HARVESTMAN: Trinity

Ein reduzierter und minimalistischer Soundtrack, der auch ohne die dazugehörigen Bilder dem Hörer Gänsehaut bereitet.

Steve von Till ist ein Musiker, der mit dem Horrorgenre eigentlich gar nichts zu tun hat. der aber einen italienischen Horrorfilm zur klanglichen Klasse verhilft. HARVESTMAN hat ein neues Werk parat, das auch optisch düsterer und simpler gehalten ist als In A Dark Tongue, aber genau da ansetzt, wo Lashing The Rye aufhörte. Mal ist Trinity etwas hoffnungsvoll und wunderschön, mal ist es beschwörend und richtiggehend schwarz, aber niemals wird hier Effekthascherei betrieben. Das passt eigentlich gar nicht zu einem modernen Horrorfilm, aber es passt zu HARVESTMAN. Hier wird viel reduziertere Musik geboten, als auf In A Dark Tongue, nur wenige Spuren und Effekte werden über ansonsten pur klingende Instrumente gelegt – das hat etwas Reines und sehr Schönes.

Dadurch, dass dem Hörer bewusst ist, dass Trinity ein Soundtrack ist, ist der Gesamteindruck relativ lose, eine durchgehende Soundwand ergeben die sechzehn Songs nicht. Hier finden sich Stücke vom Debütalbum Lashing The Rye, wie March To Loch Barren, Amongst The Heather und das dramatische Sheep-Crook And Black Dog, die meistens etwas versöhnlicher gestimmt sind, außerdem findet sich mit Harvestmesse ein recht lichter Einstieg in Trinity. Von den offenbar düsteren Szenen des Films hat sich Steve von Till allerdings besonders inspirieren lassen: Trinity, das immer wiederkehrende Pure-Thema, Dig, Dead Flowers und Separation sorgen für Gänsehaut und bauen eine zum zerreißen gespannte Stimmung auf.

HARVESTMAN bietet auf Trinity meist relativ kurze Stücke, die es zusammen auf siebzig Minuten tiefe, spannende und schwer definierbare Musik bringen. Es hat seine Längen, vor allem wenn sich die atmosphärischen Stellen etwas ziehen, aber es gibt auch Momente, die völlige Gänsehaut bedeuten. Daher großen Respekt vor Steve von Till: ErMini hat völlig im Alleingang eine tiefe Filmmusik geschrieben, wie sie es sie nur selten zu hören gibt. In A Dark Tongue ist zwar das bessere der beiden neuesten HARVESTMAN-Abenteuer, allen Freunden von psychedelischem Drone, bizarrem Post-Folk und Ambient darf man Trinity trotzdem bedenkenlos ans Herz legen.

Veröffentlichungstermin: 23. April 2010

Spielzeit: 71:30 Min.

Line-Up:

Steve von Till – Electric Guitar, Appalachian Dulcimer, Synthesizer, M-Trin, Piano, bass, Manipulation, Filters, Ring Modulator, Loops, Vocals, Delay, Distortion

Produziert von Steve von Till
Label: Neurot Recordings

Homepage: http://www.vontill.org

MySpace: http://www.myspace.com/heathenpsych

Tracklist:

1. Harvestmesse
2. Trinity
3. March To Loch Barren
4. Pure Space
5. Amongst The Heather
6. Dig
7. Don´t Play With Water
8. Dead Flowers
9. Pure Phase
10. Reflections
11. Pure
12. Melleadh
13. Separation
14. The Thunderer
15. Sheep-Crook And Black Dog
16. Pure Space II