MACHINE MEN: Circus Of Fools

MACHINE MEN: Circus Of Fools

Die CD startet mit einem sperrigen Break, auf das sofort ein fast schon St. Anger-mäßiges Gitarrenriff folgt. Hoppla. Dann setzt jedoch der Gesang ein und die Musik schlägt eine melodischere Richtung ein. Der Einstieg ist jedoch typisch für das gesamte Album. Immer wieder überraschen MACHINE MEN mit einem ungestümen Drang nach vorne. Während das Vorgängeralbum Elegies einen mit sirenenhaften Klängen lockte und fesselte, wird man von Circus Of Fool direkt angesprungen. Trotzdem ist die stilistische Weiterentwicklung moderat ausgefallen. Sänger Antony klingt immer noch wie ein aufgeputschter Bruce Dickinson-Klon (sprich genial) und die Produktion ist einmal mehr erstklassig. Es gibt weniger IRON MAIDEN-Referenzen, was Kritiker der Band sicherlich begrüßen werden. Da die Finnen in musikalischer Hinsicht den englischen Vorbildern zuletzt problemlos das Wasser reichen konnten, finde ich das allerdings dezent bedauerlich. Immerhin haben MACHINE MEN mit No Talk Without The Giant einen Song am Start, dessen Text sich perfekt auf die ewigen MAIDEN-Vergleiche übertragen lässt. Die Refrainmelodie wird aufgrund ihrer Penetranz die Gemüter spalten. Ansonsten bietet das Songmaterial wie gewohnt kompakte Melodic Metal-Tracks mit einigen epischeren Nummern zwischendurch. Gerade bei den härteren Songs wurde der Melodieanteil zu Gunsten von simplen Riffs zurückgefahren. Das Ergebnis wirkt – ebenso wie das unspektakuläre Titelbild – über weite Strecken relativ gesichtslos (Border Of The Real World). Erst bei den eingängigen Refrains schimmert das Songwriting-Talent durch, das in der Vergangenheit Hits wie Falling und Silver Dreams hervorgebracht hat. Bei den langsameren Stücke variiert die Qualität zum Teil enorm. The Shadow Gallery wartet mit einem vertrackten 6/8-Takt auf und hätte in dieser Form problemlos neben Betrayed By Angels auf Scars & Wounds stehen können. Ghost Of Seasons besticht mit einem schönen Text und einer elegischen Atmosphäre, erreicht aber nicht die Klasse des epischen Abschlusstracks The Cardinal Point, welcher ganz in der Tradition von Scars & Wounds und From Sunrise To Sunset steht. Where I Stand zündet dagegen überhaupt nicht und verleiht dem Album einen faden Beigeschmack. Denn der Narrenzirkus hätte gut noch ein paar weitere Songs wie Dying Without A Name vertragen. So bleibt festzustellen, dass sich MACHINE MEN in eine eigenständigere, wenngleich uneindeutige Richtung weiterentwickelt haben, wobei die fesselnden Melodien ein Stück weit verloren gingen.

Veröffentlichungstermin: 16.02.2007

Spielzeit: 41:49 Min.

Line-Up:
Antony: Gesang
J-V: Gitarre
Jani: Gitarre
Eero: Bass
Jarno: Schlagzeug
Label: Century Media

Homepage: http://www.machinemen.net

Tracklist:
1. Circus Of Fools
2. No Talk Without The Giant
3. Ghost Of The Seasons
4. Tyrannize
5. The Shadow Gallery
6. Where I Stand
7. Border Of The Real World
8. Dying Without A Name
9. The Cardinal Point

Jutze
.