IWRESTLEDABEARONCE: It´s All Happening

IWRESTLEDABEARONCE: It´s All Happening

Krank ist wohl das Adjektiv, das IWRESTLEDABEARONCE am häufigsten im Bezug auf ihre Interpretation von Musik gehört haben. Oder wie das Quintett aus Lousiana es am besten mit einem ihrer T-Shirts selbst ausdrückt: Metal just got gay – natürlich eine gehörige Provokation für diejenigen, die dies wirklich von dieser Band behaupten. Wenn man sich den Kram auf dem gut dreißigminütigem bizarren Debüt It´s All Happening allerdings frei von Erwartungen anhört, wird man hier verdammt gut unterhalten. Dieses Album ist ein Kinderspielplatz des Metals, zwischen brutalem und nebenbei auch verdammt gut gemachtem Deathcore, Alternative-Elementen, die sogar an SKUNK ANANSIE heran reichen, bis hin zu kindischen Jazz und Elektro-Beats bieten IWRESTLEDABEARONCE eine Mischung, die auf den Magen schlägt, aber trotzdem gute Laune macht. Nicht nur der wirre Opener You Ain´t No Family, Tastes Like Kevin Bacon und Pazuzu For The Win machen Spaß, auch die restlichen Songs, die manchmal gar nicht so übertrieben abgefahren und daher gestellt wirken, haben ihren Platz auf diesem Album. White Water In The Morning, The Cat´s Pajamas und das Trip Hop-Lastige Black-Eyed Bush sind mit ihren teilweise sogar melancholischen Elementen und langsamen Arrangements zwar bizarr, aber keineswegs affig.

Ernst muss man IWRESTLEDABEARONCE nehmen, ob man diese Musik nun genial oder grauenerregend findet. Klar ist, das Quintett um die stimmgewaltige Sängerin Krysta Cameron hat einen Plan und der ist ebenso polarisierend wie die Figur des Sponge Bob. Ein bunter Kindergarten für Leute, die nicht erwachsen werden wollen, aber mit so viel Leidenschaft und Ernsthaftigkeit gepaart, dass es eben doch seine Daseinsberechtigung hat. Das zeigt sich nicht nur durch die hochkreativen Details in jeder Sekunde des Albums, mit denen Klischees wie Breakdowns mühelos zerschlagen werden, oder die grandiosen Leistungen der Musiker, die allesamt eine Menge zu bieten haben. It`s All Happening ist pure Provokation für Metaller mit Scheuklappen, aber auch für Kids, die aktuellen Trends hinterher laufen und das hier noch weniger verstehen werden als HORSE THE BAND. Das ist übrigens auch die einzige Band, mit der man IWRESTLEDABEARONCE ansatzweise vergleichen kann.

Das wilde Album It´s All Happening ist der berühmte Ritt auf dem Vulkan, ist allerdings kein reinigendes Album, sondern eins für Quatschköpfe, die hinter so manchem oberflächlichem Witz auch bitteren Sarkasmus sehen können. Sicher ist, IWRESTLEDABEARONCE zeigen dennoch deutlich eine nerdige Lebensfreude, sind wie wild gewordene Streber, ein knallbunter Zuckerschock mit Bauchwehgarantie. Das muss man erstmal verdauen. Und lieb haben.

Veröffentlichungstermin: 28. August 2009

Spielzeit: 33:20 Min.

Line-Up:
Krysta Cameron – Vocals
Steven Bradley – Guitar, Programming
John Ganey – Guitar, Programming
Dave Branch – Bass
Mical Montgomery – Drums

Label: Century Media Records

MySpace: http://www.myspace.com/iwrestledabearonce

Tracklist:
1. You Ain´t No Family
2. White Water In The Morning
3. Danger In The Manger
4. I´m Cold And The Wolves Are After Me
5. Tastes Like Kevin Bacon
6. The Cat´s Pajamas
7. Pazuzu For The Win
8. Black-Eyed Bush
9. Eli Cash Vs. The Godless Savages
10. See You In Shell