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Christoph

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"...weil ein Leben ohne Musik kein Leben ist, sondern nur Armut und Schneematsch." - Jón Kalman Stefánsson
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BLUENECK: Vinyl tötet Zombies

Ich war tief ergriffen, als ich vor einigen Wochen zum ersten Mal die Single "Lilitu" von BLUENECK gehört habe. Vor kurzem erschien deren Zweitwerk "The Fallen Host", auf dem nicht nur dieser Song in seiner ganzen Pracht enthalten ist, sondern auch sieben weitere, wundervolle Stücke, die mit den Klischees im Post Rock aufräumen und so kreativ die Tränendrüsen aktivieren, dass sich die Großen im Genre ganz arg an ihrem Thron festklammern müssen. Mit genügend Ernsthaftigkeit, aber auch einer gesunden Portion hervorragenden britischen Humors antworten Gitarrist Ben Green, Bandchef Duncan Attwood und Neuzugang Rich Sadler.
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SWITCHBLADE: Die Dreifaltigkeit des Doom

Sie lassen sich nicht nur für ihre Musik Zeit, auch das Beantworten von Interviews kann im Falle von SWITCHBLADE etwas dauern. Das schöne daran ist allerdings, dass die drei Schweden konstant Qualität bieten. Die zermürbend schwere Musik auf "Switchblade 2009" ist ebenso tief und gehaltvoll, wie die Aussagen von Bassist und Sänger Anders Steen und Schlagzeuger Tim Bertilsson und agieren getreu dem Motto "Be loud, be slow, as the march of celestial time". Fakt ist, SWITCHBLADE bieten weit mehr als nur extremsten Doom, sie machen aus Langsamkeit eine Zeremonie.

HYRA: Seek For Salvation [ausgemustert]

Diese italienische Death Metal-Big Band, bei der jedes Instrument, außer dem Bass, doppelt vorkommt, verlässt sich viel zu sehr auf ihr Line-Up. Außerdem sind HYRA mit gar nicht so geringem technischen Können gesegnet, außer vielleicht im Bereich der schrecklichen Vocals, aber was aus "Seek For Salvation" geworden ist, ist höchsten ein konfuser, lieblos geschriebener Mix aus SLIPKNOT, KATAKLYSM und MORBID ANGEL. Dass neben dem schlampigen Songwriting auch noch eine verwaschene, drucklose Produktion für Bauchschmerzen sorgt, lässt HYRA zu einem klaren Fall für die Rubrik "ausgemustert" werden.
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ULME: Reisi steckt in uns allen

Obwohl es Herbst ist, blüht die ULME nun in voller Pracht. Mit ihrem sensationellen neuen Album "Tropic Of Taurus" hat die Hamburger Noise Rock-Band ein enorm abwechslungsreiches, stimmiges, spannendes und originelles Werk parat, dass einem viel zu wenig beachtetem Genre die Aufmerksamkeit einbringen könnte, die es verdient. Per E-Mail erzählen Bandgründer Arne, Schlagzeuger Lutz und Bassist Tim über Reifeprozesse, Teamarbeit und Vergangenheitsbewältigung.
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KATATONIA: Qualität aus dem Rattenloch

Im Review zu "Isolation Songs" blieb die Frage offen, ob GHOST BRIGADE die besseren KATATONIA geworden sind. Die Antwort ist ganz klar: Nein. Denn KATATONIA haben mit "Night Is The New Day" ein dermaßen großartiges Album parat, dass man es getrost als den größten Wurf in deren Ausnahmekarriere bezeichnen darf. Zu den Pressetagen im schönsten September seit Menschengedenken telefoniere ich mit einem noch immer ganz aufgeregten, sehr auskunftsfreudigen Anders Nyström, der die große Neugier zum neuen Album nur allzu gerne befriedigt.