THE RED CHORD: Clients

Auf jeden Fall anstrengend, doch für Fans von extremen Acts im Hardcore und Metal führt an dieser Scheibe kein Weg vorbei.

Zuerst THE RED DEATH, jetzt THE RED CHORD… Rote Wochen bei Metal Blade also. Erfreulicherweise sind THE RED CHORD inzwischen bei einem würdigen Label gelandet, so dass diese Band bald mehr Leuten geläufig sein wird. Der hässliche Bastard aus Death Metal, Hard- und Grindcore macht auch auf dem zweiten Album keinen Halt vor nichts und mäht gnadenlos alles nieder, was sich ihm in den Weg stellt. THE RED CHORD sind ein neues Synonym für Aggression, Wut, Intelligenz und auch Kompaktheit. Und inzwischen viel bodenständiger als auf ihrem superbem Debüt Fused Together in Revolving Doors.

Doch auch wenn THE RED CHORD an sich gearbeitet und sich in technischer Hinsicht ein paar Zügel angelegt haben, hier gibt es alles, was der Freund des Brutalen braucht: Mörderisch präzises und versiertes Drumming, komplexe Riffs die mit Wiedererkennungswert gepaart wurden und Gebrüll, dass nicht nur angepisst wie ein Beamter beim Stören der Mittagsruhe, sondern auch enorm eigenständig klingt. THE RED CHORD packen diese Zutaten, mischen sie zusammen mit ihren Einflüssen aus Grind, Metal und Hardcore und jagen sie nicht ein, nicht zwei, sondern hundert Mal durch den Mixer. Man erwartet hierbei Chaos, wilde frickelige Achterbahnfahrten durch zehn Jahre extreme Musik, doch die fünf Wahnsinnigen aus Massachussetts finden in jedem Song die richtige Linie, so dass zwar man bestimmt dreimal hinhören muss und sich selbst danach noch Details erschließen, die Songs aber endgültig gezündet haben und nicht mehr aus dem Ohr heraus wollen.

Fantastisch ist, was hier aufeinander folgt. Das brachiale Antman frickelt sich erst einige Sekunden durch die Botanik, bevor sich das Stück zu einem genialen Hardcore-Brecher der alten Schule entwickelt, der geradezu nach Moshpit schreit. Der extrem kurze Titeltrack bietet modernen Grindcore und in Upper Decker schleicht sich ein fast schon entspanntes Jazz-Break ein. Wie das Material als Ganzes harmoniert, ist atemberaubend und zeigt etwas, das man als brutalen Avantgardismus bezeichnen könnte. Ihre technischen Fähigkeiten zeigen die Amis zwar gerne, doch sie verlieren sich nicht darin. Sie schaffen es dies zu nutzen um die Musik so zu gestalten wie sie es wollen, was viele Brutal-Death-Bands stets vergessen, die sich in ihren unnachvollziehbaren Spielereien verlieren und die Grundidee stets aus den Augen verlieren.

Außerdem ist die Atmosphäre wichtig, die THE RED CHORD in Songs wie Hospice Residence erwecken. Gänsehaut ist angesagt, die Riffs krabbeln wie Insekten über den Rücken des Hörers. Doch auch Spaß wird als Kontrastprogramm dazu nicht vergessen, so manche Ideen zeigen ein deutliches Augenzwinkern auf. Passend beleuchtet wird dieses Spektakel von der uferlos fett und gleichzeitig differenziert gezimmerten Soundwand, für die sich niemand anderes als Zeuss verantwortlich zeigt. Anstrengend ist Clients unterm Strich auf jeden Fall, doch für Fans von extremen Acts im Hardcore und Metal, von THE CROWN über SUFFOCATION bis zu BLOOD HAS BEEN SHED gilt Kaufpflicht.

Veröffentlichungstermin: 16. Mai 2005

Spielzeit: 37:26 Min.

Line-Up:
Guy Kozowyk – Vocals

Mike McKenzie (aka Gunface) – Guitars

Gregory Weeks – Bass

Kevin Rampelberg – Guitars

Brad Fickeisen – Drums

Produziert von THE RED CHORD und Zeuss
Label: Metal Blade

Homepage: http://www.theredchord.com

Tracklist:
1. Fixation on Plastics

2. Lay the Tarp

3. Black Santa

4. Antman

5. Clients

6. Upper Decker

7. Hospice Residence

8. Dragon Wagon

9. Love on the Concrete

10. Blue Line Cretin

11. He Was Dead When I Got There