RUNNING WILD: Rogues En Vogue

RUNNING WILD: Rogues En Vogue

Fast drei Jahre nach dem letzten – etwas umstrittenen – Album The Brotherhood legt Rock´n´Rolf Kasparek mit Rogues En Vogue nun Studioalbum Nummer Dreizehn vor.

Dieses ist – Überraschung! Überraschung! – ein echtes Do it Yourself-Album geworden.

Unterstützt wurde Kapitän Kasparek dieses Mal zwar erneut von Angelo Sasso-Nachfolger Matthias Liebetruth und – zumindest bei vier Songs – Basser Peter Pichl, doch ansonsten war der 43-jährige Hamburger alleinverantwortlich für Produktion, Mix, Recordings, Texte, Musik, Gesang, Gitarre und den Löwenanteil der Bass-Parts.

Rogues En Vogue ist ein gutes (phasenweise sogar sehr gutes) Album geworden, das allerdings nicht an die Klasse meiner Lieblingsscheiben Blazon Stone und Black Hand Inn anknüpfen kann. Nichtsdestotrotz ist Rock´n´Rolf auch nach über zwanzig Jahren noch in der Lage, erstklassige Songs zu schreiben.

Neben dem für RUNNING WILD-Verhältnisse sehr ungewöhnlichen (weil wuchtig-groovigen und mit fetten Chören veredelten) Opener Draw The Line überzeugen auch das typisch-flotte Angel Of Mercy und das hymnenhafte Black Gold. Doch auch Skeleton Dance (kommt eher im Midtempo aus den Boxen und kann eine JUDAS PRIEST-Schlagseite nicht verleugnen), Dead Man´s Road (fast schon als straighter Rocker zu bezeichnen, der aber auch zum Headbangen einlädt) und Skull & Bones (beginnt und endet zwar verhalten, mutiert zwischendurch aber zu einem groovig grollenden Sechseinhalb Minuten-Track) gehören zu den Highlights dieser Scheibe, an der mich eigentlich nur der etwas zu steril-plastische Schlagzeugsound und die Tatsache stört, dass kein Song in der Geschwindigkeit Nackenbrecher zu hören ist.

Zwar sind auch das groovig-hymnenhafte Born Bad, Dying Worse, Soul Vampires (beide eher rockig und mit einem stoischen AC/DC-Rhythmus versehen), Winged & Feathered (rockt gut vorwärts, erinnert etwas an Chains & Leather, aber zündet nicht wirklich) keine schlechten Songs, aber irgendwie doch nur 08/15-RUNNING WILD-Stangenware – und auch mit Rogues En Vogue setzt der Boss eine Tradition fort, denn bis auf Under Jolly Roger und Port Royal konnte mich der Titelsong einer Running Wild-Scheibe bisher kaum richtig begeistern.

Dafür ist der knapp elf-minütige Schluß-Track The War ein weiterer Höhepunkt dieser Scheibe – episch, abwechslungsreich und auf erstklassige Weise arrangiert.

Auf Balladen und ähnliche Spielereien wartet man dagegen glücklicherweise und weiterhin vergebens und auch die Textinhalte heben sich erwartungsgemäß wohltuend von handelsüblichen HAMMERFALL-meets-MANOWAR-Klischees ab.

Alles in allem kein Meilenstein der Bandgeschichte, aber ein weiteres wirklich gutes Album aus dem Hause Kasparek.

Veröffentlichungstermin: 21.02.2005

Spielzeit: 56:45 Min.

Line-Up:
Rolf Kasparek – Guitars, Bass, Vocals

Matthias Liebetruth – Drums

Peter Pichl – Bass on Songs 2, 4, 6, 9

Produziert von Rolf Kasparek
Label: G.U.N. Records

Homepage: http://www.running-wild.de

Tracklist:
1.Draw The Line

2.Angel Of Mercy

3.Skeleton Dance

4.Skull & Bones

5.Born Bad, Dying Worse

6.Black Gold

7.Soul Vampires

8.Rogues En Vogue

9.Winged & Feathered

10.Dead Man´s Road

11.The War