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EVANGELIST: Deus Vult

EVANGELIST: Deus Vult

Ho Ho Ho! Weihnachtlich ist’s! Gott will es so (Gott und all die Leute, die Weihnachten feiern, weil sie halt denken, sie brauchen’s). EVANGELIST feiern bestimmt auch Weihnachten, handelt es sich doch, egal, wie oft ich “Deus Vult” (“Gott will es”) mir versuche, textlich schönzuhören, um ein durch und durch christliches Album, jedenfalls, wenn man mit Christentum in erster Linie Kreuzzüge und so verbindet, irgendwas Blutiges eben, Abschlachten, um in den Himmel zu kommen.

Es will was heißen, dass ich, der nun wirklich schon alles an extremem Metal gehört und konsumiert hat in seinem Leben, ausgerechnet von sowas abgestoßen werde. Es bleibt zwar die Frage offen, ob wir es hier mit Konzept oder Überzeugung zu tun haben, aber unangenehm ist es allemal, wenn voll hymnischer Inbrunst zum Kreuzzug aufgerufen wird.

Großartige Musik, problematischer Inhalt

Zumal die Musik dazu wirklich exzellent ist – EVANGELIST wissen, was Doom Metal braucht: Die Produktion ist nahezu perfekt, ein bombastisch finsterer Triumph, der den Polen die perfekte Basis bietet für eine epische Hymne nach der anderen, so dass wir es hier eigentlich mit einem echten Top-10-Kandidaten zu tun zu haben. “Memento Homo Mori” sticht etwas heraus, aber eigentlich gibt es keinen einzigen Ausfall zu vermelden, und mit “Heavenwards” schält sich nach einiger Zeit noch ein zweiter hartnäckiger Ohrwurm heraus. Zwar mag den einen oder die andere der polnische Akzent des Sängers etwas stören, aber die Band bietet genug Melodie, Atmosphäre und Abwechslung, um auf Albumlänge jedem Fan epischen Doom Metals das Wasser im Munde zusammenlaufen zu lassen.

Aber dieser Katholizismus, oh je. Ich mein, eigentlich find ich den ja sympathisch: fröhlicher Mummenschanz, man kann sich alles erlauben, wenn man’s nur hinterher beichtet, und unfreiwillig komisch wird’s auch ständig. Aber beim Abfeiern von Religionskriegen hört’s bei mir irgendwie auf. Dich stört’s nicht? Warum liest du dann hier noch, hör dir “Deus Vult” an, es ist sehr gut!

Spielzeit: 44:38 Min.

Veröffentlicht am 21.12.2018 auf Nine Records
EVANGELIST auf Bandcamp

EVANGELIST “Deus Vult” Tracklist:

1. God Wills It! (6:53)
2. Memento Homo Mori (6:15) (Lyric-Video bei YouTube)
3. Heavenwards (6:10) (Audio bei Bandcamp)
4. Prophecy (5:52)
5. The Passing (6:20)
6. The Leper King (4:36)
7. Eremitus (Keeper of the Grail) (8:31)

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Andreas ist mit vampster und Metal großgeworden, liebt Wald- und Wiesenmusik und dreckigen Punk und alles, was dazugehört (Whisky, Wanderschuhe und ein kaltes Bier in dunklen Kellern z.B.), und schreibt und singt und kämpft für das Wahre, Gute und Schöne.