.

Du hast auch einige Konzerte mit deinem Solo-Projekt gespielt. War das sehr verschieden von HAMMERFALL? Oder bedeutet einmal Sänger immer Sänger?

Es war vielleicht etwas einfacher. Wir sind einfach rausgegangen, hatten nichts auf der Bühne. Es waren einfach sechs Leute, die Spaß hatten. Es gab mehr Interaktion mit den anderen Leuten auf der Bühne. Bei HAMMERFALL muss man immer auch auf die Pyros aufpassen; immer passiert etwas und man überlegt sich: Okay, wo muss ich jetzt hin? Mit CANS ging es einfach zurück zum Wesentlichen. Das habe ich sehr geschätzt. Ich hatte viel Spaß. Und obwohl keine Hallen ausverkauft war, mochten die Leute, die kamen, die Musik sehr. In Hamburg machten wir während des Auftritts eine Pause, weil es so heiß im Saal war. Wir sind zur Bar gegangen mit dem Publikum, tranken ein Bier, riefen schließlich Zurück nach drinnen! und spielten dann weiter. Das war wirklich cool!

Was hältst du als Sänger von Metal, bei dem nicht auf Englisch gesungen wird? Gibt es Sprachen, die deiner Meinung nach nicht dazupassen, oder die du umgekehrt gerne beherrschen würdest, um darin Lieder zu schreiben?

Nein, ich glaube, Metal präsentiert man am besten auf Englisch. Es funktioniert nicht auf Schwedisch. Ich habe ein paar Bands spanisch singen hören, etwa RATA BLANCA: Die haben ein Album, das sehr cool ist. Es geht auch auf französisch, aber ich bevorzuge Englisch.

Kannst du dir vorstellen – vielleicht als Bonustrack -, einen HAMMERFALL-Song in einer fremden Sprache einzusingen?

Ich weiß nicht. Wenn ich in der Lage wäre, die Wörter richtig zu betonen. RAMMSTEIN funktioniert gut auf Deutsch für ihren Stil. Es macht die Sache noch heftiger wegen der rauen Sprache. Aber nein, ich denke, wir kommen mit Englisch gut zurande.

Langsam aber sicher rückt euer 10-jähriges Jubiläum näher.

Die Band wurde ja bereits 1993 gegründet, aber ja, ab dem ersten Album…

Eure Plattenfirma wird das sicher im Auge haben. Habt ihr da schon irgendwelche Pläne? Sammelt ihr bereits Outtakes für ein Sammelalbum?

Ich habe noch nicht mal daran gedacht! Es sind noch zwei Jahre bis dahin. Da kann noch viel passieren!

Wann entscheidet ihr darüber, ob ein Song aufs Album kommt bzw. rausfliegt? Gibt es da einen bestimmten Punkt.

Oscar macht seine Teile, und wenn er damit fertig ist, mache ich meine Teile. Wenn er beim Schreiben merkt, dass etwas nicht klappt und sich nicht fortsetzen lässt, verwirft er es. Es wurden also keine Lieder geschrieben, die nicht aufs Album kamen. Alles, was wir schreiben, landet auf dem Album. Wenn es nicht gut genug ist, wenn er etwas hat, das er in Ordnung findet, wirft er es weg. Wir haben keine Überbleibsel und hatten auch noch nie welche.

Wenn du jetzt zurückschaust auf eure Anfangszeit: Meinst du, dass ihr damals gute Geschäftsleute wart?

Oh nein! Wir haben viel auf unserem Weg gelernt. Als unser erstes Album erschien, waren wir zu 100 Prozent Musiker und zu null Prozent Geschäftsleute. Wir waren froh, einen Vertrag bekommen zu haben, eigene T-Shirts und das alles. Heute ist es anders. Wir haben gelernt, dass nicht nur die eine Seite Geld verdienen sollte. Die Künstler, die etwas erschaffen, sollten dafür auch entsprechend bezahlt werden. Heute ist es bisweilen zuviel Business. Immerhin kümmern sich die Leute, die für uns arbeiten darum, damit wir uns auf das Schreiben und Spielen konzentrieren können.

Wie hat sich eure Beziehung zu Nuclear Blast entwickelt? Ist das inzwischen eine Art Familie oder rein geschäftlicher Natur?

Man muss immer eine Geschäftsbeziehung haben. Wenn man dann aber essen geht, redet man überhaupt nicht übers Geschäft. Dann sind es eher Freunde, denn man kennt sich, wenn man so lange zusammenarbeitet. Wir haben eine sehr professionelle Beziehung, aber wir sind gleichzeitig eng mit ein paar von ihnen befreundet.

Hast du nach Möglichkeit jeden Tag das gleiche Frühstück?

Ja. Wenn man unterwegs ist, schaut man allerdings einfach, was es am Büffet gibt. Man nimmt ein Sandwich und eine Tasse Kaffee, Orangensaft und vielleicht einen Joghurt. Zu Hause nehme ich Müsli, ein Sandwich und eine Tasse Kaffee. Hauptsache, es gibt Kaffee!

Du bist also kaffeesüchtig!?

Irgendwie schon.

Bilder: Plattenfirma

Jutze
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