TODOMAL: Graveyards Of Joy

TODOMAL schaffen den Spagat nicht: „Graveyards Of Joy“ ist Doom Metal mit viel Pathos, aber zu wenig Variation.

Zugegeben, TODOMALs Doom Metal ist recht originell. Kein Doom Death, kein Epic Doom, kein Stoner Doom, kein Classic Doom. Was, was um Himmels willen, spielt diese Band dann? „Graveyards Of Joy“, das dritte Album des spanischen Duos verweigert sich und spielt mit den Erwartungen des Publikums. ANATHEMA der „Eternity“-Ära? Irgendwie schon. WHILE HEAVEN WEPT mit weniger Drama und weniger Prog? Kommt auch hin. Eine Goth-Doom-Variante von SOEN? So abwegig ist das nicht.

TODOMALs Sound ist originell, aber eintönig: „Graveyards Of Joy“ kämpft mit Längen.

Sicher ist, die Musik klingt nicht gerade nach dem was man erwartet, wenn man das Cover sieht, ein Bild namens „Ruïnes“ aus dem Jahr 1865 von Lluís Rigalt. Es dauert nicht nur deshalb, bis sich „Graveyards Of Joy“ öffnet, und dass, obwohl die Songs gar nicht mal so spröde sind. TODOMAL spielen Theatralik aus, epische Songs, große Momente, gotische Opulenz mit Uptempo-Doom. Das könnte die Basis für eine originelle Großtat sein, und in der Tat: „Mare Ignis“ leitet das Album mit großen Riffs, getragenen Rhythmen und Chören ein. Leider stampft der Song mit wenig Variation dahin. Und genau das ist das Grundproblem von TODOMAL.

„Graveyards Of Joy“ bietet wenig spannende Momente, deshalb wirkt es auch länger als eine Dreiviertelstunde. Die Band packt sehr viel in die Spielzeit hinein: Die Musik ist verdichtet und trotz einiger eingängiger Songs wegen der Diskrepanz zwischen üppiger Orchestrierung und wenig Abwechslung recht anstrengend. In einigen Songs berühren TODOMAL aber schon. Natürlich sind es die, die sich um Dynamik und Vielfalt bemühen. Das muss nicht zwingend funktionieren: Auch „Deliverance“, das im Intro klassische Gitarren verwendet und so ein wenig Spannung aufbaut, stampft über weite Teile vor sich hin. „Point Of Coalescence“ und „Humanised Gods“, die etwas mehr im Uptempo liegen, funktionieren hier deutlich besser.

„Graveyard Of Joy“ punktet mit einigen guten Songs: Vor allem wenn TODOMAL ihre Kompositionen aufblasen, funktionieren sie.

TODOMAL sind heavy, nicht durch die Gewalt von tonnenschweren und langsamen Riffs und Rhythmen, sondern durch das Sounddesign. Das, in Verbindung mit dem relativ eindimensionalen Songwriting, wirkt leider ermüdend. Dabei hätten TODOMAL das Potenzial ein gewaltig gutes, originelles Doom Metal-Album zu schreiben. Wie das aussehen könnte, zeigt der abschließende, fast schon erlösende  Titelsong, der gekonnt das große Pathos ausspielt. Während das Songwriting abwechslungsreicher hätte sein dürfen, ist das, was die Band selbst spielt, deutlich souveräner. Sänger Wildman beherrscht nicht nur seine Stimme, sondern auch die Riffs und frontet die Band souverän, während Bassist und Drummer Mile ebenso eine solide Performance bietet. Synthesizer, Chöre, Streicher, all das setzen TODOMAL ein, um die Songs größer werden zu lassen. Aber wenn die Grundideen nicht genug hergeben, reichen diese Add-Ons eben auch nicht aus. Schade, denn das Potenzial ist da.

Wertung: 6 von 10 Ruinen

VÖ: 3. Juli 2026

Spielzeit: 43:13

Line-Up:
Wildman – Vocals, Guitars, Keys, Acoustic guitars
Mile – Bass, Drums, Keys, Backing vocals

Guest Musicians:
Cecilia Tallo – Vocals and arrangements
Teodora Gosheva – Vocals
Darío Garrido – Acoustic guitars

Label: Season Of Mist

TODOMAL „Graveyards Of Joy“ Tracklist:

1. Mare Ignis
2. Lucid Nightmare
3. Point Of Coalescence (Official Video bei Youtube) 
4. Misericordiah
5. Unholy
6. Deliverance
7. Humanised Gods (Official Video bei Youtube) 
8. For Mercy
9. Graveyards Of Joy (Official Video bei Youtube) 

Mehr im Netz:

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