POPPY ACKROYD: Feathers

Der Zauber der Leichtigkeit.

Da hat die wunderbare POPPY ACKROYD erst vor wenigen Wochen ihr Debütalbum Escapement mit Bildern von LUMEN ausgestattet und auf DVD veröffentlicht, und schon überrascht sie mit ihrem zweiten Album, das geradezu vom Himmel herabschwebt wie die titelgebende Feder. Leicht, elegant, poetisch, ein Gegenentwurf zu den schweren, dunklen Neoklassik-Alben, die in letzter Zeit die Stimmung drückten. Nun, Escapement hatte gerade ein Revival, deshalb fällt auf, wie homogen Feathers ist. POPPY ACKROYD fokussiert sich auf das Klavier, die Violine kommt eher im Hintergrund zum Einsatz, hier und da gibt es sehr dezentes Cello zu hören. Die junge Britin schafft es, dass sich ihre Kompositionen unaufdringlich und intuitiv entfalten und dass alles leicht wirkt. Das ist nichts anderes als bezaubernd.

Es scheint so, als hätte POPPY ACKROYD die reinste aller Künstlerseelen, ihre Musik ist fern von negativen Einflüssen. Was wir hören, ist frei, wunderschön und rein. Und gleichzeitig so faszinierend, dass es kein Makel ist, dass die Musik beinahe zu schön ist. Feathers plätschert nicht, es schwebt. Wie ein Sommertag im kühlen Schatten, wie nachts am Strand zu liegen und dem Meer beim Rauschen zuzuhören. Da macht es nichts, dass nicht so viel von der Musik hängen bleibt, dass keine wirklich eingängigen Stücke vorhanden sind. Wichtiger ist das Gefühl der Ruhe und des Friedens, das sich einstellt, wenn POPPY ACKROYD zärtlich und voller Hingabe die Tasten streichelt. Es ist weniger was sie spielt, sondern wie sie es spielt. Das macht die Musik so intim und so persönlich.

Dennoch sind da Salt, Timeless, Feathers, Croft und Birdwoman, Songs die unter die Haut gehen und schnell einen Platz im Kopf und im Herzen des Hörers finden. Schön, dass POPPY ACKROYD dabei ihre Handschrift beibehält und sich dennoch weiterentwickelt hat. Das Material auf Feathers ist eindeutig fordernder, weil unnahbarer als auf Escapement und bleibt somit auch für mehrere Durchläufe spannender. POPPY ACKROYDs Reise geht weiter, man folgt ihr gerne, man würde ihr am liebsten den ganzen Abend lang zuhören, wie sie Klavier, Violine, Harmonium, Spinett und mehr virtuos und zärtlich streichelt. Freunde von NILS FRAHM und HAUSCHKA dürfen sich freuen: Feathers ist ein zauberhaft leichtes Album zwischen Neoklassik und Pop und so charmant, dass man es einfach lieben muss.

Veröffentlichungstermin: 14. November 2014

Spielzeit: 40:45 Min.

Line-Up:
POPPY ACKROYD – Violin, Piano, Prepared Piano, Clavichord, Harpsichord, Spinet, Harmonium

Gastmusiker:
Su-A Lee – Cello

Produziert von POPPY ACKROYD
Label: Denovali Records

Homepage: http://www.poppyackroyd.com

Mehr im Netz: https://www.facebook.com/poppyackroydsounds

Tracklist:
1. Strata
2. Salt
3. Timeless
4. Feathers
5. Roads
6. Croft
7. Taskin
8. Birdwoman