Jahresrückblick 2020 von andrea

2020 war nun nicht gerade das Jahr, in dem neue Genres mein Herz erobert haben, im Gegenteil. Besonders gut gefallen haben mir diese Platten:

benediction-scriptures-album-artwork-cover

BENEDICTION “Scriptures”: Weil ich den Groove der Briten seit den Neunzigern liebe.

LIK “Misanthrophic Breed”: Weil ich den HM2-Sound seit den Neunzigern liebe. Und weil LIK grandiose Songs schreiben.

good-bad-zugly-algorithm-blues

THE GOOD THE BAD AND THE ZUGLY “Algorithm and Blues” : Weil Punk’s Not Dead. Und weil’s das perfekte Album für einen Samstagabend ist (der dann höchstwahrscheinlich aus dem Ruder läuft).

ULCERATE: “Stare Into Death And Be Still”: Weil’s unglaublich schlau ist und gleichzeitig bei aller Komplexität so viel Seele hat.

paradise_lost-obsidian-cover

PARADISE LOST “Obsidian”: Weil ich Greg Macintosh-Fan bin. Außer die Phase Mitte der Neunziger, bis heute habe ich nicht verstanden, um was es da ging.

poison-whisky-enter-the-meatgrinder

POISON WHISKY “Enter The Meatgrinder”: Weil ich Taneli Jarva für einen grandiosen Sänger halte, technisch vielleicht nicht der Beste, aber seine Stimme berührt mich.

katatonia-dead-air-live-album-cover

KATATONIA “Dead Air”: Weil mich der Gesang von Jonas Renkse auf diesem Album total gefangen nimmt. Ansonsten höre ich von KATATONIA tatsächlich nur die “Brave Murder Day” – die nehme ich dafür regelmäßig zum Laufen mit.

DECEMBRE NOIR “The Renaissance Of Hope”: Weil’s zwischendurch so wunderschöne Melodien gibt.

draconian-under-godless-veil-cover

DRACONIAN “Under A Godless Veil”: Weil gut gemachter Gothic Doom Metal zeitlos ist.

NAPALM DEATH: Throes Of Joy In The Jaws Of Defeatism: Weil NAPALM DEATH immer etwas zu sagen haben. Musikalisch wie gesellschaftlich.

bombs-of-hades-phantom-bell-ep-cover

BOMBS OF HADES “Phantom Bells”: Weil’s eine launige Death/Crust-Platte ist. Und der Song “Bridge Of Sighs” ist fantastisch.

disbelief-the-ground-collapses

DISBELIEF “The Ground Collapses”: Weil man auch als Death Metal-Band über viele Jahre eigenständig klingen kann.

BLACK ROYAL “Firebride”: Weil diese Band alles durch den Dreck zieht.

Auch erwähnenswert:

MY DYING BRIDE “Macabre Cabaret”: Weil ich den Titelsong für einen der besten Tracks der Briten in den letzten 10 Jahre halte. Das gleicht den Rest der EP aus.

VAMPIRE “Rex”: Weil sich die Band auf das konzentriert, was sie sehr gut kann.

MIDNIGHT “Rebirth By Blasphemy”: Weil’s so herrlich dreckige, zeitlose und schmutzige Songs sind.

Und damit hier doch noch ein bisschen Abwechslung reinkommt, seien mit DOOLs “Summerland” und JONATHAN HULTÉNs “Chants from another place” auch ein Rock- und gar ein Folk-Album genannt.

ILSA “Preyer”: Weil ich von der Band mehr erwarte. CARCASS “Despicable”: Weil ich völlig die Verbindung zu dieser Band verloren habe. IN FLAMES: “Clayman (20th Anniversary Edition”: Weil man sowas nicht macht. SIX FEET UNDER “Nightmares Of The Decomposed”: Weil das Album ein einziger Albtraum ist. DANZIG sings Elvis: Weil ich naiv bin und ab und zu die Hoffnung hege, dass es mal wieder was wie die drei ersten DANZIG-Alben gibt.

DARK TRANQUILLITY “Moment” ist kein Flop, aber ich habe mit dem Album zu kämpfen. Es ist gut, aber es packt mich überhaupt nicht. Ich versuch’s in einigen Monaten nochmals, DARK TRANQUILLITY sind für mich eine Sommer-Band.

Der Abend mit DISILLUSION im Januar in Tübingen war famos – und beim Zurückdenken wird mir einmal mehr deutlich wie sehr ich Live-Musik und Konzertabende mit Freunden vermisse. Auf Sitzplatz- oder gar Autokonzerte hingegen habe ich verzichtet – besonders die Idee, Musik aus dem Auto heraus zu verfolgen, finde ich absolut befremdlich.

Die wenigen, dafür aber umso schöneren Treffen mit Freunden. Der Sommer-Urlaub, der ganz spontan möglich war und bei dem ich einmal mehr erlebt habe, dass man keine Fernreise machen muss, um etwas zu erleben.

Dass viele Menschen offenbar nicht dazulernen können oder wollen. Dass viele Menschen offenbar so an Ritualen hängen, dass sämtliche Vernunft dabei verloren geht. Dass es sowas wie gesunden Menschenverstand wohl doch nicht gibt.

Ein Jahresrückblick hat für mich immer etwas Buchhalterisches, fast wie eine Steuerklärung – nicht meine Welt, ich schau lieber nach vorne als zurück. Ich freue mich 2021 auf viele herausragende Alben, Zeit zum Songs schreiben dürften die meisten Musiker ja gehabt haben.

Großes kommt da mit “Necroceros” von ASPHYX und der neuen TRIBULATION auf uns zu. Und von THE CROWN, AT THE GATES, AMENRA, MOONSPELL, KREATOR; SOEN, BAEST; OBITUARY, OBSCURA und RAMMSTEIN erwarte ich viel.  Freuen würde ich mich sehr über was Neues von WOLFBRIGADE, STRIGOI und angeblich arbeiten ja auch D.R.I. an einem neuen Album.