Ein freundlicher Verpackungshinweis: Wenn CARRION VAEL „Slay Utterly“ vorne draufschreiben, ziehen wir uns vorsorglich warm an. Denn das Motto nehmen die US-Amerikaner durchaus wörtlich, bleibt nach diesen rund 42 Minuten doch kein Stein auf dem anderen. Wobei der technische Melodic Death Metal bei aller Brachialgewalt nie in stures Geholze ausartet.
Schon der Opener „19 (fucking) 78“ lässt ein kurzes Symphonic-Intermezzo und einen kleinen Farbtupfer in Form von Klargesang einfließen. Das nimmt „Slay Utterly“ jedoch keinesfalls die Härte, sondern sorgt mittels Kontraste vielmehr dafür, dass der sonst vorherrschende Blutrausch seine Wirkung vollumfänglich entfalten kann. Ein wildgewordenes Schlagzeug löst in „Truth Or Consequences“ schnell die einleitende Konzertgitarre ab, bevor Trenton Limburg und Ryan Kuder an ihren Instrumenten in Richtung THE BLACK DAHLIA MURDER lospreschen.
„Slay Utterly“ ist ein leicht übersehbares Kleinod des Genres
Hierzu passen auch Travis Lawson Purcells giftige Screams, welche die morbide Grundstimmung ideal ergänzen. Addieren CARRION VAEL wie in „1912“ noch Streicher hinzu, nähern wir uns schnell der unheilvollen Atmosphäre von „Ritual“ (2011). Ihre Eigenständigkeit unterstreicht die Gruppe hingegen mit punktuell gestreuten Clean Vocals, die „40 Echoes Upon The Parlor“ gemeinsam mit dem rastlosen Solo eine individuelle Note verpasst.
Dennoch regiert zuvorderst die Kopf-durch-die-Wand-Attitüde des Quintetts: Die Doublebass scheucht uns unnachgiebig wie ausdauernd durch das Album; Haken schlagen CARRION VAEL derweil zuhauf und mit Freude, eben weil die Hochgeschwindigkeitsattacken zu den indiskutablen Stärken der Musiker zählen. Extravagante Einschübe, Klargesang oder Piano-Anschläge, wie sie „Lord of 74“ mitunter aus dem Ärmel schüttelt, stellen den grundsätzlich zielstrebigen Kompositionen aber kein Bein.
CARRION VAEL bestechen mit passgenauem Songwriting und packendem Drive
All das macht „Slay Utterly“ zu einem leicht übersehbaren Kleinod des Genres, eben weil CARRION VAEL nicht um der Aufmerksamkeit willen auf auffallende Gimmicks setzen, sondern schlicht und ergreifend mit passgenauem Songwriting und einem packenden Drive bestechen, wie ihn ja schon der freundliche Verpackungshinweis so treffend in Aussicht stellt.
Veröffentlichungstermin: 16.10.2026
Spielzeit: 42:17
Line-Up
Travis Lawson Purcell – Vocals
Alex Arford – Bass
Ryan Kuder – Guitars
Trenton Limburg – Guitars
Matt Behner – Drums
Produziert von Jack Daniels, Elisha Mullins und Jeff Dunne (Mastering)
Label: Unique Leader Records
Facebook: https://www.facebook.com/CarrionVael/
Instagram: https://www.instagram.com/carrionvael/
Bandcamp: https://uniqueleaderrecords.bandcamp.com/album/slay-utterly
CARRION VAEL “Slay Utterly” Tracklist
1. 19(fucking)78 (Video bei YouTube)
2. Truth or Consequences
3. 1912 (Video bei YouTube)
4. 30 on 9
5. 40 Echoes Upon the Parlor
6. Lord of 74
7. Bisection of 47
8. Black Chariot