WARLORD: Best of Warlord

WARLORD: Best of Warlord

WARLORD sind nicht einfach eine Kultband aus den frühen 80ern. WARLORD sind eine Legende! WARLORD stehen für hochmelodiöse Gitarren, donnerndes Schlagzeug, strahlenden Gesang und großartiges Songwriting! Die Bandgeschichte ist schnell erzählt: Gründung, geniale Debüt-EP, Sampler-Beitrag, großartige Single, gefaktes Live-Album, zwischendurch diverse Besetzungswechsel, Auflösung, 18 Jahre Pause, enttäuschendes Reunions-Album, Wacken-Auftritt, (vorläufiges) Ende.

Der Albumtitel dieser 1993 veröffentlichten CD hält in diesem Fall ausnahmsweise, was er verspricht. Tatsächlich sind sämtliche WARLORD-Stücke darauf enthalten, die bis dato veröffentlicht wurden. Im Klartext heißt das, dass die Band bis dahin keinen einzigen schwachen Song geschrieben hat! (Das 2002er Album Rising Out Of The Ashes enthält dagegen leider fast ausschließlich schwache Songs. In meiner Verzweiflung wurde ich seinerzeit sogar zum NIGHTWISH-Fan!)

Schon der exzellente Opener Deliver Us From Evil begeistert mit tollen Gitarren, bärenstarkem Gesang und dem allgegenwärtigen Schlagzeugspiel von Mark Zonder, der später mit einem wesentlich differenzierterem Stil bei FATES WARNING trommelte. Der Sound ist dicht und doch klar. Schon bei geringer Lautstärke funktioniert die Musik tadellos, während sie bei angemessener Lautstärke ihren ganzen epischen Glanz entfalten kann!

Winter Tears besitzt zwar einen balladesken Touch, ist aber dennoch ein mitreißendes Lied mit zauberhaften Melodien. Die Uptempo-Nummer Child Of The Damned ist dank HAMMERFALL zu späten Ehren gekommen, wobei die Klasse des Originals freilich nicht erreicht wurde. Generell werden WARLORD nicht zuletzt wegen Songs wie Lucifer´s Hammer stets als klassische Power Metal-Band dargestellt. Dabei gibt es textlich wie musikalisch viele Momente, in denen die (mittlerweile gängigen) Klischees erfolgreich umgangen werden. Penny For A Poor Man zeigt die Band von einer nachdenklicheren Seite und Soliloquy ist ein Paradebeispiel für die gelungene Integration von Keyboards in die Musik. Selbst das vermeintlich typische Aliens handelt nicht etwa von einer Invasion aus dem All, sondern gebraucht die Außerirdischen lediglich als Metapher für zwischenmenschliche Verfremdung.

Neben den genannten Liedern gehören auch noch das wunderschöne Lost And Lonely Days und das böse Mrs. Victoria zu den Höhepunkten einer CD, die eigentlich nur aus Höhepunkten besteht! Stimmlich gefällt mir Damien King I (erste Albumhälfte) wesentlich besser als Damien King II (zweite Albumhälfte). Allerdings spricht es für die Klasse des Songmaterials, dass auch der dünne Gesang von Damien King II den Hörgenuss kaum merklich schmälert.

Kurzum: Pflichtstoff für alle Fans von melodischem Power Metal!

Spielzeit: 58:48 Min.

Line-Up:
Jack Rucker (Damien King I): Gesang

Rick Cunningham (Damien King II): Gesang

William J. Tsamis (Destroyer/The Raven): Gitarre, Bass

Mark Zonder (Thunderchild): Schlagzeug

Dave Watry (Archangel): Bass

Diane Kornarens (Sentinel): Keyboard

Produziert von Bill Tsamis und Mark Zonder
Label: Metal Blade

Tracklist:
1. Deliver Us From Evil

2. Winter Tears

3. Child Of The Damned

4. Penny For A Poor Man

5. Black Mass

6. Lucifer´s Hammer

7. Mrs. Victoria

8. Aliens

9. Lost And Lonely Days

10. Beginning/Lucifer´s Hammer

11. Soliloquy

12. MCMLXXXIV

13. Child Of The Damned

Jutze
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