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DAWN OF WINTER: Pray For Doom

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Eigentlich sind doofe Witze über Doom-Bands mit arg langen Wartezeiten zwischen zwei Veröffentlichungen irgendwie ausgelutscht. So ganz verkneifen kann ich mir den Gedanken aber nicht, dass DAWN OF WINTER auch was ihre Veröffentlichungspolitik angeht, den Doom Metal vollkommen verinnerlicht haben. In nun schon 27 Jahren Bandgeschichte ist “Pray For Doom” gerade mal das dritte Album, der Vorgänger “The Peaceful Dead” liegt zehn Jahre zurück und selbst die sehr coole “The Skull Of The Sorcerer”-EP hat schon ein halbes Dutzend Winter auf dem Buckel. Andererseits bleiben Veröffentlichungen der Band somit etwas besonderes, etwas dem der Doom-Underground entgegenfiebern kann. Beeindruckend finde ich dabei auch, dass das Line Up der Band seit dem Einstieg von Schlagzeuger Dennis Schediwy nun schon seit 1993 konstant ist. Muss man auch erstmal schaffen.

Doom Metal für Puristen

Nun ist es also mal wieder soweit und alle Doom Metal-Puristen haben das Teil vermutlich eh schon im Schrank stehen, da ich meine Rezension thematisch passend leider auch im Doom-Tempo fertiggestellt habe. Allen Anhänger der echten, unverfälschten Doom-Schule die “Pray For Doom” tatsächlich noch nicht haben, sei hiermit gesagt, dass sie das schleunigst ändern sollten. DAWN OF WINTER gehen so puristisch und kompromisslos zu Werke wie eh und je. Kein Epic Doom, kein Power Doom, nein, einfach nur purer Doom Metal. Einzige Ausnahme ist das rhythmische, eigenwillige “Orchestra Bizarre”, welches die vertonte Lethargie kurz durchbricht und den Doom-Dancer zum Zappelphillip mutieren lässt.

Die Stücke sind allesamt sehr reduziert gehalten. Wenige, simple aber wirkungsvolle Riffs, wenig Leadgitarre, ein solides Rhythmusfundament und über allem thronend Gerrit Mutz´ mal klagender, mal leidender, mal beschwörender Gesang. Mehr brauchen DAWN OF WINTER nicht für fünfzig entschleunigte Minuten. Monotonie kommt dabei zu keiner Sekunde auf. Der Opener “A Dream Within A Dream” kriecht geradezu aus den Boxen, walzt behäbig dahin. Das diabolische, beschwörende “The Thirteenth of November” ist eine mächtige Doom-Hymne, die zum Headbangen und Fistraisen einlädt. Gleiches gilt für den Titelsong, der gleichzeitig das abwechslungsreichste Stück des Albums ist.

No bullshit – just doom!

Bei beiden Songs brilliert Gerrit Mutz mit absolut großartigen, packenden Gesangslinien. Bei “Sweet Taste Of Ruin” singt Gerrit irgendwann “…relax…” und so merkwürdig, wie mein Hirn nun mal arbeitet, habe ich, als ich den Song zum ersten Mal hörte an etwas völlig anderes denken müssen, als Gerrit wohl im Sinn hatte. Und nun habe ich jedes Mal an dieser Stelle FRANKIE GOES TO HOLLYWOOD im Kopf. Danke DAWN OF WINTER… Ein weiteres Highlight ist der Abschlusstrack “Father Winter”, ein trostloser, zehnminütiger Trauermarsch.Mit “Pray For Doom” liefern DAWN OF WINTER ein weiteres Manifest puren Doom Metals ab, welches man als Genre-Fan auf jeden Fall gehört haben muss. No bullshit – just doom!

Veröffentlichungsdatum: 07.12.2018

Spielzeit: 51:54

Line Up:
Gerrit P. Mutz – vocals
Jörg M. Knittel – guitars
Joachim Schmalzried – bass
Dennis Schediwy – drums

Label: I Hate Records

Bandhomepage: dawnofwinter.de
Facebook: facebook.com/Dawn-Of-Winter

DAWN OF WINTER “Pray For Doom” Tracklist

01. A Dream Within a Dream (Audio bei Youtube)
02. The Thirteenth of November
03. Woodstock Child
04. The Sweet Taste of Ruin (Audio bei Youtube)
05. Pray for Doom
06. The Orchestra Bizarre
07. Paralysed by Sleep
08. Father Winter (Sacrifice Pt. 3)