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GLASS HAMMER: Culture Of Ascent

Neues Studioalbum der Prog Rocker. YES heißen die Vorbilder, erreicht wird deren Niveau aber leider nicht.

Jede Band hat ihre Vorbilder, die einen mehrere, die anderen weniger. Bei GLASS HAMMER könnte man böswillig sagen, sie hätten nur ein einziges Vorbild, es nennt sich YES!
Der Sinn, als Opener ihres – wenn ich richtig gezählt habe – zehnten Albums mit “South Side Of The Sky” ausgerechnet auch noch eine Coverversion von “ratet-mal-wem” auszuwählen, erschließt sich mir ganz und gar nicht, wenn dann aber auch noch YES-Fronter Jon Anderson für die Gastvocals zuständig ist, frage ich mich tatsächlich, was das soll, zumal die Originalversion (zu finden auf dem 72er-Prachtwerk “Fragile”) trotz oder gerade auf Grund technischer Perfektion zu keinem Zeitpunkt erreicht wird. Das liegt nicht an den Vocals von Sängerin Susie Bogdanowicz, sondern ganz einfach daran, dass das Komplettpaket ziemlich plastisch und leblos wirkt und die Originalversion sowieso nicht mehr getoppt werden kann.
Die eigenen Songs, die größtenteils mit männlichen Vocals versehen wurden, darunter selbstverständlich auch zwei Mammuttracks, erinnern dann auch unentwegt an die unerreichbaren Vorbilder oder zitieren auch mal KANSAS, zumindest sobald die “Gaststreicher” einsetzen.
Wenn GLASS HAMMER mal eigene Akzente setzen, dann klingt das alles andere als übel, aber erstens ist das viel zu selten der Fall, zumal dann auch noch Jon Anderson wieder regelmäßig zum Einsatz kommt, und zweitens fehlen auch da die Überraschungsmomente bzw. die richtig packenden Parts.
Natürlich wurde “Cultures Of Ascent” perfekt wenn auch etwas klinisch produziert und natürlich sind die Musiker spieltechnisch über jeden Zweifel erhaben, aber wie man Musik, die absolut nichts Neues zu bieten hat, progressiv nennen kann, ist und bleibt mir schleierhaft. Mit Sicherheit werden die Die Hard-Progger, die sowieso nichts Anderes hören wollen, das nicht verstehen können und Fans der alten GLASS HAMMER-Alben dürfen bei just for kicks ebenfalls gerne blind zugreifen, aber mich reißt das einfach nicht sonderlich vom Hocker bzw. langweilt es mich zeitweise sogar. Für Abende am Kaminfeuer mag “Culture Of Ascent” o.k. sein, richtige Tiefe kann ich aber nicht entdecken.

Veröffentlichungstermin: 23.10.2007

Spielzeit: 69:11 Min.

Line-Up:
Carl Groves – vocals
Susie Bogdanovicz – vocals
David Walliman – guitars
Steve Babb – bass, mellotron, pipe organ & backling vocals
Fred Schendel – keys, acoustic guitar & backing vocals

Label: Arion Records

Homepage: http://www.glasshammer.com

Tracklist:
01. South Side Of The Sky
02. Sun Song
03. Life By Light
04. Ember Without Name
05. Into Thin Air
06. Rest

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