Der Herr der Ringe-Film durch Metaller-Augen (Teil 2)

Hier der zweite Teil des Gedankenexperiments: Der Herr der Ringe-Film durch Metaller-Augen u.a. mit AC/DC, METALLICA und der Vampster-Redaktion höchstpersönlich.

Hier die Fortsetzung des Gedankenexperiments: Der Herr der Ringe-Film durch Metaller-Augen.
 
Wie sähe der Herr der Ringe-Film aus, wenn AC/DC Regie geführt hätten?

Die Hobbits wären kleine verschwitzte Kerle in kurzen Hosen, die wie blöd auf einem Bein durchs Auenland hüpfen. Boromir hätte eine ziemlich krächzige Stimme, würde ständig sein Horn anbrüllen und dabei etwas ungelenk herumzucken. Elfen, Frauen und andere Wesen mit graziler Ausstrahlung gäbe es gar nicht erst. Gimli, der alte Partyzwerg, wäre schon im Vorspann an seinem Erbrochenem erstickt. Der Ring wäre kein Ring, sondern eine große Glocke, an der Sauron ganz furchtbar teuflisch herumhängt und zu Beginn des Films mit einem markerschütterndem HEEEELLLS BEEEELLLS!-Schrei Mittelerde erbeben lässt, um sich kurz darauf grinsend eine Kippe anzuzünden und seine Lakaien mit den Hörnchenfingern zum Mitstampfen zu animieren.

Eine Storyline gibt es nicht, Hauptsache, der Film macht Laune. Teil drei sähe aus wie Teil eins und Teil zwei, nur irgendwie ein bisschen bluesiger. Irgendwie fänden es trotzdem alle geil…

Wie sähe der Herr der Ringe-Film aus, wenn FATES WARNING Regie geführt hätten?

Alles wäre ziemlich grau, die Orks und die Schergen Mordors nichts weiter als ein Hirngespinst, ein dunkler Schatten einer leidenden Psyche. Frodo würde schweigend und grübelnd durch Mittelerde ziehen und auf Ansprache seiner Gefährten allenfalls mit einem bedächtigem Kopfnicken und leisem Gemurmel reagieren. Die Gefährten fühlen sich recht hilflos und trotten dem kleinen nachdenklichen Hobbit in gebührendem Abstand hinterher.

Nach einer langen Einleitungssequenz, in der Frodo und Co. im Nieselregen durch ein einsames Gebirge ziehen, kommt die traurige Gesellschaft zum Stehen. Frodo greift in sein aschfarbenes Gewand und zieht den Ring hervor, dessen Feuer indes schon lange verloschen ist. Während er das fahle Schmuckstück betrachtet, sinniert er vor sich hin, gedenkt der verlorenen Jugend, der verlorenen Zeit, der verlorenen Kommunikationsfähigkeit und dem Wesen des Verlustes ganz allgemein.

Am Ende verliert er seine Sprache, den Ring und seine Gefährten, die sich in Nebelschwaden auflösen und als hellgraue Wolken am dunkelgrauen Himmel von dannen ziehen. Schließlich wechselt auch Frodo seinen Aggregatszustand und wird zu einem fein gesponnenen Nebel autistischer Melancholie, der vom Schicksalsberg aufgesogen wird.

Wie sähe der Herr der Ringe-Film aus, wenn METALLICA Regie geführt hätten?

Teil eins wäre eine ziemlich wilde Sache mit jeder Menge Schlachten, unorthodoxen Schnittsequenzen und einem reichlich lärmigen Soundtrack. Alle Protagonisten wären jung, langhaarig, und würden Dinge wie Seek and destroy! vor sich hingröhlen. Nachdem der Film zunächst missverstanden und später zum Kultwerk hochstilisiert wird, fällt Teil zwei in puncto Actionszenen merklich dezenter und insgesamt durchdachter aus, ist aber immer noch mitreißend.

Mit Teil drei allerdings kommt der große Schock: Die Gefährten sind im paradiesischen Auenland angekommen und werden von ahnungslosen Hobbit-Teenies mit Ehrerbietung und Geschenken überhäuft. Eine Dekade der Dekadenz beginnt und was aus dem ollen Ring wird, juckt keine Sau.

Boromir stutzt sich den Bart, rennt mit Cowboy-Hut durch die Gegend und trällert Country-Schnulzen. Gimli stutzt sich die Haare, kann den Marschrhythmus nicht mehr halten und trommelt nur noch dröge vor sich hin. Dafür kollaboriert er aber mit dem neuesten Rap-Wunder der Ork-Horden. Legolas war eh schon immer das fünfte Rad am Wagen, für das sich niemand wirklich interessiert, daher lässt er sich’s in seinem Luxusloch gut gehen und hält die Klappe. Aragorn hingegen hat die verweichlichte Bande dermaßen satt, dass er sich auf Sarumans Seite schlägt. Was die Restgefährten nicht daran hindert, einen Plattenvertrag bei Mordor Records zu unterschreiben und sich noch dumm und dämlicher zu verdienen, während Sauron sich ins Fäustchen lacht und irgendetwas wie I’m pulling your string… vor sich hinnuschelt. Frodo ist derart frustriert, dass er den Ring ins nächstbeste Erdloch schmeißt und eine Grindcore-Combo gründet.

Wie sähe der Herr der Ringe-Film aus, wenn RHAPSODY Regie geführt hätten?

24 Drachen würden mitspielen. Frodo wäre ein tapferer Krieger mit sternenglänzender Rüstung und einem 2 Meter langen, diamantenbesetzten Schwert.

Auch der zweite Film hätte ein of im Titel.

Sowohl Hobbits als auch Elben würden in gebrochenem Englisch über Ehre, Macht und die ewige Liebe philosophieren, während sie über die Drachen herfallen.

Die Drachen wiederum sind allesamt kastriert und stoßen permanent unmenschlich hohe Schreie aus.

Drehort wäre Hollywood.

Wie sähe der Herr der Ringe-Film aus, wenn DREAM THEATER Regie geführt hätten?

Frodo betrachtete gerade die Ausführungen seine Onkels Bilbo über die quadrierte Varianz des durchschnittlichen Krautkonsums, als es an der Türe klopfte. Drei rasche Schläge, dann eine verzögerte Pause, ein angedeutetes Accelerando, dann der synkopierte Schlußklopfer. Frodo erkannte den Rhythmus sofort. Es war Gandalf.

Der weise Zauber betrat die Hobbithöhle und meinte: Du musst den Ring vernichten!

Darauf war Frodo (eine Reinkarnation Fingolfins – Anm. d. Autors) nicht vorbereitet. Zögernd erwiderte er: Mit welchem Recht mischt du dich in meine Angelegenheiten ein? Es ist doch so, dass es nicht in deiner Macht steht, den Lauf der Dinge vorherzusehen. Genausowenig kann ich zweifelsfrei belegen, dass die Absicht meiner Existenz wirklich selbstbestimmt ist. Dabei sollten wir zudem berücksichtigen, wen die Sache betrifft, und wie die Konsequenzen für die Hobbits bzw. die Elben aussehen. Es wird am besten sein, wie versammeln alles, was wir finden, befragen einzeln zuerst, dann in kleinen, zufällig ausgewählten Gruppen, demokratisch gewählte Vertreter jeder einzelnen Volksgruppe, wobei die Minderheiten nicht zu vernachlässigen sind, insofern, als dass sie durchaus von Bedeutung sein können, wenn man etwas dermaßen Globales wie den Einen Ring betrachtet.

Die Teile zwei bis 423 erscheinen in den kommenden Jahren jeweils zu Weihnachten. Und erst ganz am Ende erfährt der Zuschauer, dass es sich bei Gandalf um eine Reinkarnation Feanors handelt.

Sam spielt auch mit. Allerdings muss er bei den Wanderungen immer die Lieder singen, die Frodo und Gandalf geschrieben haben, wird dabei immer dicker und hat ansonsten keine Sprechrolle.

Wie sähe der Herr der Ringe-Film aus, wenn STYKKY FYKK Regie geführt hätten?

Frodo, Sam, Pippin und Merry sähen aus wie eine kleine Tunten.

Gandalf sähe aus wie eine alte Tunte.

Gimli sähe aus wie eine bärtige Tunte.

Boromir sähe aus wie eine ziemlich kräftige Tunte.

Aragorn sähe aus wie eine ausgesprochen knackige Tunte.

Legolas sähe aus wie eine Frau.

Galadriel sähe aus wie ein Groupie.

Sauron sähe aus wie Nikki Six und Bret Michaels zusammen.

Das Auenland wäre rosarot, Mordor dunkelpurpur und nach Rosenwasser duftend.

Der Ring wäre aus rosa Plüsch.

Die Orks hätten Hasenöhrchen.

Drehort wäre L.A.

Wie sähe der Herr der Ringe-Film aus, wenn HAMMERFALL Regie geführt hätten?

Die Hälfte sähe aus wie bei BLIND GUARDIAN, die andere Hälfte wie bei RUNNING WILD.

Wie sähe der Herr der Ringe-Film aus, wenn BRITNEY SPEARS Regie geführt hätte?

Die Hobbits rauchen kein Kraut sondern kauen ständig Kaugummis.

Gandalf ist ein Soundmagier und Klanghexer, der mit Vorliebe kleine unschuldige Wesen in seine Obhut nimmt, um durch sie exorbitante Gewinne zu erwirtschaften.

Die Orks hören Heavy Metal und wollen das Auenland, wo Gandalf mit Vorliebe weilt, angreifen und vernichten.

Gandalf bekommt Wind von der Sache. Und er hat einen Trumpf im Ärmel. Er hat den Einen in seinen Gewalt: Lemmy. Während die Heerscharen des Metal sich rasch vermehren, macht er sich mit den Hobbits und ein paar Studiomusikern (Legolas, der Leadgitarrist, Boromir, der Saxophonist, Gimli, der Basser und Aragorn der Rhythmusgitarrist) auf den Weg in die Höhle des Löwen, wo er Lemmy auf dem Schicksalsberg in einen See aus reiner Milch stürzen will.

Gollum wird von James Hetfield gespielt. Der ist, genau wie Lemmy, auf der verzweifelten Suche nach einem ordentlichen Schluck Whisky.

Das Auenland wäre rosa.

Aragorn und Arwen sind beide noch Jungfrau.

Wie sähe der Herr der Ringe-Film aus, wenn die VAMPSTER-Redaktion Regie geführt hätte?

Frodo ist ein kleiner Hobbit, der von seinem Onkel einen Webring erbt. Als dieser zufällig ins Feuer fällt, leuchten auf einmal seltsame Runen auf. Frodo ist ratlos, doch der weise Zauberer Boxdalf vermag die feurigen Buchstaben zu entziffern.

Es ist in html geschrieben, allerdings in der flammenummauerten Sprache von powerheavymetal.de, welche ich an diesem Ort nicht aussprechen will. Es sind die letzten Zeilen eines längeren Gedichts, das übersetzt soviel bedeutet wie:

Eine Chefredakteurin, sie zu knechten, sie alle zu schinden

Ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden

Im Lande Steinheim, wo die Schatten drohn.

Von diesen bedenklichen Neuigkeiten erschrocken, zieht der Zauberer alsbald von dannen. Im Gehen raunt er Frodo noch zu: Bringe den Ring online, aber erzähle niemandem davon!

Verdaddert versucht der Hobbit seine Gedanken zu ordnen. Doch plötzlich zerreißt ein lautes Geschrei die Stille und Frodo flüchtet so schnell er kann aus dem Haus und versteckt sich abseits des Weges. Keine Sekunde zu früh wie sich zeigt, denn da preschen schon zwei dunkel gekleidete Gestalten auf ihren Pferden an ihm vorbei. Lange Zeit wagt Frodo nicht sich zu bewegen. Erst als Boxdalf langsam den Pfad entlang gelaufen kommt, traut er sich hinter seiner Deckung hervor. Wer waren denn… setzt er an, doch der Zauberer fällt ihm ins Wort: Das eben, das waren die berüchtigten Schwarzbierreiter Basti und Gert. Einst waren sie emsige Redakteure wie du und ich, doch dann sind sie einer nach dem anderen dem dunklen Gebräu der Schwaben erlegen. Komm´ jetzt, wir müssen los.

Einige CD-Reviews und Liveberichte später erreichen sie endlich ihre eigene Homepage. Und wie sich zeigt, hat der Ruf des Ringes viele Redakteure und freie Mitarbeiter aus ganz Mittelerde erreicht. Frodo schaut mit offenem Mund auf die versammelten Gestalten: Ein chaotischer Elbenkapitän, der ständig am palavern ist, ein mystischer Waldläufer, dessen wahren Namen niemand kennt, den aber alle Graf Zahl nennen, sein Kollege Andy Wood, der insgeheim den Ring an sich bringen und für die Weltrevolution nutzen will, Boromir (der Bruder von Faramir, der seinerzeit zum Nazgûltown Basti mutierte), und 4s, ein Zwerg, der ständig mit seinem seltsamen Namen und der Tatsache, daß er ein Zwerg ist, hadert. Einzig der Mensch Ilias fehlt, denn er ist mit anderen Geschäften in Süderde (gleich unterhalb Mittelerdes gelegen) zu sehr beschäftigt.

Und so beginnt die Reise. Wohin, wissen die Gefährten zwar nicht so genau, doch alle sind frohen Mutes und vertreiben sich die Zeit mit so lustigen Dingen wie Geographie (Es gibt keine Steinböcke in Eriador). Einzig beim Onlinestellen einiger Artikel kommt es bisweilen zu Zwischenfällen. Während Frodo dabei ständig Boxdalf um Hilfe bittet, bleibt Graf Zahl ein wenig zurück, während er in Gedanken versunken vor sich hin murmelt: Balkone, überall Balkone.

Wood meint dazu: Bloß kein Futterneid. Wisch´ dir erst mal den…

Arg, er hat das N-Wort gesagt!, ruft Boromir mit einem schmerzverzerrtem Gesicht, ehe er mit blutenden Ohren zusammenbricht.

Ich will kein Zwerg sein, ist alles, was 4s zur Diskussion beisteuert.

Hier endet Teil 1. Teil 2 folgt, sobald Frodo gelernt hat, wie er ohne fremde Hilfe Artikel online stellt.

Ende des 2. Teils von Der Herr der Ringe-Film durch Metaller-Augen

Hier geht es zur Fortsetzung:
Der Herr der Ringe-Film durch Metaller-Augen Teil 3.