MANTICORA: To Kill To Live To Kill

MANTICORA: To Kill To Live To Kill

Oh Mann, das kommt also davon, wenn man sich einfach mal was aus dem Promo-Pool nimmt, mit dem man nur sehr lockere Verträge hat. Meiner sieht so aus: Als Jungspund stand ich total auf “Dead Heart In A Dead World” von NEVERMORE, und MANTICORA klingen so ähnlich. Also, minus den Gesang und plus ganz viel Opern-Pathos.

MANTICORA liefern einen Brocken, der dich förmlich überrollt

“To Kill To Live To Kill” ist ein Brocken von einem Metal-Album, aber einer, vor dem du stehst und staunst, und dann hat er dich auch schon überrollt. Die wollen eindeutig zuviel! 72 Minuten, alles gleich fett, alles laut und bombastisch und immer auf die Zwölf, das halt ich nicht aus. Zumal Sänger Lars Larsen (!) es einfach nicht bringt. Seine Stimme ist das erste Opfer des Brockens. Er trifft zwar die Töne, aber es fehlt ihm an Volumen und Charisma. Schade, denn ihm liegt schon deshalb viel an diesem Album, weil er der Autor des Romans ist, auf dem es basiert.

Menschen mit Nerven aus Stahl freuen sich bestimmt über “To Kill To Live To Kill”

Also, nicht, dass “To Kill To Live To Kill” schlecht wäre. Es ist nur einfach zuviel. Spätestens, wenn in “Growth” ein Chor die ganze Zeit den Songtitel shantymäßig in die Gegend brummt und sich mir vor Fremdscham die Fußnägel hochklappen, klinke ich mich aus. Da habe ich dann auch schon 40 Minuten übles Gefrickel in rasendem Tempo ohne wirklich packende Hooks und in einer brutalstmöglich glatten Produktion hinter mir und starre mit weit aufgerissenen Augen panisch an die Wand. So verpasse ich dann zwar die schauerliche Ballade “Nothing Lasts Forever”, aber das sind mir meine Nerven wert. Andere Menschen mit anderem Musikgeschmack und Nerven aus Stahl freuen sich bestimmt über “To Kill To Live To Kill” und darüber, dass in nur einem Jahr schon der Folgebrocken anrollen soll, aber für mich dürfen’s dann demnächst wieder die einfachen Songstrukturen mit viel Dynamik sein, danke.

Spielzeit: 72:27 Min.

Veröffentlicht am 3.8.2018 auf ViciSolum Productions / Sound Pollution

Tracklist:
01. Piano Concerto 1 – B Flat Minor
02. Echoes Of A Silent Scream
03. Through The Eyes Of The Killer – Towering Over You
04. Katana – Awakening The Lunacy
05. The Farmer’s Tale Pt. 1 – The Aftermath Of Indifference
06. The Devil In Lisbon (Instrumental)
07. Growth
08. Humiliation Supreme (Instrumental)
09. Nothing Lasts Forever
10. Katana – Opium
11. Through The Eyes Of The Killer- Revival Of The Muse That Is Violence
12. The Farmer’s Tale Pt. 2 – Annihilation At The Graves

Andreas ist mit vampster und Metal großgeworden, liebt Wald- und Wiesenmusik und dreckigen Punk und alles, was dazugehört (Whisky, Wanderschuhe und ein kaltes Bier in dunklen Kellern z.B.), und schreibt und singt und kämpft für das Wahre, Gute und Schöne.