OAKENSHIELD: Gylfaginning

Bei den majestätischen Klängen geht mir als FALKENBACH-Fan das Herz auf – sperrangelweit…

Bereits auf dem Sampler Metalmessage IV konnte OAKENSHIELD mit einem Song überzeugen, vor allem, wenn es sich beim Hörer um einen FALKENBACH-Fan handelte. Und bei den majestätischen Klängen von Gylfaginning geht mir als FALKENBACH-Fan das Herz auf – sperrangelweit. Zumal das Einmann-Projekt aus England die erhabene Atmosphäre auch über eine Stunde Spielzeit aufrecht erhalten kann, sodass es eine wahre Freude ist.

Ganz in der Tradition des Soloprojektes macht Ben Corkhill alles selbst – Komposition, Gesang, Instrumente und Produktion. Letztere überzeugt, auch wenn man dem Briten anlasten kann, dass der Drumcomputer zu sehr nach Drumcomputer klingt. Gerade Bands wie MESHUGGAH zeigen in dieser Hinsicht ja, dass es auch anders geht. Und trotzdem, die Drumcomputerpräsenz will hier nicht so recht stören. Denn irgendwie passt auch das genau in dieses old schoolige, kauzige Klangbild, welches den Reiz OAKENSHIELDs ausmacht. Eine glattgebügelte Abyss-Produktion hätte hier genauso wenig gepasst, wie sie MITHOTYN, FALKENBACH oder SORGSVART Gutes getan hätte.

Die Songs von OAKENSHIELD kosten denn die majestätische Atmosphäre auch voll aus. Nach dem Intro, welches an EMPERORs Inno A Satana gemahnt, beherrschen getragene, epische Klänge die Musiklandschaft. Zu Beginn von Idavoll gibt es etwas Lagerfeuer-Romantik, bevor dann Stampfriffs in bester Magni Blandinn Ok Megintiri-Manier das Ruder übernehmen. Und hier setzt dank der wunderschön-wehmütig klingenden Violine zum ersten Mal der Eigenständigkeitsbonus ein. Auch Yggdrasil profitiert von diesem Element, welches neben Flöten einen zarten Gegenpol zu den schwarzmetallischen Gitarren und dem kräftigen paganen Männer-Cleangesang bietet. Dazu gesellen sich kompetente, saftige und phantasievolle Basslines, welche nicht nur in Fenris für einen treibenden Groove sorgen, welcher anderen Werken des Genres bisweilen fehlt. Mit viel Gefühl und Erhabenheit nimmt Gylfaginning seine Hörerschaft gefangen und fesselt zu jeder Sekunde mit Leidenschaft und packender Atmosphäre.

Einen Anspieltipp herauszupicken, ist hier denn auch unangebracht. Wer seit Heralding – The Fireblade wie ich dem zweifelnden Warten auf einen neuen FALKENBACH-Output müde ist, erhält durch das fulminante OAKENSHIELD-Werk wieder neue Energie, die sich allgemein auf Anhänger erhaben-epischen Pagan Metals erstrecken dürfte. Denn Gylfaginning ist neue Gänsehaut-Musik für eine Wanderung in neblige Gebirgstäler, über gleissende Schneefelder oder vergessen-verlassene Hügellandschaften. Einfach wunderschön…

Veröffentlichungstermin: 28.06.2008

Spielzeit: 60:55 Min.

Line-Up:
Ben Corkhill: Vocals, Drum Programmierung, alle Instrumente

Gastmusiker
Gareth Evans: Violine

Produziert von Ben Corkhill
Label: Einheit Produktionen

Homepage: http://www.oakenshield.org

Email: http://www.myspace.com/oakenshielduk

Tracklist:
1. Ginnungagap
2. The Sons of Bor
3. Idavoll
4. Yggdrasil
5. The Aesir
6. Fenris
7. Valhalla
8. Utgarda-Loki
9. Hymir
10. The Death of Baldr
11. Vigrid