ICED EARTH: The Glorious Burden

ICED EARTH: The Glorious Burden

Ich möchte bei diesem Review gar nicht auf die Diskussionen die allerorts geführt wurden eingehen. Diskussionen ob Mathew Barlow ein Weichei und schlechter Sänger oder Jon Schaffer ein Banddiktator bzw. ein Pazifistenarschloch ist.

Tatsache ist, dass ICED EARTH mit dem Einstieg von ex-JUDAS PRIEST-Sänger Tim Owens und der Vorabsingle The Reckoning bereits im Vorfeld des Longplayers „The Glorious Burden“ in aller Munde waren.

Nach der Rezension der etwas enttäuschenden Vorabsingle „The Reckoning“ hatte ich bedenken, ob ICED EARTH wenigstens über die volle Länge nochmals die Kurve bekommen. Ich wollte dabei 150 % auf Nummer sicher gehen und „The Glorious Burden“ lief in penetranter Dauerrotation mit dem endgültigen Resultat, dass dieser Output keinen Suchtfaktor besitzt. Dieses Album kann nicht wirklich mitreißen, weißt zwar einige Highlights auf, dahingegen auch viele Stücke, die nach dem Dauertest vor sich hinplätschern und ich immer öfter das Bedürfnis hatte die Skiptaste zu betätigen. Was den Gesang anbelangt, so hat Neuzugang Tim Owens einen guten Job abgeliefert und singt besser (da variabler) als bei JUDAS PRIEST. Von melancholisch einfühlsam, über aggressiv kernig, bis hin zu den typischen hohen PRIEST-mäßigen Screams zeigt Owens, dass er sich zu den besten Metalshoutern weltweit zählen darf.

Musikalisch gibt es auch ein paar Veränderungen zu vermelden. So sind ICED EARTH anno 2004 nicht mehr so hart wie früher, haben viel balladeskes/akustisches Material am Start und das typische Schaffer-Stakkato-Riffing wurde reduziert. Ja, ICED EARTH haben für meinen Geschmack irgendwie Federn gelassen und ich werde das Gefühl nicht los, dass die Amis krampfhaft versuchen als härtere Version von IRON MAIDEN auf sich aufmerksam machen zu wollen. Auffällig bei einigen Arrangements, Melodiebögen und Songstrukturen. Highlights von „The Glorious Burden“ sind fast an einer Hand abzuzählen. Sehr ansprechend in meinen Ohren klang zum Beispiel das 32-minütige Monumentalwerk „Gettysburg (1863)“ (unterteilt in die Songs „The Devil To Pay“, „Hold At All Costs“ und „High Water Mark“), welches alle typischen ICED EARTH-Trademarks und Facetten des Power Metals gehobener Klasse aufweist. Zudem wurde bei „Gettysburg (1863)“ das Prager Philharmonie Orchester integriert, welches für die nötige Spannung und Bombast sorgt. Weiterhin kann mich „The Reckoning (Don´t Tread On Me)“ überzeugen, welches auch der beste Track der Vorabsingle war. „Declaration Day“, welches mit einem schönen Refrain aufwartet und das Doublebass-lastige/Stakkatoriff geprägte „Attila“ lassen ebenso aufhorchen. Das waren dann auch schon meine Highlights. Das balladeske Material wirkt schon noch wenigen Hördurchgängen ausgelutscht und den anderen Kompositionen fehlt leider das gewisse etwas, was ICED EARTH groß gemacht hat.

Nein, „The Glorious Burden“ ist nicht das Hammeralbum, welches vielleicht viele erwartet haben und ich zieh mir dafür lieber Klassikerwerke wie „Burnt Offerings“, „The Dark Saga“ oder „Something Wicked This Way Comes“ rein.

Veröffentlichungstermin: 12.01.2004

Spielzeit: 70:35 Min.

Line-Up:
Richard Christy – drums

Jon Schaffer – guitars

James MacDonough – bass

Tim Owens – vocals

Produziert von Jim Morris & Jon Schaffer
Label: SPV

Hompage: http://www.icedearth.com

Tracklist:
Declaration Day

When The Eagle Cries

The Reckoning (Don´t Tread On Me)

Attila

Red Baron/Blue Max

Hollow Man

Waterloo

Valley Forge

Gettysburg 1863:

The Devil To Pay

Hold At All Costs

High Water Mark

Psycho