NOUMENA: Anatomy Of Life

NOUMENA: Anatomy Of Life

Bei „Anatomy Of Life“ handelt es sich um das zweite Album der Finnen NOUMENA und zu hören kriegen wir atmosphärischen Metal, dessen Wurzeln wohl irgendwo bei den Anfangs- bis Mittneunziger Alben von AMORPHIS oder SENTENCED zu suchen sind, insbesondere der Sound der Leadgitarren und auch das Gegrunze erinnert zeitweise etwas an „Tales From The Thousand Lakes“, obwohl sich NOUMENA ansonsten schon ihre eigene Nische geschaffen haben. Die ursprüngliche Death Metal-Basis, wie auf dem „Debüt“ noch deutlicher zu hören, ist inzwischen jedenfalls einer wesentlich melodischeren Ausrichtung gewichen und ich könnte wetten, dass die Finnen mit ihrem nächsten Album noch einen Schritt weiter gehen werden und verstärkt melodischen Gesang einsetzen.

Wenn ich ein Manko anführen müsste, wäre das wahrscheinlich sogar am ehesten bei den Vocals zu suchen. Die melodischen Einschübe und vereinzelt eingesetzten Chöre fügen sich stimmig ein, die überwiegenden, gegrunzten Parts wissen jedoch weniger Akzente zu setzen, wobei sie aber (hier könnte man wieder die AMORPHIS-Parallelen ziehen) durchaus einen interessanten Gegenpol zu den melodischen Klampfen bieten. Das Songwriting an sich ist jedenfalls durchaus überzeugend, NOUMENA setzen auf interessante Songstrukturen, scheuen sich nicht, das eine oder andere (gelungene) Experiment zu wagen, bauen auf interessante Beats und Melodieführungen („The Burning“) und können so den Spannungsbogen konstant halten. Was ich mir persönlich gewünscht hätte, wären vielleicht noch ein oder zwei weitere herausragende Songs wie das mit weiblichen Gastvocals versehene „Monument Of Pain“ oder das fast schon kommerzielle „Triumph And Loss“. Stücke die dem Hörer frontal ins Gesicht springen, bieten die Finnen nämlich nicht unbedingt, dafür aber eben ein durchweg hohes songwriterisches Level, was ja nun auch wirklich nicht jede Veröffentlichung vorweisen kann.

Fans der o.e. Bands würde ich in jedem Fall raten, mal in „Anatomy Of Life“ reinzuhören, denn nur weil die Jungs nicht so gepusht werden wie gewisse andere Combos in diesem Bereich, heißt das noch lange nicht, dass sie qualitativ schlechter sind – keineswegs!

Veröffentlichungstermin: 01.12.2006

Spielzeit: 44:11 Min.

Line-Up:
Antti Haapanen – vocals
Tuukka Tuomela – guitar
Ville Lamminaho – guitar
Hannu Savolainen – bass
Ilkka Unnbom – drums

Produziert von Tuomo Valtonen
Label: Spinefarm/Spikefarm Records

Homepage: http://www.noumena.info

Tracklist:
01. Misanthropolis
02. Burden Of Solacement
03. Retrospection
04. The Burning
05. Monument Of Pain
06. Triumph And Loss
07. Marionettes
08. Through The Element
09. Fire And Water

Ulle