NOUMENA: Anima

NOUMENA: Anima

Schon lange bilden NOUMENA eine verlässliche Konstante im finnischen Melodic Death / Doom / Dark / Folk Metal. Seit über zwanzig Jahren ist die Band aus Ähtäri – in beinahe gleicher Besetzung – am Komponieren und Produzieren neuer Songs. „Anima“ ist nun das sechste Album.

Dreht man das Rad der Zeit zurück, so wird man nicht viel Unterschiede zu früheren Alben wie „Anatomy of Life“ (2006) entdecken. Einzig die stetige Zunahme an weiblichen Gesangs-Parts ist als Entwicklungsschritt zu erkennen. Geblieben sind das erfahrene Songwriting, das langsame Tempo und die Melodiesicherheit.

NOUMENA operieren mit gesanglichem Doppel

Mit dem von Akustik-Gitarren eingespielten und mit friedfertigem Viking-Chor versehenen „Kaiku“ führen NOUMENA den Hörer sacht in das Album ein, ehe „Saatto“ – auch nicht wild – den Reigen an richtigen Songs eröffnet. Nicht nur hier weiß der Gesang von Antti Haapanen zu gefallen, der mit tiefer und gutturaler Stimme die Lyrics zum Besten gibt und gegen Ende des Songs – ähnlich dem Haka der neuseeländischen Rugby-Nationalmannschaft – den Hörer auf Bevorstehendes einschwört. Seine Gesangspartnerin Suvi Uura macht ihre Sache auch ganz gut und liefert den sanften Gegenpart zur dunklen und kräftigen Stimme.

Auf „Anima“ ist eine beeindruckende Melodiesicherheit vorzufinden

Auch in weiterer Folge liefern NOUMENA keine über die Maßen spektakulären Songs ab, doch haben die Kompositionen Hand und Fuß sowie eine beeindruckende Melodiesicherheit, die an INSOMNIUM erinnert. Aber auch DRACONIAN kommen mir in Sachen Tempo und Stilistik in den Sinn sowie auch stellenweise AMORPHIS („Seula“). Weiterhin unternehmen die Finnen kleinere Ausflüge in den Folk Metal („Murtuneet“). Manche Songs werden zudem um feine Spielereien mit der Lead-Gitarre erweitert, was dem Album einen zusätzlichen Reiz verleiht.

Die Kompositionen von NOUMENA leben von ihrer Homogenität

Mit „Anima“ haben NOUMENA vieles richtig gemacht. Wie schon in der Vergangenheit leben die Kompositionen der Finnen von ihrer Homogenität. Dass es zu keinem einzigen Ausbruch in Sachen Tempo kommt, mag als Kritikpunkt geltend gemacht werden – gerade wenn die Band in der Mitte des Albums mit „Ajaton“ den schwächsten Song platziert hat. Doch versöhnen am Ende die vielen Melodien, die imposanten Growls, die feinen Soli, die durchdachten Kompositionen (etwa beim überlangen Epos „Totuus“) und der atmosphärisch sanfte Abschluss mit „Joutsen“.

Veröffentlichungstermin: 04.09.2020

Spielzeit: 56:39 Min.

Line-Up:
Antti Haapanen – Gesang
Suvi Uura – Gesang
Markus Hirvonen – Gitarre
Ville Lamminaho – Gitarre
Tuukka Tuomela – Gitarre
Hannu Savolainen – Bass
Ilkka Unnbom – Schlagzeug

Label: Haunted Zoo Productions

Homepage: http://www.noumena.info

Mehr im Netz: https://www.facebook.com/Noumenaband/
Mehr im Netz: https://noumena.bandcamp.com/

NOUMENA „Anima“ Tracklist

1. Kaiku
2. Saatto (Lyric-Video bei YouTube)
3. Murtuneet (Lyric-Video bei YouTube)
4. Seula
5. Ajaton
6. Totuus
7. Anima
8. Joutsen

Christian Wögerbauer
Christian ist seit 2005 unser Vertreter der Österreicher Metalszene, rezensiert gern im Bereich Doom / Death / Black / Thrash und auffallend gern Bands mit Sängerin. Genres: Death Metal, Doom-Death Metal, Doom Metal, Symphonic Metal, Gothic Metal, Sludge.