WATAIN: Lawless Darkness

WATAIN: Lawless Darkness

Schon das wunderschöne Lawless Darkness Artwork von Zbigniew Bielak mit all seiner Morbidität und den raffinierten Details lässt einen wieder zum Sammler werden und die Erfindung der Mp3s komplett vergessen. Auf die Promo warten? Nein danke – lieber in London WATAIN unterstützen und sich das neue Album der schwedischen Black Metal-Band gleich bei den Herrn persönlich reinziehen. Bei WATAIN gilt ganz oder gar nicht – und die Band hat sich schon mit Sworn To The Dark in der Blindkauf immer möglich-Liga etabliert. Das ist mit Lawless Darkness nicht anders – denn auf die visuellen Reize folgt die akustische Vollbedienung – fast 80 Minuten lang.

WATAIN entführen auf eine verstört-satanisch-schwedische Reise, die ihresgleichen sucht. Die Produktion aus dem Necromorbus Studio ist druckvoll, authentisch und lässt keine Wünsche offen. Der Bass groovt im Unterholz, treibt alles voran – und künstlichen Plastikkitsch gibt es bei WATAIN einfach nicht. Denn WATAIN sind echt, wie das duftende Blut auf ihren Körpern und Hüllen, mit denen sie auf einer Bühne verschmelzen.

Dieser Geruch von Moder zieht sich durch die Seele von Lawless Darkness, doch gleichzeitig ist da diese knallharte Perfektion, diese Musik, die einen tief in der Seele berührt und einem zuschreit: Seht her, ich will mich Gott nicht unterwerfen, weil meine Seele zu gut für ihn ist. WATAIN beherrschen langsam-zähflüssige Parts genauso wie gepflegte Raserei und fallen nie in die Falle, die Atmosphäre dem schnöden Technik-zur-Schau-stellen zu opfern. Tonnenschwere Paukenschläge (Reaping Death), kreischende Gitarren (unter anderem Reaping Death), fulminante und wehmütig-leidenschaftliche Soli, Mitsing-Parts und Vocals, die einem durch Mark und Bein gehen, statt hysterisch zu wirken. Alles bietet Lawless Darkness, die perfekte schwarze Messe.

Herausragend der Song Total Funeral, der einfach nur groovt wie die sprichwörtliche Höllensau und an die schwedischen Helden NIFELHEIM gemahnt. Immer wieder flackern sie in den Gitarrenlines auf, die alten Helden der WATAIN-Heimat – hier mal eine kleine Erinnerung an NECROPHOBIC, da ein Tick UNANIMATED, BATHORY oder DISSECTION. Aber WATAIN klingen gleichzeitig eben immer unverkennbar nach WATAIN – aber nach gereiften WATAIN, drei Jahre nach Sworn To The Dark.

Immer wieder überkommt einen das Gefühl, dass die hier gebotene Musik den Raum physisch füllt, sich um einen legt und einen in ihren Sog zieht. Unglaublich. Am intensivsten ist die Erfahrung wohl im fulminant-epischen Abschluss-Song Waters Of Ain, ein 12minütiges Meistermammut, von dem man sich nur verbeugen kann. Hier spielen WATAIN auf den Seelen der Zuhörer, als wären es ihre Gitarrensaiten. Geronnenes Blut rinnt sanft und stetig aus den Boxen der heimischen Stereoanlage. Denn Lawless Darkness ist fantastisch, episch, und grossartig böse.

Veröffentlichungstermin: 07.06.2010

Spielzeit: 79:44 Min.

Line-Up:
E. (DISSECTION) – Vocals, Bass
P. – Gitarre
H. (DIE HARD) – Drums

Produziert von Tore Stjerna (Necromorbus Studio)
Label: Season Of Mist

Homepage: http://www.templeofwatain.com/

MySpace: http://www.myspace.com/watainofficial

Tracklist:
1. Death`s Cold Dark
2. Malfeitor
3. Reaping Death
4. Four Thrones
5. Wolves Curse
6. Lawless Darkness
7. Total Funeral
8. Hymn to Qayin
9. Kiss of Death
10. Waters of Ain

Arlette Huguenin Dumittan
Arlette ist seit 2000 bei vampster und unsere Schweizer Fachfrau für schwarze Musik und vegane Backrezepte. Lieblingsbands: DARKTHRONE, MAYHEM, HAIL OF BULLETS. Genres: Black Metal, Death Metal, Dark Metal/Rock.