THE PRETENDERS: Alone

Mag man THE PRETENDERS oder die Solosachen von Chrissie Hynde, dann gehört "Alone" sicher auf den Einkaufszettel.

Chrissie Hynde wollte das neue Album Alone eigentlich als zweites Soloalbum nach dem 2014 erschienenen Stockholm setzen, aber anscheinend war es an der Zeit, nach 8 Jahren als Gründerin, Bandkopf und letztes Originalmitglied wieder unter dem Banner THE PRETENDERS weiterzumachen. Deren selbstbetitelte Debüt hatte Anfang der 80er jeder im Plattenschrank, der sich für energische Rockmusik interessierte, Don´t Get Me Wrong vom 86er Album Get Close läuft auch heute noch auf den meisten 80er-Partys, mit If There Was A Man gab es sogar einen Song zum James Bond-Film Der Hauch des Todes.

Als Opener der fröhlich rock`n´rollende Titeltrack, Roadie Man kommt mit ultracoolem Groove, klingt ein wenig nach lovely NORAH JONES mit späterem Alternative-Touch. Laut geht auch noch, Gotta Wait stampft energisch aus den Boxen. Bei entspannt dahingleitenden Let´s Get Lost driftet man schnell davon, als Bonus wurde die vorausgehende poppige Single Holy Commotion dazugepackt. Da gibt es allerdings prickelndere Songs auf dem Album, der ein oder andere Song bleibt auch dezent hinter den kleinen Hits zurück. Im Gesamtwerk hingegen funktionieren sie super, Alone macht Spaß und bietet einen tollen Soundtrack für den Hausputz oder den Hang-over sonntags morgens, und das ist absolut positiv gemeint. Die erfahrenen Herren Musiker, darunter Kollegen aus Produzent Auerbachs Band THE ARCS und JOHNNY CASH-Basser Dave Rose, machen einen soliden Job in den recht einfach gehaltenen Songs, in denen sich eh die Hausherrin breit macht. Chrissie Hynde war sicher nie die größte Sangeskünstlerin, hat aber eine herrliche Charakterstimme mit so viel Wärme und Charme, womit sie einen schnell um den Finger wickelt. Man hört auch wunderbar heraus, dass wir es mit einer gereiften Frau zu tun haben, die sich von niemandem etwas sagen lassen muss und einfach ihr Ding durchzieht. Das hat Dan Auerbach (THE BLACK KEYS) in Nashville in nur 48 Stunden Studiozeit super eingefangen, er führt Chrissie Hynde in ein paar neue Ecken, ohne sich zu weit von den vertrauten PRETENDERS zu entfernen. das alles kommt im passenden offenen Sound, auch wenn Frau Hynde dieses kleine Nano-Stück zu weit in den Vordergrund gemischt ist, sodass die Songs selbst etwas in den Hintergrund rutschen. Aber das tangiert nur extrem peripher, das Gesamtwerk ist stimmig und gefällt.

Wer entspannten, erfrischend zeitlosen Pop-Rock mag, der sollte das Album nicht allein im Plattenladen stehen lassen. Mag man eh THE PRETENDERS oder die Solosachen von Chrissie Hynde, dann gehört Alone sicher auf den Einkaufszettel.

Veröffentlichungstermin: 21.10.2016

Spielzeit: 46 Min.

Line-Up:
Chrissie Hynde – Vocals
Kenny Vaughan – Guitars
Russ Pahl – Pedal Steel Guitar
Dave Rose – Bass
Leon Michels – Keyboards
Richard Swift – Drums
Duane Eddy – Guitar (4)

Produziert von Dan Auerbach

Label: BMG / Warner Music

Homepage: http://www.thepretenders.com

Mehr im Netz: https://www.facebook.com/pretenders

Tracklist:
1. Alone
2. Roadie Man
3. Gotta Wait
4. Never Be Together
5. Let´s Get Lost
6. Chord Lord
7. Blue Eyed Sky
8. The Man You Are
9. One More Day
10. I Hate Myself
11. Death Is Not Enough
12. Holy Commotion (Bonus Track)