BLACK SABBATH: Heaven And Hell

Acht Songs für die Ewigkeit – Vor 27 Jahren veröffentlichten BLACK SABBATH einen Meilenstein. Dieses Jahr konnte man die Songs endlich im Fast-Line-Up dieses Albums erleben. Der perfekte Zeitpunkt für den schriftlichen Kniefall vor "Heaven And Hell"

Wie für viele anderen, auch waren die Ozzy-Alben mein erster Kontakt mit BLACK SABBATH. Paranoid und Master Of Reality waren es, die mich mit dem Sound der Briten infizierten. Doch kein anderes Album hatte solch eine Wirkung auf mich, wie Heaven And Hell. Nicht umsonst ist diese Scheibe bei metal-archives.com die mit der höchsten Durchschnittswertung aller BLACK SABBATH-Studioalben.

Wann, wenn nicht dieses Jahr, ist es an der Zeit, einem der großartigsten Metal-Alben aller Zeiten die Ehre zu erweisen. 27 Jahre nach der Veröffentlichung dieses Meilensteines haben BLACK SABBATH sich aufgerafft, im wohl besten Line-Up aller Zeiten wieder auf Tour zu gehen. Ok, Drummer Vinnie Appice stieß erst zum Nachfolger Mob Rules dazu, aber solcherlei Kleinigkeiten sollen uns hier nicht weiter stören. Und weil man nicht von Tante Sharon verklagt werden will, wählt man welchen Namen für die Reinkarnation? Natürlich, den des besten Albums, welches die Besetzung mit Ronnie James Dio hervor gebracht hat: Heaven And Hell. Dieses Album ist perfekt. Punkt! Nicht ein einziger Song in diesen vierzig Minuten verdient nicht die Bezeichnung anbetungswürdig. Alleine der Opener Neon Knights ist mit Worten kaum zu beschreiben.

Oh No Here It Comes Again
Can´t Remember When We Came So Close To Love Before

Dies sind die ersten Worte, die Dio´s magische Stimme zu verlauten gibt. Er, der zuvor schon die ersten drei RAINBOW-Alben mit seiner Stimme veredelte und einige Jahre später unter eigener Flagge mit Holy Diver einen weiteren Meilenstein veröffentlichen sollte, zeigt auf diesem Album, wie er zu dem Spitznamen The Voice Of Metal gekommen ist. Ozzy tat sicher gut daran, die DIO-Jahre während seiner Auftritte mit BLACK SABBATH stets auszuklammern, er wäre eh kläglich an der Vorlage, die ihm der kleine Italiener gegeben hat, gescheitert. Die Rhythmusabteilung um Geezer Butler und Bill Ward groovt vom allerfeinsten, und Iommi soliert wie losgelöst, als hätte es erst einen Sänger wie Dio gebraucht, um sein volles Potential auszuspielen. Klar, solche Soli wären auf den ersten BLACK SABBATH-Platten auch irgendwie fehl am Platze gewesen. Wer glaubt, dass nach diesem Opener das Album ja eigentlich nur abfallen kann, hat sich geschnitten. Leichtfüßig dahintänzelnd beginnt das epische Children Of The Sea, an welchem sich selbst Götter wie JAG PANZER die Zähne ausgebissen haben. Und es geht noch besser. Der Titeltrack ist ein achtminütiges, an Dramatik kaum zu überbietendes Meisterstück in Sachen Heavy Metal. Ein einziger Spannungsbogen und das absolute Highlight einer jeden Show von HEAVEN AND HELL oder auch DIO.

The World Is Full Of Kings And Queens.
Who Blind Your Eyes And Steal Your Dreams.
It´s Heaven And Hell!

Spätestens jetzt muss er doch kommen, der qualitative Absacker nach dem absoluten Highlight. Weit gefehlt, auch Wishing Well lässt keinerlei Kritik zu. Hört euch mal Geezer Butlers Bassspiel bei diesem Song an! Man, ist dass eine coole Sau! Ok, ich gebe es zu, Walk Away hält den Vergleich mit den restlichen Songs auf Heaven And Hell nicht stand. Das Stück ist ohne Frage gut, hat aber im Vergleich zu den ihn umgebenden Liedern einfach deutlich das Nachsehen. Viele andere Bands würde trotz allem töten um so einen Song auf einem Album zu haben, hier, auf diesem, ist er allerdings dann doch das Schlusslicht.

Und während gerade mal wieder die letzten Takte des melancholischen Rausschmeißers Lonely Is The World aus den Boxen klingen weiß ich, dass dies eines der Alben ist, die für die Ewigkeit gemacht sind. Hier haben vier Ausnahmemusiker zusammen gefunden, um etwas wirklich einmaliges zu erschaffen. Einmalig tatsächlich, denn das folgende Album Mob Rules war ohne Frage stark und enthält den einen oder anderen Song der auch auf Heaven And Hell hätte stehen können. Insgesamt aber hat der Zweitling der Dio-Ära nicht den Hauch einer Chance gegen seinen Vorgänger. Wie faszinierend muss es gewesen sein, die Veröffentlichung dieses Albums miterlebt zu haben? Die Überraschung und – wenn man nicht völlig geschmacksverwirrt ist – die Begeisterung! Mag sein, dass sich auf Paranoid die größten Hits der Bandgeschichte befinden, kann sein, dass das Debüt, vor allem für die Doom-Szene wichtiger war. Aber was Heaven And Hell auszeichnet ist seine schiere Makellosigkeit. Wenn ihr nur ein BLACK SABBATH-Album in eurem Leben kaufen wollt, sorgt dafür, dass es dieses hier ist!

Veröffentlichungstermin: 01.04.1980

Spielzeit: 40:08 Min.

Line-Up:
Ronnie James Dio – vocals
Tony Iommi – guitar
Geezer Butler – bass
Bill Ward – drums

Session Musiker:
Geoff Nicholls – keyboards

Tracklist:
01. Neon Knights
02. Children Of The Sea
03. Lady Evil
04. Heaven And Hell
05. Wishing Well
06. Die Young
07. Walk Away
08. Lonely Is The World