TOUCH THE SPIDER: Souls For Sale

TOUCH THE SPIDER: Souls For Sale

Huch! Kaum ist das Debüt-Doppelalbum „I Spit On Your Grave“ richtig durchgelaufen, schon legen TOUCH THE SPIDER! mit ihrem zweiten Album nach.
Die durchweg ziemlich kurz gehaltenen Stücke haben dieses mal nur für einen Silberling ausgereicht und das ist auch gut so, der Vorgänger hatte da nämlich schon seine Durststrecken.
Einen songwriterischen Fortschritt, darf ich der Band auch bescheinigen, denn das neue Material klingt doch deutlich knackiger und mehr auf den Punkt gespielt. Der Gesang ist zwar nach wie vor sehr leidend und teilweise etwas schräg, aber die Melodien prägen sich besser ein, außerdem haben TOUCH THE SPIDER! auf überflüssige Schnörkel verzichtet, klingen stilistisch nicht mehr so variabel, aber dafür zupackender. Die Gothic- und Doomeinflüsse vom Debüt wurden etwas zurückgeschraubt, dafür treten die wavige und die rockige Seite nun verstärkt auf und auch die Produktion wirkt trotz der üblichen Schrammelgitarren und dem gewollt „dünnen“ Klang einfach differenzierter.
So hoffnungslos und depressiv wie die Band ihren Stil selbst umschreibt klingt „Souls For Sale“ übrigens auch gar nicht. Im Vergleich zum Debüt versprüht die Platte fast schon Lebensfreude, was man jetzt natürlich auch nicht überbewerten sollte. Im Endeffekt sind JOY DIVISION oder auch dreckigere SISTERS OF MERCY herauszuhören, werden aber eben nicht kopiert, sondern zu kompakten kleinen Eigenkompositionen verarbeitet. Viel Abwechslung wird nicht wirklich geboten, trotzdem ist „Souls For Sale“ angenehm kurzweilig geworden und fast jedes Stück enthält Harmonien, die sich sofort im Ohr festsetzen und zu gefallen wissen. Atmosphärischer Höhepunkt ist das schleppende, zähe Titelstück mit einer an GOBLIN erinernden Keyboardmelodie, mit gut fünf Minuten übrigens auch der längste Song des Albums.
Kein Album welches ich jeden Tag auflegen werde, aber wer „I Spit On Your Grave“ mochte, der sollte die aktuelle CD kräftig antesten und seinen Suizid noch etwas nach hinten schieben. Vielleicht enthält das dritte Album, welches, wenn der bisherige Abstand eingehalten wird, in zwei bis drei Monaten auf dem Markt sein sollte, dann sommerliche Surfpop-Hymnen – naja, wohl eher nicht.

Veröffentlichungstermin: 10.07.2009

Spielzeit: 45:28 Min.

Line-Up:
Unholy Ghost – vocals, guitar, bass, keys, percussion
Cosmic Enegry – drums, percussion, keys, fx

Produziert von TOUCH THE SPIDER!
Label: Whereareyoufrom Records

Homepage: http://www.touchthespider.de

MySpace: http://www.myspace.com/touchthespider

Tracklist:
01. Adore The Moon
02. Lost
03. This Ain´t A Love Song
04. The Die Has Been Cast
05. Solitude
06. Searching
07. Life Is Real
08. Broken
09. Eye Of Despair
10. Souls For Sale
11. Long Way To Hell
12. My God Is Dead
13. Into The Unknown
14. War-Heads
15. Nocturne

Ulle