DEATH KOMMANDER: Ein ungefilterter Eindruck einer kolossalen Zerstörung

DEATH KOMMANDER aus Edinburgh haben zwei große Leidenschaften: den Ersten Weltkrieg und Death Metal. Wenn es um letzteren geht, huldigen die Jungs ohne Scham ihren Vorbildern BOLT THROWER – und seien wir ehrlich, das kann wirklich nie falsch sein. Am ersten Januar 2021 erschien das Debütalbum “Pro Patria Mori” und DEATH KOMMANDER zeigen, dass sie ihre todesmetallische Energie auch über ein Album in voller Länge hinkriegen. Zeit also, mit Gitarrist Benj digital Kontakt aufzunehmen, um mehr über DEATH KOMMANDER zu erfahren.

Ihr habt am 1. Januar euer erstes Full Length-Album herausgegeben. Wie sind die Reaktionen darauf bis jetzt?

Die Reaktionen sind gut, und das obwohl “Pro Patria Mori” mit fast 50 Minuten Spielzeit wahrscheinlich ein paar Hördurchgänge brauchen wird, um sich zu entfalten. Wir sind rundum glücklich mit dem Album!

Schon seit euren Demotagen beschäftigt ihr euch primär mit dem Ersten Weltkrieg. Ist das auf “Pro Patria Mori” auch das umfassende Konzept? Was fasziniert euch speziell am Ersten Weltkrieg?

Ja, alle Texte beschäftigen sich mit verschiedenen Facetten des Ersten Weltkrieges. Die meisten Lyrics sind von Tagebüchern und Zeitzeugenberichten inspiriert, welche sehr direkt, roh und ungefärbt die individuelle Erfahrung des Krieges beschreiben. Mir ging es bei den Lyrics darum, auch etwas von diesen persönlichen Sichtweisen auf das Grauen des Krieges einzubringen, sozusagen ein subjektiver und ungefilterter Eindruck dieser kolossalen Zerstörung.

Von Horaz zu Wilfred Owen

Pro Patria Mori” – für die Heimat der Toten. Was bedeutet der Titel für euch persönlich? 

“Dulce et decorum est pro patria mori” wurde vom römischen Dichter Horaz verfasst und heißt soviel wie “Süß und ehrenvoll ist es für das Vaterland zu sterben”. Wilfred Owen hatte sich später auf diese Zeile bezogen in seinem Gedicht “Dulce et decorum est”, welches den Horror eines Gasangriffes schildert. Unser im Outro vorgetragenes Gedicht “Pro Patria Mori”, knüpft daran an und verlieh dem Album auch seinen Titel.

Welche Erfahrungen hast du mit dem Tod gemacht? Hast du Angst vor dem Sterben?

Haha, auf diese Frage war ich jetzt nicht vorbereitet! Ich denke, jeder kämpft irgendwann im Leben mit seiner eigenen Vergänglichkeit. Die Antwort zu dieser Frage hat auch viel damit zu tun, was man für sich selbst für einen Sinn im Leben findet und woran man glaubt. Ich als Agnostiker kann dem Sterben so weit nicht viel Positives abgewinnen.

Von BOLT THROWER bis HAIL OF BULLETS

Auf “Pro Patria Mori” gibt es meiner Meinung nach mehrere musikalische Parallelen zu “toten” Bands, namentlich BOLT THROWER und HAIL OF BULLETS. Welches sind deine Lieblingsalben dieser Bands?

Wieder eine schwierige Frage! Ich würde mal wagen, “Those Once Loyal” und “…of Frost and War” von HAIL OF BULLETS zu wählen.

Tja, dann gibt es jetzt eine einfache Frage: Welche Band hat dich ursprünglich zur härteren Seite des Metals gebracht?

Falls du damit Death Metal meinst, dann waren das ASPHYX. Immer noch eine meiner absoluten Lieblings-Death Metal Acts!

Wenn das Proben zu kurz kommt

IRON MAIDEN oder JUDAS PRIEST? Warum? 

JUDAS PRIEST! “Painkiller” ist mein All-time-Lieblingsalbum und ich liebe Halfords Stimme. IRON MAIDEN haben meiner Meinung nach jedoch die weitaus besseren Lyrics.

DEATH KOMMANDER sind ja ursprünglich in Edinburgh beheimatet. Mittlerweile wohnen einige von euch wieder in anderen Ländern. Wie läuft das Bandleben mit Songwriting und Proben ab bei DEATH KOMMANDER?

Ja, das macht unser Leben natürlich nicht einfacher! Die Songs haben George und ich immer zusammen geschrieben – jetzt sammeln wir halt Ideen und vervollständigen die Songs, wenn wir uns sehen. Zum Glück hatten wir die Songs fertig geschrieben, als die Pandemie im Frühjahr 2020 ausbrach und ich konnte die Lockdown-Zeit nutzen, um das Album zu mixen.

Das Proben kommt natürlich auch viel zu kurz! Vor unserem letzten Konzert hatten wir keine einzige Probe, das letzte Mal, als wir uns sahen und zusammen spielten, war an unserem vorletzten Konzert drei Monate zuvor. Das ist natürlich alles andere als optimal, aber leider nicht zu ändern.

Wenn es nervt, meide ich es

Gibt es einen aktuellen Trend in der Metalszene, der dich nervt? 

Nein, ich glaube nicht. Wenn mir etwas nicht gefällt, meide ich es einfach und verschwende keine Energie darauf – deswegen fällt mir jetzt auch nichts ein, haha!

Wie sehen die Zukunftspläne von DEATH KOMMANDER aus? 

Wir haben Pläne für den kommenden Festival-Sommer und hoffen, dass Live-Konzerte bis dann wieder möglich sind. Wir haben schon an neuem Material gearbeitet, aber auch das ist vorerst auf Eis, bis die Quarantäneauflagen wieder gelockert werden.