DEWOLFF: Wolffpack

70er Soul, Funk, Rock, Groove – “Wolffpack” zeigt einen coolen Mix

Die Niederländer DEWOLFF hab ich tatsächlich aus den Augen verloren, obwohl ich von den ersten beiden Alben “Strange Fruits And Undiscovered Plants” und “Orchards/Lupine” echt begeistert war. Gut zehn Jahre später hängt nun das neunte Studioalbum “Wolffpack” in der Dauerrotation, die van den Poel-Brüder Pablo und Luka und Tastenmann Robin Piso haben offensichtlich nichts verlernt. Im Gegenteil, und auch diese für alle doofe Zeit wissen sie zu nutzen. “Nie wieder in unserem Leben werden wir so viel Zeit haben, um Inspiration aufzusaugen, zu schreiben und aufzunehmen”, hatte Pablo treffend erkannt.

DEWOLFF nutzten die Zeit für das neue Album “Wolffpack”

Rausgekommen ist “Wolffpack”, was sowohl für die beteiligten Gäste steht als auch für die echten Fans. Im Juni letzten Jahres kündigten DEWOLFF einen speziellen Wolffpack-Service an. Diejenigen, die ein Abonnement abschlossen, bekamen zehn Wochen lang alle zwei Wochen drei neue Songs, und die Fans konnten die Tracklist für ein Album exklusiv für sich zusammenstellen. Sehr coole Idee für ein sehr cooles Album. Unterstützt wurden DEWOLFF u.a. von den Rotterdamer Roots-Rockern THE DAWN BROTHERS, den Blues Rockern THE GRAND EAST, der Bläser-Band BROKEN BRASS sowie vom französischen Singer/Songwriter Theo Lawrence. Bei der ersten Single-Auskopplung “Yes You Do” schiebt der ehemalige WOLFMOTHER-Bassist Ian Peres die tiefen Töne ein, die niederländische Singer/Songwriterin Judy Blank ist ebenfalls vertreten.

70er Soul, Funk, Rock, Groove – “Wolffpack” zeigt einen coolen Mix

“Yes You Do” bietet dann auch den Auftakt, anfangs schwer, fast doomig, knarzig mit fuzzy Gitarren und drückender Hammond. Aber nein, der Song dreht sich in einen coolen funky Groove, bei dem man sofort mitzappelt. Tanzalarm in der Hippie-Disco, dem Flow des Songs kann man sich kaum entziehen, wenn man denn genug Hippie in den Adern hat. Die Backings von Singer-Songwriterin Judy Blank peppen den Song nochmals auf. Auch “Treasure City Moonchild” hat einen coolen Groove, ein Wort, dass sich durch das gesamte Album zieht. Schwulstig soulig wird es bei “Do Me”, nicht nur bei den ruhigeren Momenten kann man statt an Rock-Klassiker auch mal an die frühen BEE GEES denken, auch durch die oft hoch angelegten Vocals.

Da rockt “Sweet Loretta” wieder mehr, sehr cool, verfeinert mit Vocals von Diwa Meijman von der Roots-Pop Band DARILYN. “Half Of Your Love” blubbert angenehm im 70er Disco-Stil, “Lady J.” schiebt eine fette Portion Southern Rock rein. Ähnlich geht es weiter, immer mit reichlich Groove, Feeling und Coolness. Die gibt es auch beim rockenden “R U My Savior?” mit reichlich Bläsergetröte von BROKEN BRASS. Definitiv eins der Highlights auf “Wolffpack”. “Hope Train” zeigt sich zum Abschluss als nachdenkliche Geschichte, inspiriert von einem Roman über zwei Sklaven in den USA im 19. Jahrhundert. Der Anfang wurde mit einem uralten Kasstettenrecorder aufgenommen, um diesen authentischen Sound alter Bluesaufnahmen hinzukriegen. Ein knurriger Part, eine nachdenkliche Bridge, ein zappeliger Groove, ein fettes Hammond-Solo, klasse!

DEWOLFFs “Wolffpack” wird sicher Dauergast im Player bleiben

Egal wie lange ich DEWOLFF nicht gehört habe, mit “Wolffpack” bestätigen sie alles, was sie mit ihren ersten beiden Alben bereits gezeigt hatten. Hat man damals noch eher an die gerade kochende Retro/Stoner Rock-Szene gedacht, so sind sie nun noch tiefer in den 60er und 70er versunken. Klar, sie sind ja jetzt auch schon älter. Ihr Mix aus 70er Soul, Blues, Funk, Motown, Psychedelic- und Southern Rock ist sehr cool und in dieser Form sehr eigenständig. Das Trio hat alles richtig gemacht, die Zeit perfekt genutzt und die passenden Freunde an der Seite gehabt. Ja klar, vielleicht werden sie nie wieder so viel Zeit haben, um Inspiration aufzusaugen, zu schreiben und aufzunehmen. Und wir vielleicht nicht, so viel Musik zu hören, wenn der normale Alltag zurück kommt. Bis dahin wird “Wolffpack” sicher Dauergast im Player bleiben.

Zeit genug sollte auch sein, sich das unterhaltsame Releasekonzert anzuschauen!

Veröffentlicht am 05.02.2021

Spielzeit: 47:41 Min.

Lineup:
Pablo van den Poel – Vocals, Guitar
Luka van den Poel – Bass, Keyboards, Drums
Robin Piso – Hammond, Keyboards

Label: Mascot Records

Homepage: https://www.dewolff.nu

Mehr im Web: https://www.facebook.com/dewolfficial

Die Tracklist von “Wolffpack”:

1. Yes You Do (Video bei youtube)
2. Treasure City Moonchild
3. Do Me
4. Sweet Loretta
5. Half of Your Love
6. Lady J
7. Roll Up The Rise
8. Bona Fide
9. R U My Savior?
10. Hope Train