THE HIDDEN HAND: The resurrection of Whiskey Foote

"The resurrection of Whiskey Foote" überrascht etwas durch die Zuwendung zu alten Wino-Bands, auf der anderen Seite gehen THE HIDDEN HAND noch freier und unkonventioneller zu Werke.

Scott Wino Weinrich ist Ur-Doom, damit muss er leben, auch wenn er selbst das nicht immer so sieht. Aber seine Vergangenheit bei SAINT VITUS wird er nie los, da bin ich mal sicher. Dass er auch anders kann, hat er ja unter anderem mit SPIRIT CARAVAN und den unübertroffenen THE OBSESSED ausreichend bewiesen. Mit THE HIDDEN HAND hatte er ja eigentlich den doomigen Klängen etwas den Rücken gekehrt, mir persönlich hat das Debüt Divine propaganda nicht sonderlich zugesagt, das schwerere Mother, teacher, destroyer fand dann schon sehr viel öfter wieder den Weg in den Player.

Aber die Band aus der irgendwie ewig lebenden U.S.-Doom-Hochburg Maryland, die irgendwie immer auf Wino reduziert wird, obwohl sie mit Bruce Falkingburgh (THE FIELD MACHINE) und Drummer Evan Tanner (verließ die Band nach den Aufnahmen) zwei weitere, ebenso charismatische Musiker an Bord hat, praktiziert weiterhin das, was sie immer schon macht: sie rockt ohne groß nach rechts oder links zu schauen ihr eigenes Ding, bewahrt ihr eigenes Gesicht und geht damit noch offener und kreativer um. Auf der einen Seite fügt man noch mehr Songs ein mit starkem 70iger Progressive-Touch, also nicht progressiv im Sinne von technischer Frickelei, sondern ganz einfach frei und intensiv mit starkem Hippie-Flair. Auf der anderen Seite findet man dann aber einen tiefschwarzen, schwerfälligen Hammersong wie Someday soon. So nahe an SAINT VITUS war Wino noch nie, als traditioneller Doomer verfällt man schnell in positiven Wahnsinn. Auch als beleidigter VITUS-Fan kommt man jetzt kaum mehr an THE HIDDEN HAND vorbei! Kann man einen coolen Groover wie Dark horizons oder Majestic presence mit Anleihen an den OBSESSED-Sound ignorieren? Auf keinen Fall! The lesson drückt überraschend energievoll aus den Boxen, der Titelsong geht fast als Southern Rock-Nummer durch. Dabei zieht sich durch die meisten Songs eine recht dunkle Grundstimmung, egal, ob die Songs nach vorn rocken oder freakig werden. Neben Winos vielleicht nicht schönen, aber absolut einzigartigen Stimme überzeugt auch Falkingburgh mit starken Vocals, die Texte sind wieder klasse und herrlich unbequem. Der Sound ist wie gewohnt etwas mumpfig, manches klingt auch live eingespielt. Das kommt echt und ehrlich, zum Ende der Scheibe hin hat man aber etwas das Gefühl, nichts Neues mehr zu hören. Da hilft auch der BEATLES auf LSD-Touch des Rausschmeißers nicht viel.

The resurrection of Whiskey Foote überrascht etwas durch die Zuwendung zu alten Wino-Bands, auf der anderen Seite gehen THE HIDDEN HAND noch freier und unkonventioneller zu Werke. Das macht die Scheibe eindeutig zum Pflichtkauf für Fans von Bands wie THE OBSESSED, SPIRIT CARAVAN, SAINT VITUS, PLACE OF SKULLS und natürlich THE HIDDEN HAND. Die ganz große Begeisterung macht sich Anfangs und über die ganze Länge der Scheibe nicht breit, aber mal ehrlich, wie viel Durchläufe habt ihr für OBSESSED gebraucht, bis es total gefunkt hat?

Veröffentlichungstermin: 20.02.2007

Spielzeit: 42:48 Min.

Line-Up:
Scott Wino Weinrich – Vocals, Guitars
Bruce Falkinburgh – Vocals, Bass
Evan Tanner – Drums

Guests:
Michael Anthony Miller – Harp

Produziert von Bruce Falkinburgh
Label: Southern Lord

Homepage: http://www.thehiddenhand.com

Tracklist:
1. Purple neon dream
2. Someday soon
3. Dark horizons
4. Spiritually bereft
5. The lesson
6. Majestic presence
7. The resurrection of Whiskey Foote
8. Lightning Hill
9. Broke dog
10. Slow rain