PHANTOM CORPORATION: Commando – CATBREATH: Die By The Claw (Split EP)

Thunfisch, Tod, Verderben. Manchmal riecht die Katze hier so aus dem Maul, ich mag sie trotzdem sehr, sehr gerne. Bei Cat Content bleibe ich immer hängen, eine Band, die sich CATBREATH nennt, finde ich allein deshalb schonmal gut. Macht sie auch noch gemeinsame Sache mit PHANTOM CORPORATION, bin ich davon ähnlich begeistert wie das Katzenvieh vom frisch gefüllten Futternapf.

Um das Fazit vorwegzunehmen: Die Split von CATBREATH und PHANTOM CORPORATION gehört in jede Crossover-Crust-Hardcore-Sammlung. Die beiden norddeutschen Bands ignorieren mit derselben bewundernswerten Sturheit alle Trends, mit der die Katze auf ihre Futterration besteht und prügeln sich eine ganze halbe Stunde lang mit der Erfahrung verwahrloster Straßenkatzen: Jeder Song ein Volltreffer auf die Stelle, wo’s richtig wehtut.

Auf zur wilden Hatz mit PHANTOM CORPORATION

PHANTOM CORPORATION setzen mit den vier Songs (plus Intro) da an, wo sie mit ihrem „Fallout“-Album begonnen haben: Die wilde Hatz dauert gerade mal eine Viertelstunde, das Musikerkollektiv aus ex-DEW-SCENTED-, WEAK ASIDE-, SLAUGHTERDAY- und ERODED-Musikern jagt nach den besten Death Metal Grooves, Crust-Prügelstrecken und Thrash-Riffs – und macht dabei so manchen guten Fang. „Where All Roads Lead To Hell“ versteckt aberwitzige Gitarrenläufe zwischen massiven Thrash Riffs, „Deep Well“ schleppt einen tonnenschweren Groove an, der D-Beat von „World Of Hate“ stürmt ohne Rücksicht auf alles und jeden zu. „Phantom Kommando“ ist gar wieder einer der kleinen Hits, die diese Band auszeichnet, eine hinreißende Hook trifft auf böse Aggression, der Track ist so gut wie der Titelsong des „Time And Tide„-Albums oder „Vortex Of Torment“ von „Fallout“.  Sänger Leif klingt noch wütender und kompromissloser als auf den beiden Alben, der Sound von Jörg Unken ist abermals räudige Perfektion.

CATBREATH zeigen, wie zeitgemäß der 80er Retro-Sound sein kann

Etwas altmodischer klingen CATBREATH, da ist musikalisch nicht nur viel mehr Speed Metal drin, auch die hellen Gitarren und das schepprige Schlagzeug kommen aus einer ganz anderen Zeit. Der Titel des Openers lautet „Play Dead“, aber dieser Song  rüttelt auch Tote wach.  Die Thrash Metal-Uptempo-Nummer „Inner Peace“ ist alles andere als friedlich, „Feline Fatality“ poltert in feiner Achtziger-Jahre-Speed-Thrash-Metal-Tradition, inklusive Gangshouts. Mit „Cross The Gates“ nimmt die Band stellenweise ein wenig Tempo raus, was besonders live dem Song noch mehr Durchschlagskraft verleiht. Dass „Stand Up And Fight“ eine Coverversion ist, fällt zunächst gar nicht auf, der EXCITER-Track aus dem Jahr 1983 (!) kommt hier so frisch und unverbraucht um die Ecke wie das ka(u)tzige Bandmaskottchen Fat Freddy nach dem Mittagsnickerchen.

„Commando / Die By The Claw“ erscheint als schicke 12“ Vinyl-Single, mit Wendecover,einmal mehr beweist das Label Supreme Chaos Records sein Händchen für wertige Releases. Also: Besser vor der Katze verstecken, wäre sehr schade, wenn da Katzenhaare oder Kratzer drankämen. Gebrauchsspuren wird das Teil allerdings irgendwann tragen, denn anhören sollte man es immer wieder.

VÖ: 7. August 2026

Label: Supreme Chaos Records

PHANTOM CORPORATION: Commando – CATBREATH: Die By The Claw (Split EP)

PHANTOM CORPORATION – „Commando“

  • Cursed Lands
  • When All Roads Lead To Hell
  • Deep Well
  • World Of Hate
  • Phantom Kommando

CATBREATH – „Die By The Claw“

  • Play Dead
  • Inner Piece
  • Feline Fatality
  • Cross The Gate
  • Stand Up And Fight

Line-up PHANTOM CORPORATION

  • Leif Vocals
  • Philipp Guitar
  • Arne Lead Guitar
  • Ulf Bass
  • Marc Drums

Line-up CATBREATH

  • Philipp Vocals
  • Kniffel Guitar
  • Tank Bass
  • Timo Drums