THE HIDDEN HAND: Mother Teacher Destroyer

Winos neuer Siegeszug. Fantastisch.

Ja, ja und nochmals ja! Zwei Monate nach der überragenden Split mit WOOLY MAMMOTH und gerade mal ein Jahr nach dem hervorragendem Debüt legen THE HIDDEN HAND, das neue Baby um Legende Scott „Wino“ Weinrich ihr neues Album vor und – das will ich jetzt schon sagen – begeistern auf ganzer Linie. Kein normaler Doom Metal und kein normaler Stoner Rock wird auf dem zweiten Album der glorreichen Drei geboten, viel mehr eine Verschmelzung verschiedenster Stilrichtungen, die allesamt im Rock verwurzelt sind und eins haben: Seele.

Dort, wo Divine Propaganda begann, schließt Mother Teacher Destroyer nahtlos an. Griffige Riffs und Melodien, ausdrucksstarke Soli, souveränes und kreatives Drumming sowie die hervorragenden Vocals von Bassist Bruce Falkinburg und natürlich Wino himself ergeben zunächst mal ein sehr originelles Gebräu, erdige Songs, die irgendwo zwischen Retro und Modern angesiedelt sind. So auch das beginnende The Crossing, das von Bruce´s hervorragendem Gesang und ausufernden Soli getragen wird. Gewohnte Klasse also. Doch die große Überraschung der Scheibe folgt gleich danach: Malf Mast, ein wunderschönes, bittersüßes Lied, das den harten Kerl Wino von einer ungewohnt gefühlvollen Seite zeigt und bei dem er auch tolle Vocals vom Stapel lässt. Überhaupt schalten THE HIDDEN HAND gerne mal einen Gang zurück, auch das traurige und düstere Black Ribbon auf dem Bruce Falkinburg absolut grandios singt fällt vom hauptsächlich rauhen doomigen Rock ab.

Abwechslung ist das Stichwort, schleppende und langsame, minimalistische Songs treffen auf bluesig-rockige Perlen, die niemals langweilig werden, auch wenn sie teilweise auf recht wenigen Ideen basieren. Die Songs haben genügend Raum um zu atmen und zu wachsen und nicht selten schleichen sich intelligente und überraschende Wendungen ein, wie Desensitizied eindrucksvoll beweist. Instrumental, gesanglich und songwriterisch sind THE HIDDEN HAND absolut erhaben, diese Formation strotzt vor Kreativität und zeigt Wino tatsächlich moderner denn je, so wie es das Info verspricht. Blues, Doom Metal, Rock und Experimentierfreudigkeit werden von THE HIDDEN HAND höchst intelligent verbunden und zu einem Erlebnis gemacht. Winos Roots in allen Ehren, doch dies ist seine bislang beste und kreativste Scheibe, was auch an seinen superben Mitstreitern und der wunderbar dreckigen Produktion von J. Robbins liegt.

Für dieses spannende Album kann es nur ein Prädikat geben: Wertvoll wie ein Schatz, der aus 11 ungeschliffenen und rauhen Diamanten besteht. Ganz große Klasse!

Veröffentlichungstermin: 23. August 2004

Spielzeit: 47:58 Min.

Line-Up:
Bruce Falkinburg – Vocals, Bass

Wino – Vocals, Guitars, Orchestral Percussion

Dave Hennessy – Drums

Produziert von J. Robbins und THE HIDDEN HAND
Label: Exile on Mainstream Records

Homepage: http://www.thehiddenhand.com

Email: info@thehiddenhand.com

Tracklist:
1. The Crossing

2. Half Mast

3. Desensitized

4. Draco Vibration

5. Black Ribbon

6. Magdalene

7. Currents

8. Travesty as Usual

9. Coffin Lilly

10. Sons of Kings

11. The Deprogramming of Tom Delay