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MENTAL CRUELTY: Echoes Of A Forlorn Land

Dynamisch und abwechslungsreich: MENTAL CRUELTY bringen auf „Echoes Of A Forlorn Land“ verschiedene Stile elegant und mühelos unter einen Hut

Als der Prinz im Märchen sein Aschenputtel fand, war es der gläserne Schuh, der ihm Gewissheit brachte: Wie angegossen passte das ungewöhnliche Accessoire. Einer nicht minder ungleichen Liaison begegnen wir dieser Tage auf „Echoes Of A Forlorn Land“, wo MENTAL CRUELTY zwar kaum auf große Partnersuche gehen, doch den Mut finden, sich gänzlich ihrer musikalischen Liebe hinzugeben.

Ihren Deathcore trägt die Gruppe nämlich weitestgehend zu Grabe, um sich nun vollumfänglich jenen Einflüssen zu widmen, die schon den Vorgänger „Zwielicht“ (2024) in Teilen prägten. Black und Melodic Death Metal treffen in dieser Dreiviertelstunde aufeinander, verbinden sich mit symphonischen Arrangements und nordischen Folk-Anleihen. Letztere mögen in Verbindung mit den inhaltlichen Erzählungen über skandinavische Mythen und Brauchtümern zunächst abgedroschen anmuten, musikalisch allerdings ist der Einbezug von Instrumenten wie der Talharpa in „Helheim“ oder dem fulminanten „Raise The Raven Banner“ jedoch ein kongenialer Schachzug, der den eigenständigen Stilmix vollendet.

MENTAL CRUELTY bringen verschiedene Stile elegant und mühelos unter einen Hut

Die Ambitionen MENTAL CRUELTYs spiegeln sich in den stilistisch breitgefächerten Kompositionen: Was mit dem instrumentalen Intro „Weltennacht“ noch stimmungsvoll wie bedeutungsschwanger beginnt, wird alsbald zum Extreme-Metal-Potpourri, das von BEHEMOTH über CHILDREN OF BODOM („Crys Of Batariel“) bis hin zu WINTERSUN unzählige Referenzen versteckt hält. Verbissen und energisch beginnt „Fenrir“, addiert zwischendurch etwas Orchestral-Pomp à la DIMMU BORGIR hinzu, streut aber gleichzeitig Death-Metal-Akzente dazwischen.

Was das Songwriting derweil auszeichnet, ist, wie elegant und mühelos hier Stile unter einen Hut gebracht werden. „The Serpent Of Midgard“ vermengt Trademarks von BEHEMOTH und AMON AMARTH, wirft noch ein paar GOJIRA-Slides hinzu und vergisst gleichzeitig nicht, bei aller Intensität das Tempo vor dem Finale zu einem schleppenden Donnern zu reduzieren.

Auf „Echoes Of A Forlorn Land“ präsentieren sich MENTAL CRUELTY dynamisch und abwechslungsreich

Ohnehin präsentiert sich „Echoes Of A Forlorn Land” dynamisch und abwechslunsgreich: “Draugar“ wartet mit einem seltenen Breakdown auf, das getragene „Frost“ setzt auf bedrückendes Ambiente, „Helheim“ überrascht mit rohem Klargesang und das finale „Ride Of The Valkyries“ wiederum mit Symphonic-Bombast und Folk-Rhythmik im Refrain: als epischer Schlusstrack orientieren sich MENTAL CRUELTY hier an WINTERSUN.

Diese Herangehensweise wird für das Quartett zum Siegeszug: Letztlich findet jedes Versatzstück schlüssig zueinander und trägt zu einem Gesamtwerk bei, das zwar zahlreiche Elemente anderswo entlehnen mag, daraus jedoch einen wilden wie unverbraucht anmutenden Genrecocktail mischt. Alles, was es brauchte, war für MENTAL CRUELTY offenbar der Mut, den sicheren Pfad zu verlassen, um sich gänzlich der eigenen vielfältigen Inspirationsquellen hinzugeben: Dann wird ein Schuh draus und dieser passt – wer hätte es gedacht – wie angegossen.

Veröffentlichungstermin: 23.10.2026

Spielzeit: 44:00

Line-Up

Lukas Nicolai – Gesang
Nahuel Lozano – Gitarre, Gesang
Marvin Kessler – Gitarre
Jonathan Koltun – Schlagzeug
Produziert von Francesco Filligoi und Jens Bogren (Mix und Mastering)

Label: Century Media

Homepage: https://mentalcrueltyofficial.com/
Facebook: https://www.facebook.com/MentalCruelty
Instagram: https://www.instagram.com/mental_cruelty
Bandcamp: https://mentalcruelty.bandcamp.com/

MENTAL CRUELTY “Echoes Of A Forlorn Land” Tracklist

  1. Weltennacht
  2. ⁠Fenrir
  3. ⁠Blood For Blood
  4. The Serpent Of Midgard (Video bei YouTube)
  5. ⁠Helheim (Video bei YouTube)
  6. Draugar
  7. ⁠Raise The Raven Banner (Video bei YouTube)
  8. Cry Of Batariel
  9. Frost (Video bei YouTube)
  10. Dämmerbruch
  11. Ride Of The Valkyries (Video bei YouTube)