Forsman - Brenndar Rustir & Fudrandi Fjörur Cover

FORSMÁN: Brenndar Rústir & Fuðrandi Fjörur

Ein stürmischer Gruß von der Atlantikküste: FORSMÁN lassen auf ihrem Debütalbum „Brenndar Rústir & Fuðrandi Fjörur“ keinen Stein auf dem anderen. Garstiger sind im isländischen Black Metal nur MISþYRMING.

Unter den vielen isländischen Black Metal-Bands stachen FORSMÁN mit ihrer vor fünf Jahren erschienen Debüt-EP „Dönsum í Logans Ljóma“ nicht wirklich heraus. Die vier Songs waren schon OK, mehr aber nicht. Im sprichwörtlichen Kochtopf schwelte die Musik der Band nun einige ganze Zeit, nun läuft dieser über: „Brenndar Rústir & Fuðrandi Fjörur“ berstet geradezu vor Wut. Übersetzt heißt die Band nicht zufällig „Verachtung“ und das Album nicht zufällig „Brennende Ruinen und tobende Küsten“. FORSMÁN gedenken all dem gerecht zu werden, und in der Tat sind im isländischen Black Metal per 2026 nur MISþYRMING garstiger.

Aggressiv und brutal, aber nicht ermüdend: FORSMÁN zeigen auf „Brenndar Rústir & Fuðrandi Fjörur“, wie viele Facetten ihre Art des Black Metal haben kann.

Das könnte gefährlich eindimensional werden, aber die vier Isländer zeigen, wie vielschichtig Furor eingesetzt werden kann. Mal barbarisch und geradezu ohnmächtig wütend, mal mit ein wenig Epik versetzt, mal dissonant und hässlich ist „Brenndar Rústir & Fuðrandi Fjörur“, allein in den ersten drei Songs, mit schneidenden Riffs, vielen Blast Beats, wütenden Growls und einer dichten, derben Soundwand von MISTHYRMINGs D.G. Das geht ziemlich durch Mark und Bein, weshalb ein Stück wie „Valdníðsla“, das eher auf Atmosphäre setzt und erst nach zwei Minuten in ein eruptives Ende übergeht, für etwas durchschnaufen sorgt, ohne die Intensität merklich herunterzufahren.

Variation erzeugen auch die sorgfältigen Arrangements: Abwechslungsreiche Vocals, subtile, aber deutlich wahrnehmbare Synthesizer, die das Bild erweitern aber nicht bestimmen und Drumming, das zwischendurch auch mal die Toms einsetzt, lassen „Brenndar Rústir & Fuðrandi Fjörur“ lebendig klingen. So beginnt auch die zweite Hälfte von FORSMÁNs Debütalbum etwas ruhiger, spannender, „Kynjamyndir“ atmet den Wahnsinn in der zweiten Hälfte und geht direkt in das kompakte, ungebremste „Lof Mér Líf Þitt Að Taka“ über.

„Brenndar Rústir & Fuðrandi Fjörur“ ist ein großer Schritt nach vorne für FORSMÁN: Mit dieser Band ist nicht mehr zu spaßen.

FORSMÁN haben, genau wie ihre Kollegen VAFURLOGI einen großen Schritt nach vorne getan und sich sehr positiv entwickelt. Dennoch: „Brenndar Rústir & Fuðrandi Fjörur“ fehlt ein wenig die Seele, die Band fokussiert sich so sehr auf die Wut, dass kaum andere Emotionen auf dem Album zu finden sind. Gegen Ende droht FORSMÁN etwas die Puste auszugehen: „Hræ Hins Almáttuga“ verliert sich nach einem wuchtigen Start ein wenig in den verschiedenen Riffs des Songs. Das abschließende „Barmafylltar Fjöldagrafir“ macht aber wieder Boden gut. Der knapp achtminütige Song baut Spannung mit einem atmosphärischen Intro und anschließenden schneidenden, eisigen IMMORTAL-Riffs mit Blast Beats und rasanter Double Bass auf, und klimaxt dann ordentlich.

Eine Dreiviertelstunde lang schmirgeln FORSMÁN die Gehörgänge ab, wie es die scharfen Atlantikwinde vermögen, die an den Sturmküsten Islands wehen. Zwar sind FORSMÁN mit „Brenndar Rústir & Fuðrandi Fjörur“ nicht auf dem Niveau von VAFURLOGIs sensationellem „Gneisti af eldi Guðs“ aber wer intensiven, impulsiven Black Metal liebt, ist hier absolut richtig.

Wertung: 7,5 von 10 Feuerwalzen

VÖ: 26. Juni 2026

Spielzeit: 44:22

Line-Up:
V. – Bass, vocals
H. – Guitar
O. – Guitar, vocals
M. – Drums

Label: Vesperian

FORSMÁN „Brenndar Rústir & Fuðrandi Fjörur“ Tracklist:

1. Drottinn Fyrirgefur Allt (Official Visualizer bei Youtube) 
2. Svartir Svanir
3. Andvana
4. Valdníðsl
5. Kynjamyndir
6. Lof Mér Líf Þitt Að Taka
7. Hræ Hins Almáttuga
8. Barmafylltar Fjöldagrafir

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