BURNING WITCHES: Dance With The Devil

BURNING WITCHES: Dance With The Devil

„Nichts Neues aus dem Hause BURNING WITCHES„, ist man versucht zu sagen, nachdem man mit dem neuen Album der Schweizerinnen, „Dance With The Devil“, durch ist. Dabei gab es seit dem Vorgängeralbum „Hexenhammer“ eine wesentliche Änderung im Line-Up: Die holländische Gesangs-Legionärin Laura Guldemond (Ex-SHADOWRISE) ersetzte Seraina Telli.

Musikalisch blieb hingegen alles beim Alten. BURNING WITCHES setzen auf klassischen Heavy Metal, der sein Hauptaugenmerk auf eingängige Melodien und Rhythmen legt. Auch dem beinahe starren Festhalten am Mid-Tempo wurde kein Ende bereitet. Leider.

„Dance With The Devil“ gleicht dem Vorgängeralbum

Die eingangs erwähnten Parallelen zu „Hexenhammer“ sind nicht nur in musikalischer Hinsicht festzumachen, auch der Aufbau des Albums kommt einem Déjà-vu-Erlebnis gleich. So wurde da wie dort eine Ballade in die Mitte des Albums eingebettet und dem Intro folgt ein starker Opener, der da wie dort mit der beste und bissigste Song des Albums ist. Denn im Falle von „Dance With The Devil“ geht „Lucid Nightmare“ ganz gut ab und weiß mit ein paar gefälligen Elementen zu gefallen. Vielleicht auch deshalb, weil BURNING WITCHES hier auch einmal etwas flotter agieren. Ebenfalls gelungen ist „Sea Of Lies“, das kompositorisch etwas vielschichtiger anmutet.

BURNING WITCHES spielen mit verschiedenen Genres

Doch einen kompletten Stillstand will man BURNING WITCHES nicht nachsagen. Die Schweizerinnen experimentieren durchaus mit verschiedenen Genre-Elementen, aber vielleicht ein bisschen halbherzig. So ist „Wings Of Steel“ hymnisch angehaucht, was angesichts des plakativen Titels nicht verwundert, aber weit mehr Biss und Epos vertragen könnte, um so richtig episch rüberzukommen. Der Titeltrack „Dance With The Devil“ trägt eine gewisse Rock-Attitüde in sich, was den Song im Gesamtkontext des Albums etwas verblassen lässt. Bei „Necronomicon“ ist gar ein Death Metal-Riff zu vernehmen, wenngleich dieses aufgrund des zu trägen Tempos nicht zünden will.

„Dance With The Devil“ ist ein gut auf die Zielgruppe zugeschnittenes Album

Bleibt zum Schluss noch der Line-Up-Wechsel. Laura Guldemond führt BURNING WITCHES eine professionelle Stimme zu, die vor allem in den mittelhohen Bereichen gut funktioniert. Es scheinen die Vocals einer richtigen Rock-Röhe zu sein, die durchaus variantenreich sind. Doch konnte ich dem vorherigen Gesang von Seraina Telli ebenfalls etwas abgewinnen, wenn nicht sogar mehr. Somit ein solides und gut auf die Zielgruppe zugeschnittenes Heavy Metal-Album mit zwei, drei wirklich guten Songs.

Veröffentlichungstermin: 06.03.2020

Spielzeit: 52:24 Min.

Line-Up:
Laura Guldemond – Gesang
Romana Kalkuhl – Gitarre
Sonia Nusselder – Gitarre
Jeanine Grob – Bass
Lala Frischknecht – Schlagzeug

Gast-Musiker:
ROSS THE BOSS (Ex-MANOWAR) – Gitarre („Battle Hymn“)
Michael Lepond (SYMPHONY X) – Bass („Battle Hymn“)

Produziert von V.O. Pulver (GURD, POLTERGEIST) & Marcel Schirmer (DESTRUCTION) @ Little Creek Studio

Label: Nuclear Blast Records

Mehr im Netz: https://www.facebook.com/burningwitches666

BURNING WITCHES „Dance With The Devil“ Tracklist

01. The Incantation
02. Lucid Nightmare
03. Dance With The Devil (Video bei YouTube)
04. Wings Of Steel (Video bei YouTube)
05. Six Feet Underground
06. Black Magic
07. Sea Of Lies (Audio bei YouTube)
08. The Sisters Of Fate
09. Necronomicon
10. The Final Fight
11. Threefold Return
12. Battle Hymn [feat. Ross The Boss & Michael Lepond]

Bonus-CD (nur Digipak)

01. Mansion In Darkness (auch auf der 2LP-Version)
02. Black Magic (akustisch) (auch auf der 2LP-Version)
03. Executed (live)
04. Open Your Mind (live)
05. Hexenhammer (live)

 

Christian Wögerbauer
Christian ist seit 2005 unser Vertreter der Österreicher Metalszene, rezensiert gern im Bereich Doom / Death / Black / Thrash und auffallend gern Bands mit Sängerin. Genres: Death Metal, Doom-Death Metal, Doom Metal, Symphonic Metal, Gothic Metal, Sludge.